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StartseiteSport am WochenendeSportlehrerverband fordert mehr Unterstützung22.08.2020

Schulsport und CoronaSportlehrerverband fordert mehr Unterstützung

Ohne intensiven Körperkontakt und möglichst draußen: Sportunterricht wird in Zeiten von Corona komplizierter. Daniel Möllenbeck vom Deutschen Sportlehrerverband forderte im Dlf daher mehr Unterstützung aus der Politik. Eine Rückkehr zum Homeschooling sei für ihn "der schlimmstmögliche Fall."

Daniel Möllenbeck im Gespräch mit Jessica Sturmberg

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Baden, Pädagogische Hochschule, Turnsaal Baden, College of Education, Gymnasium (Imago / viennaslide)
Bewegung ist wichtig und sollte schon in der Schule vermittelt werden - in Zeiten von Corona keine leichte Aufgabe. (Imago / viennaslide)
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Kein Tanzen, kein Rugby - Sportarten, die besonders intensiven Körperkontakt erfordern, seien derzeit nicht möglich, sagte Daniel Möllenbeck, Vizepräsident Öffentlichkeitsarbeit beim Deutschen Sportlehrerverband e.V., in der Sendung "Sport am Samstag". Die Corona-Pandemie bringt für den Sportunterricht an deutschen Schulen erhebliche Einschränkungen mit sich. Einschränkungen, die noch größer werden könnten. Denn im Herbst und Winter könnte die Infektionslage nach Einschätzung von Virologen und Virologinnen noch problematischer werden als aktuell.

"Im schlimmsten Fall", so Möllenbeck, drohe dann wieder Homeschooling. Dann müssten Sportlehrer und -lehrerinnen ihren Schülern und Schülerinnen "online Sportunterricht erteilen, soweit das möglich ist". Das funktioniere dann wohl vor allem "im Bereich Fitness oder Gymnastik", erklärte Möllenbeck im Dlf. Vielleicht noch mit Hausaufgaben für Zuhause oder die Freizeit. "Das wäre der schlimmstmögliche Fall."

Zu wenig Bewegung schadet auf Dauer der Gesundheit

Denn dann, so Möllenbeck, könnten keine Gruppenprozesse trainiert werden: "Wir erziehen ja auch zum Beispiel zum Fairplay im Sport." Das fehle dann alles. Und langfristig könnte zu wenig Bewegung negative Konsequenzen haben für die betroffenen Schülerinnen und Schüler.

Denn wer Bewegung "nicht habitualisiert und nicht erfährt, dass Sport und Bewegung sich auch lohnen und dass man sich hinterher besser fühlt, der macht das später auch nicht", sagt Möllenbeck. "Und das hat später große gesundheitliche Konsequenzen. Deswegen müssen wir möglichst viele Kinder zu Bewegung bringen."

Forderung nach mehr Unterstützung aus der Politik

Dafür wünschen sich Daniel Möllenbeck und seine Kollegen und Kolleginnen vom Deutschen Sportlehrerverband e.V. noch mehr Unterstützung aus der Politik. Schulleitungen zum Beispiel müssten stärker darin unterstützt werden, passende Hallen oder andere Orte zu finden, an denen Kinder und Jugendliche sicher Sport treiben können.

Auch was die Beurteilung von Hygienekonzepten und Ansteckungsgefahren angeht, brauche es mehr wissenschaftliche Expertise und Unterstützung: "Dass dann auf die Schulen abzuwälzen, das kann eigentlich nicht sein", sagte Möllenbeck im Deutschlandfunk. "Da müssen die Länder oder die Kultusministerien dafür sorgen, dass jede Schule die Chance hat, den Unterricht nach Lehrplan zu erteilen."

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