Mittwoch, 18. Mai 2022

SPD
Scholz und Klingbeil stellen sich hinter Lambrecht - Rücktritt der Verteidigungsministerin abgelehnt

Bundeskanzler Scholz hat Verteidigungsministerin Lambrecht seine Unterstützung ausgesprochen.

14.05.2022

Verteidigungsministerin Christine Lambrecht und Olaf Scholz im Bundestag
Verteidigungsministerin Christine Lambrecht und Olaf Scholz im Bundestag (picture alliance/dpa)
Er sagte dem Nachrichtenportal "t-online" auf die Frage, ob sie eine Belastung für seine Regierung darstelle, er sei sich sicher, wenn man in drei Jahren zurückblicke, werde es heißen, Lambrecht sei die Verteidigungsministerin gewesen, die endlich für eine ordentlich ausgestattet Bundeswehr gesorgt habe. Scholz führte aus, er kenne die Gesetzmäßigkeiten der Medien. Es werde sich gerne auf eine Person fokussiert, aber das ändere sich auch wieder.
Auch SPD-Chef Klingbeil stellte sich hinter Lambrecht und lehnte etwaige Rücktrittsforderungen ab. Er sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, Lambrecht sei Verteidigungsministerin und sie werde es bleiben. Sie müsse jetzt die Kehrtwende bei der Bundeswehr schaffen, die 16 Jahre lang heruntergewirtschaftet worden sei.
Lambrecht stand zuletzt in der Kritik, weil sie am Mittwoch vor Ostern in Begleitung ihres Sohnes in einem Regierungshubschrauber von Berlin zu einem Truppenbesuch in Schleswig-Holstein gereist war. Im Anschluss daran machte sie mit ihrem Sohn Urlaub auf Sylt. Laut Bundesverteidigungsministerium ist eine solche Mitreise rechtlich zulässig; Lambrecht hat demnach wie vorgeschrieben die Kosten "zu 100 Prozent" übernommen.
Diese Nachricht wurde am 14.05.2022 im Programm Deutschlandfunk gesendet.