Sonntag, 26. Juni 2022

Schönbergs drittes Streichquartett
Strategien der Kälte

Scham, nicht Schuld bestimmt das Verhalten der Menschen im Nachkriegsdeutschland der 1920er Jahre. Spiegelt sich dieses Denken auch in der Zwölftonmusik? Will auch Schönbergs Streichquartett Nr. 3 Schuld und Traumata des verlorenen Kriegs verdrängen – oder verweist es auf sie?

Am Mikrofon: Frank Kämpfer | 30.04.2022

Etwa 50 Menschen stehen auf einer Bühne, nah an der Rampe und reißen die Arme in die Höhe. Es ist der Chor der Komischen Oper Berlin.
Ist es eine Geste der Begeisterung oder der Kapitulation? Eine Szene aus der Oper "Moses und Aron" von Arnold Schönberg, inszeniert 2014 an der Komischen Oper Berlin. (imago images)
1914 brach der erste Weltkrieg aus. 100 Jahre später reflektierte das Forum neuer Musik 2014 die Zusammenhänge von Krieg, Kunst, Fortschritt und Männlichkeit. Ein Baustein war dabei die Aufführung von Arnold Schönbergs drittem Streichquartett, op.30. Die Musik korrespondierte auf dem Festival mit dem Symposium "Ein Europäisches Jahrhundert" und mit dem Buch "Verhaltensweisen der Kälte" von Helmut Lethen.
Peter Ablinger
„Arnold Schönberg”
Elisa Medinilla, Klavier

Arnold Schönberg
Streichquartett Nr.3, op. 30
Asasello Quartett
Aufnahme vom 4.4.2014, vom Forum neuer Musik 2014, im Deutschlandfunk Kammermusiksaal, Köln