Samstag, 16.02.2019
 
StartseiteVerbrauchertippRichtig lüften im Winter21.12.2018

Schimmel vermeidenRichtig lüften im Winter

Feuchtigkeit muss raus aus der Wohnung, denn sie trägt dazu bei, dass sich an den Wänden oder Decken Schimmel bilden kann. Am besten und einfachsten geht das durch Lüften. Doch selbst dabei sind einige Regeln zu beachten - um nicht das Gegenteil zu bewirken und Energie zu verschwenden.

Von Angelika Gördes-Giesen

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Blick durch ein geöffentes Fenster auf schneebedeckte Gipfel. (picture alliance / Chromorange)
Fenster auf ist auch im Winter Pflicht - selbst wenn der Ausblick nicht gerade schneebedeckte Gipfel bietet (picture alliance / Chromorange)
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Lüften statt bedüften

Egal ob Sommer oder Winter, frische Luft muss sein.

"Einfach Fenster auf, komplett, so fünf Minuten. Morgens wenn ich aus meinem Zimmer aufstehe und zum Frühstück raus gehe, mache ich mein Fenster auf, dann mache ich es wieder zu. Im Sommer öfter Lüften, im Winter weniger, dann mach ich Stoßlüftung."

Besser häufiger und kürzer

Wie lange, das hängt vor allem von der Raumnutzung ab. Der Tipp von Thomas Weber Energieberater der Verbraucherzentrale NRW:

"Also durchaus häufiger und kürzer als wenige und lange lüften. Wenn sie es schaffen so drei bis viermal täglich lüften, wenn wir Wintermonate haben, dann so im Bereich zwischen fünf und zehn Minuten.

Beim Stoßlüften sollten dabei möglichst auch die Innentüren offen sein und wenn möglich sollte man ruhig Durchzug machen - also gleichzeitig auch die Fenster auf der anderen Seite der Wohnung öffnen. Dadurch kann die Luft schnell ausgetauscht werden. So vermeidet man, dass kühle Luft zu lange auf warme Wände trifft.

"Wenn man die länger mit der Außenluft in Kontakt lässt, dann kühlen die ganz extrem ab, dann gehen die in Bereiche von null bis fünf Grad und dann scheidet sich viel Wasser ab. Zum einen ist dann die Bausubstanz gefährdet, wenn dort länger Wasser steht".

Entscheidend: die Bausubstanz

Und zum anderen wächst dann viel Schimmel. Wie optimales Lüften aussieht, hängt aber auch von der Bausubstanz ab. Ein 50 Jahre altes Gebäude ist nicht zu vergleichen mit einem Niedrigenergiehaus. Deshalb sollte man als Mieter genau nachfragen. Auch Hausbesitzer sollten prüfen, wann und wie das Haus renoviert und wärmegedämmt wurde und wie dicht die Fenster sind.

"Die Neubauten, wie wir sie heute haben, sind alle luftdicht aufgebaut. Hier bin ich darauf angewiesen, dass ich gezielt eine Lüftung mache. Häufig haben wir da die Lüftungsanlagen, die da drin sind. Die übernehmen die Aufgabe dann automatisch. Dann brächte man theoretisch auch kein Fenster öffnen. Habe ich das in Neubauten nicht drin, muss ich konsequent daran arbeiten, das ich die Lüftungszeiten auch tatsächlich einhalten."

Lüftungsanlagen helfen

Einfacher und komfortabel geht es das natürlich mit Ventilatoren gestützten Lüftungsanlagen in Wand und Decke, die schlechte Luft direkt nach draußen führen.

"Das heißt: Die Technik guckt nach und hat einen Messfühler. Sie kann dann sagen, die Luftfeuchtigkeit hat eine bestimmte Menge und es macht dann Sinn, das die Lüftungsanlagen laufen.

Neue Lüftungsanlagen sind bieten sogar die Möglichkeit, einer Wärme-Rückgewinnung. Das spart Heizkosten. Für den Einbau ist der Vermieter zuständig, der Mieter aber muss aber gegebenenfalls für die Wartungskosten zahlen.

"Also das Durchbohren einer Außenwand dann reden wir über Kosten von 500 bis 600 Euro. Das ist also noch überschaubar."

Problematisch wird es in der Küche. Viele Dunstabzugs-Hauben haben nämlich nur einen Geruchsfilter, aber keinen Luft-Abzug nach draußen. Wenn so beim Kochen schnell viel Feuchtigkeit entsteht, muss man besonders intensiv und viel lüften oder eben doch eine andere Dunstabzugs-Haube einbauen, mit Luftabzug nach draußen. Da so Hauswände durchbohrt werden müssen, sollte man das in Mietwohnungen unbedingt mit dem Vermieter absprechen. Besonders groß ist die Gefahr der Schimmelbildung auch in Bädern ohne Fenster. Thomas Weber empfiehlt hier eine Entlüftungsanlage.

"Der Klassiker ist einfach: Licht einschalten und dann fängt das Ding an zu laufen. Licht ausschalten, dann geht das Ding einfach wieder aus. Da sollte man vielleicht einen Feuchtigkeitsregler mit einbauen, dann würde der Ventilator der Entlüftung anfangen zu laufen, obwohl ich den Lichtschalter nicht betätigt habe."

Zudem sollte man nach dem Duschen das Wasser von Wänden und Boden entfernen und textile Vorhänge im Bad, die feucht werden können vermeiden. 

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