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StartseiteThemaWas man über FFP2-Masken wissen muss19.01.2021

Schutz vor dem CoronavirusWas man über FFP2-Masken wissen muss

Wissenschaftler fordern in der Corona-Pandemie schon lange das Tragen von FFP2-Masken im öffentlichen Raum. Der Bund unterstützt deshalb nun noch mehr Menschen aus Risikogruppen bei der Anschaffung. Schutz bieten aber auch FFP2-Masken nur, wenn sie richtig getragen werden.

Winden Themenbild - kostenlose Ausgabe von FFP2-Masken der Bundesregierung ab dem 15.12.2020 in allen Apotheken an Menschen, Personen ¸ber 60 Jahre alt sowie an Menschen von Risikogruppen Themenbild - kostenlose Ausgabe von FFP2-Masken der Bundesregierung ab dem 15.12.2020 in allen Apotheken an Menschen, Personen ¸ber 60 Jahre alt sowie an Menschen von Risikogruppen Model release. Model release Vertrag liegt vor. Eine Rentnerin h‰lt nach der Ausgabe in der Apotheke drei neue FFP2-Masken in der Hand. Die ‰ltere Dame packt eine neue FFP2-Maske aus und zieht diese im Freien an um sich vor einer Infektion zu sch¸tzen. FFP2, FFP2 Masken, FFP2-Masken, Apotheke, kostenlose, kostenlos, ab 15.12., Aussen, Aussenaufnahme, Ausgabe, Maskenausg Copyright: xFleigx/xEibner-Pressefotox EP_dfg (imago images | Eibner)
FFP2-Masken bieten einen besseren Schutz als Alltagsmasken oder OP-Masken - wenn sie richtig getragen werden (imago images | Eibner)
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In Deutschland hat mit Bayern das erste Bundesland das Tragen von Mund-Nase-Masken der Schutzklasse FFP2 (FFP steht für "filtering face piece") in vielen Bereichen verpflichtend angeordnet. Andere Bundesländer könnten folgen. 34,1 Millionen Menschen aus Corona-Risikogruppen sollen nun weitere Gutscheine für vom Bund finanzierte FFP2-Masken bekommen. Der Bedarf wird also steigen.

Was sind FFP2-Masken?

FFP2-Masken sind partikelfiltrierende Halbmasken. Sie wurden bislang im Rahmen des Arbeitsschutzes eingesetzt, etwa als Staubschutzmaske im Handwerk. "Sie sind weiß, oft kuppelförmig oder faltbar ('Kaffeefilterform') und schützen den Träger vor Partikeln, Tröpfchen und Aerosolen", erklärt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Es gibt Masken mit und ohne Ausatemventil. Letztere schützen sowohl den Maskentragenden als auch die Menschen in seinem Umfeld. FFP2-Masken sind dichter und filtern mehr kleinere Partikel: Sie müssen mindestens 94 Prozent der Testaerosole filtern. Erst wenn das Prüfverfahren durch TÜV, DEKRA, etc. erfolgreich verlaufen ist, dürfen die Hersteller ihre Masken in Europa mit einem CE-Kennzeichen bedrucken und vertreiben. 

Gibt es genug FFP2-Masken?

Inzwischen ja. Zu Beginn der Pandemie waren FFP2-Masken Mangelware. Es gab keine Produktion vor Ort, kein Knowhow und Schwierigkeiten bei der Rohmaterialbeschaffung für das in den Masken verwendete Meltblown-Vlies. Um sich von globalen Lieferketten unabhängig zu machen, hat die Bundesregierung mit Fördermitteln von insgesamt 100 Millionen Euro Unternehmen unterstützt, die in die Maskenproduktion einsteigen wollten. Mittlerweile läuft die Produktion auch in Deutschland – es gibt also keinen Engpass mehr, betont Philip Jongebloed vom Fraunhofer Institut für Produktionstechnologie in Aachen im Dlf. Das Institut hat deutsche Unternehmen bei der technischen Realisierung von Anlagen für die Maskenherstellung unterstützt. Die neue nationale Produktion mache Deutschland unabhängig von anderen Märkten. Sie trage auch dazu bei, dass man in Krisenzeiten eine Grundversorgung erreichen könne.

Unterscheiden sich deutsche Masken von denjenigen aus Nicht-EU-Staaten?

Sofern die FFP2-Masken zertifiziert sind und die gültigen Kennzeichnungen haben, gibt es keine Qualitätsunterschiede. Lediglich in der Machart könne man bei einigen Produkten Unterschiede feststellen, sagt Jongebloed. Firmen in Deutschland und der EU versuchten die Masken in der Regel hochautomatisiert herzustellen. Das sei in einigen Nicht-EU-Ländern nicht immer der Fall.

Coronavirus (imago / Rob Engelaar / Hollandse Hoogte)Übersicht zum Thema Coronavirus (imago / Rob Engelaar / Hollandse Hoogte)

Was ist beim Tragen von FFP2-Masken zu beachten?

Die Maske muss gut passen und über Mund, Nase und Wangen sitzen. Ganz wichtig: Die Maske muss so eng wie möglich anliegen, sagt Jongebloed - ein Problem etwa für Bartträger. Viele seien zudem bei der Handhabung nachlässig, auch um eine leichtere Atmung zu ermöglichen. "Genau das ist der falsche Weg", so der Experte. Es sei wichtig, durch das Vlies zu atmen, auch wenn der Widerstand so größer sei. Verbraucher sind auf der sicheren Seite, wenn sie den Nasenbügel möglichst dicht anlegen. Eine durchfeuchtete Maske sollte abgenommen und gewechselt werden. Eine ausführliche Beschreibung zum korrekten Anlegen einer FFP2-Maske bietet das Robert Koch-Institut an.

Eine Frau betrachtet in Langenhagen bei Hannover einen Verkaufsartikel durch eine am Einkaufswagen einer Drogeriekette angebrachte Lupe. (picture-alliance/ dpa/Jochen Lübke) (picture-alliance/ dpa/Jochen Lübke)Menschen mit Behinderung fühlen sich im Stich gelassen
Menschen mit Behinderung sind von den Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie oft besonders hart getroffen. Viele können eine FFP2-Maske nicht tragen, weil sie ein eingeschränktes Atemvolumen haben.

Grundsätzlich sind FFP2-Masken für den Einmalgebrauch vorgesehen - vorgesehen waren sie eigentlich für einen Arbeitstag von acht Stunden. Im Privatgebrauch können sie jedoch unter Umständen wiederverwendet werden. Das Bundesinstitut für Arzeimittel und Medizinprodukte hat in Zusammenarbeit mit der FH Münster und der WWU Münster eine Infobroschüre über die Möglichkeiten und Grenzen der eigenverantwortlichen Wiederverwendung von FFP-Masken herausgebracht. So kann man seine Maske bis zu fünfmal je eine Woche lang bei Raumluft trocknen oder sie nach einem Tag Luftrocknung bei 80 Grad im Backofen erhitzen.

Wo kann man FFP2-Masken kaufen und wer erhält Gutscheine?

Der Bund will mehr Menschen aus Risikogruppen schützen. In einem ersten Schritt gab es für diese Gruppe im Dezember bereits drei FFP2-Masken gratis in der Apotheke. Nun soll es in den nächsten Tagen weitere Gutscheine für gut 34 Millionen Bürgerinnen und Bürger geben – und zwar zweimal je sechs Masken mit einem Eigenanteil von zwei Euro pro Gutschein. So sieht es die Coronavirus-Schutzmasken-Verordnung vor.

Ursprünglich sollten lediglich 27 Millionen Menschen die vergünstigen FFP2-Masken erhalten. Ein Abgleich mit Versichertendaten der Krankenkassen ergab dann aber eine höhere Zahl der Berechtigten. Dazu gehören Menschen über 60 Jahre und Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen wie Asthma oder Diabetes, sagt Frank Eickmann, Sprecher des Landesapothekenverbandes Baden-Württemberg. Alle bezugsberechtigten Personen erhielten von ihrer Krankenkasse, unabhängig ob gesetzlich oder privat, Bezugsgutscheine per Post.

FFP2-Masken sind nicht apothekenpflichtig und können auch im Einzelhandel (etwa in der Drogerie oder im Baumarkt) oder online gekauft werden. Die Preise variieren.

Sind neben FFP2 auch Masken mit anderer Kennzeichnung zulässig?

Mund-Nase-Masken der Schutzklasse FFP2 haben in anderen Ländern andere Kennzeichnungen. Als gleichwertig zum FFP2-Standard gelten Masken mit folgenden Kennzeichnungen: 

  • N95 aus den USA oder Kanada
  • P2 aus Australien oder Neuseeland 
  • KN 95 aus China
  • DS aus Japan

Prüfgesellschaften wie die DEKRA empfehlen jedoch dringend, auf eine beiliegende Prüfbescheinigung und die Herstellerangaben zu achten. Sichere Masken seien zudem immer eingeschweißt. 

Quellen: kh, og, Fraunhofer Institut, dpa, BfArM, FH Münster, Bundesgesundheitsministerium, DEKRA

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