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StartseiteVerbrauchertippGuter Schlaf mit guter Matratze muss nicht teuer sein26.09.2018

Schaumstoff, Latex und FederkernGuter Schlaf mit guter Matratze muss nicht teuer sein

Ohne Probeliegen geht es nicht beim Matratzenkauf, denn jeder Mensch ist anders gebaut. Die Stiftung Warentest hat unterschiedliche Matratzen geprüft und ist zum Ergebnis gekommen, dass die Qualität nicht unbedingt vom Preis abhängt.

Von Dieter Nürnberger

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Eine Frau liegt in einem Bett und schläft. Sie liegt dabei auf dem Bauch und streckt einen Arm zur Seite aus. (imago stock&people)
Vor einem Kauf sollte man die Matratze Probe liegen (imago stock&people)
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Der Matratzenkauf ist eine höchst individuelle Angelegenheit, denn Gewicht, Größe und auch der Körperbau eines Menschen kann sehr unterschiedlich sein. Deshalb sollte Probeliegen vor einem Kauf auf jeden Fall dazugehören. Es geht dabei um einen subjektiven Komfort, sagt Claudia Till von der Stiftung Warentest. Im höheren Alter werden beispielsweise eher weiche Matratzen bevorzugt. Doch trotz vieler individueller Ansprüche - generell gehe es zu allererst um gute Liegeeigenschaften:

"Das Wichtigste bei einer Matratze ist, dass sie gut abstützt. Konkret: Wenn ich auf dem Rücken liege, sollte sie eben die S-Form der Wirbelsäule erhalten; wenn ich auf der Seite liege dann sollte die Wirbelsäule möglichst gerade liegen. Das ist vor allem schwierig bei Menschen, die zum Beispiel breite Schultern haben. Diese haben oft Probleme eine gute Matratze zu finden."

Untersucht wurden 26 Schaumstoff-, Latex- und Federkernmatratzen der Größe 90 mal 200 Zentimeter. Allesamt Modelle, die in den vergangenen zehn Jahren bei Untersuchungen der Warentester schon einmal eine gute Bewertung bei den Liegeeigenschaften bekommen hatten. Die gute Nachricht: Die Qualität der Produkte ist im Wesentlichen gleich geblieben – und auch unter leicht verschärften Prüfbedingungen konnten sich die meisten weiter behaupten. Erstaunlich für Laien dabei: Ausgerechnet besonders günstige Produkte lagen meist vorn. Eine gute Matratze muss also nicht 800 Euro kosten, wie von der Werbung oft suggeriert, sagt Claudia Till:

"Bei den Latexmatratzen haben wir beispielsweise eine sehr haltbare Ikea-Matratze für 150 Euro unter den Guten. Bei den Schaumstoffmatratzen ist eine Aktionsware von Aldi für nur 100 Euro bei den Besten. Und auch die Bett1-Matratze für 200 Euro - nach wie vor die beste Matratze, die wir je im Labor hatten - sie hält also ihr gutes Qualitätsurteil. Auch bei den Federkernmodellen haben wir eine 200-Euro-Matratze auf Platz eins. Das ist die Malie Polar."

Außerdem Kindermatratzen im Test

Parallel wurden zudem Kindermatratzen untersucht. Dabei wurde erstmals auf eine neue Prüfnorm zurückgegriffen. Schlafunterlagen für die Kleinsten sollten grundsätzlich nicht zu weich sein. Denn wenn das Gesicht zu tief in die Unterlage einsinkt, könnte es sonst wohlmöglich ersticken. Denn Babys sind in den ersten Monaten nicht in der Lage, eigenmächtig den Kopf zu heben oder sich zu drehen. In den Laboruntersuchungen kann der sogenannte Kugeltest diese gefährliche Liegeposition nachbilden, so Warentester Roman Schuckies:

"Wenn die Kugel zu weit einsinkt, ist es so, dass der Kopf im Ernstfall auch zu weit einsinken würde. Insofern ist dies eine sehr realistische Prüfung. Und wenn die Matratze zu weich ist, raten wir natürlich davon ab."

6 von 14 Matratzen scheiterten an der Prüfmethode. Sie wurden mit "mangelhaft" bewertet. Kinder, die jünger als ein Jahr alt sind, sollten vorsichtshalber nicht auf ihnen schlafen. Einzelne Hersteller teilten inzwischen der Stiftung Warentest mit, dass sie die Problem-Kindermatratzen nicht mehr anbieten werden. Fünf Baby- oder Kindermatratzen schnitten mit "gut" ab - und parallel zur generellen Matratzen-Untersuchung gab es auch hier einige empfehlenswerte und gleichzeitig günstige Produkte, sagt Roman Schukies:

"Alle Guten haben die Kugelprüfung bestanden. Sie sind in dieser Hinsicht sicher. Es gibt gute Billige - beispielsweise die Ikea-Matratze für 70 Euro. Oder auch von Dänisches Bettenlager für knapp 100 Euro."

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