Mittwoch, 26.06.2019
 
Seit 10:10 Uhr Länderzeit
StartseiteWirtschaft und GesellschaftSchokolade, Zeitschriften und PC-Spiele06.08.2013

Schokolade, Zeitschriften und PC-Spiele

Studie über Konsumverhalten von Kindern veröffentlicht

Selten bleibt etwas fürs Sparschwein übrig: Auch Kinder geben gerne Geld aus - vor allem für Spielzeug oder für Schokolade. Knapp 30 Euro haben die Kleinen hierzulande monatlich zur Verfügung. Das hat die Umfrage eines Verlags ergeben.

Von Stefan Maas

Die 6- bis 13-Jährigen verfügen gemeinsam  über Sparguthaben in Höhe von 2,3 Milliarden Euro (picture alliance / dpa / Jens Kalaene)
Die 6- bis 13-Jährigen verfügen gemeinsam über Sparguthaben in Höhe von 2,3 Milliarden Euro (picture alliance / dpa / Jens Kalaene)
Mehr bei deutschlandradio.de

Links bei dradio.de:

Beim Taschengeld keine Spur von Krise

"Für Süßes und Spielzeug."

"Für Playmobil."

Mit ihren Antworten liegen diese beiden Kinder ziemlich im Trend. Denn nach der Kids-Verbraucher-Analyse, die der Egmont Ehapa Verlag heute zum 21. Mal präsentierte, konnten Süßigkeiten als beliebteste Taschengeldinvestition im Vergleich zum Vorjahr sogar noch zulegen. Zwei von drei Kindern setzen auf Kekse, Kaugummi und Co. Auf Platz zwei liegen Zeitschriften, Comics und Manga. Das dürfte den Verlag freuen, der hinter der Studie steckt. Denn hier erscheinen Mickey Maus, Donald Duck, Wendy und andere Jugendzeitschriften.

In mehr als 2000 Interviews mit Kindern zwischen sechs und 13 Jahren haben die Macher der repräsentativen Studie erneut festgestellt, dass sich der Nachwuchs in Deutschland - etwa sechs Millionen Kinder - aber auch locker größere Wünsche erfüllen kann.

"So Internetspiele, Minecraft, PC-Spiele."

Allein die Sechs- bis 13-Jährigen verfügen über Sparguthaben in Höhe von 2,3 Milliarden Euro. Durch Taschengeld, kleine Verdienste und Geldgeschenke - nicht nur zum Geburtstag, sondern auch zwischendurch von den Großeltern oder anderen Verwandten - kommen nach einer Hochrechnung in diesem Jahr 2,65 Milliarden hinzu. Durchschnittlich bekommen die Vier- bis 13-Jährigen über 27 Euro Taschengeld im Monat. Das sind zwar nur 38 Cent mehr als im Vorjahr, sagt Ralf Bauer, Leiter der Markt- und Medienforschung bei Egmont Ehapa:

"Aber wir hatten ja im Vorjahr einen deutlichen Sprung von 24 auf 27 Euro. Das waren also 2,40 mehr."

Für die Eltern ist das der zweitgrößte Ausgabenposten für ihre Kinder nach Bekleidung. Und gerade da wissen die Kinder genau, was sie wollen. Für 62 Prozent der Kinder ist die Marke ihrer Sportschuhe wichtig, aber auch bei den klassischen Spielsachen legen 55 Prozent der Kinder Wert auf den richtigen Namen auf der Verpackung.

"Klassisches Spielen ist für die Kinder ein Thema. Und dann möchte man nicht mit irgendetwas spielen, sondern hat da ganz konkrete Markenwünsche, womit man sein Kinderzimmer bestücken möchte."

Beruhigend immerhin für die Erwachsenen, die fürchten, die neuen Videospiele verdrängten die klassischen Spiele ihrer Kindheit. Die sind wieder gefragt wie lange nicht mehr. 40 Prozent der Kinder wünschen sich Brettspiele. Ein Plus zum Vorjahr von 13 Prozent. Kartenspiele möchte jedes dritte Kind haben. Auch hier ein Plus, wenn auch ein leichtes.

Dabei sind schon die jüngsten durchaus mit dem Internet vertraut. Fast zwei Drittel der Sechs- bis Neunjährigen geht mehrmals wöchentlich ins Internet. Bei den Zehn- bis Dreizehnjährigen geht jeder Zweite fast täglich ins Netz, sagt Ingo Höhn, der Geschäftsleiter des Verlags:

"Wenn man ein bisschen genauer reinschaut, geht es um die E-Mails. Das ist immer noch die Topnutzung. Ums Musikhören. Ganz klassisch übers Digitale. Die CD wird langsam verdrängt durch Dateien. Und Punkt 3 - da geht es auch schon wieder ums Kommunizieren: Chats. Punkt vier Informationen sammeln für die Schule. Und dann geht es schon wieder ums Gaming."

Die Zahl der Kinder, die zu Hause an einen Computer gehen können, liegt seit Jahren konstant bei 78 Prozent. In der Regel sind es stationäre Computer. Nur 12 Prozent der Befragten dürfen einen Tablet-PC benutzen. Doppelt so viele haben ein eigenes Smartphone oder dürfen das der Eltern mitbenutzen.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk