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StartseiteSprechstundeWas die Schulmedizin nicht konnte06.01.2015

Schwanger mit AkupunkturWas die Schulmedizin nicht konnte

Angelika Dietrich wollte schwanger werden - doch die Spermien ihres Mann waren zu langsam, so sagten ihr Ärzte. Auch künstliche Befruchtung half nicht. So entschied sie sich für eine Behandlung mit Akupunktur - mit Erfolg.

Von Martin Winkelheide

Akupunkturnadel auf der Stirn einer Frau (imago/stock&people)
Die Akupunkturnadeln sollen bestimmte Körperteile stärken. (imago/stock&people)
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Weiterführende Information

Kleine Nadelstiche - Möglichkeiten und Grenzen der Akupunktur
(Deutschlandfunk, Sprechstunde, 06.01.2015)

"Mein Name ist Angelika Dietrich, und ich komme hier aus Köln, bin 39 und so gute vier Monate jetzt in der Behandlung. Es ist jede Behandlung anders, ich weiß nicht, wo Frau Han heute stechen will."

"Mein Name ist Han und mein Vorname Baolian, und ich bin Heilpraktikerin. Ich praktiziere in Köln am Barbarossaplatz. Vor der Schwangerschaft habe ich sehr viele Punkte genommen für Gebärmutterdurchblutung, für die Blutbildung, für die Nierenstärkung. Jetzt ist sie schwanger. Jetzt kann ich nicht mehr da, wo die Gebärmutter ist, stechen. Das würde eventuell eine Fehlgeburt einleiten. Ich steche jetzt die Punkte, die sie stärken."

"Die normale Schulmedizin hat leider keine Erfolge gebracht. Also, die haben es eher auf meinen Mann geschoben, dass die Spermien nicht schnell genug sind und schnell sterben, und dass wir künstlich mein Ei und die Spermien zusammenführen können. Das haben wir dreimal gemacht, und waren nach der dritten Variante etwas ratlos. Und haben gesagt: Ja, wir versuchen es noch mal, es geht ja endlos weiter, aber ich dachte mir: Da muss doch irgendwie noch was anderes sein."

"Man findet diesen Punkt unterhalb der Kniescheibe, eine Handbreit unterhalb von dieser Kule."

Das sind jetzt zwei Nadeln an den Unterarmen, knapp über der Hand.

"Die sind für den Kreislauf. Damit das Herz kräftig pumpt und genug Blut in der Gebärmutter und im Magen-Darm-Trakt zirkuliert."

Wie viele Nadeln setzen Sie insgesamt?

"Heute, sieben Stück."

"Und dann stöbert man ja so rum, und die Akupunktur kannte ich so ein bisschen und dachte: Das probiere ich auf jeden Fall mal aus."

Schon nach zwei Monaten schwanger

"Und dann habe ich mit der Frau Dietrich eine ausführliche Untersuchung gemacht und dabei festgestellt, dass sie nach der chinesischen Medizin etwas wenig Blut hat - also Blutmangel - und etwas Nierenschwäche. Darauf habe ich dann bei Frau Dietrich die Blutbildung gestärkt - mit Akupunktur und mit Tee, mit Kräutern."

"Ist kein leckerer Tee, auf den man sich freut jeden Tag, morgens und abends. Man setzt ihn selber an für drei Tage, man muss es quellen lassen. Und es stinkt so, wie wenn man Pansen auskocht - also mein Tee - jeder ist ja individuell. Und ich musste zuhause auch immer alle Türen aufreißen, wenn ich den wieder zubereitet habe. Also, es war schon eine Herausforderung. Aber, er tat mir gut."

"Tatsächlich ist sie schon nach, ja, nach zwei Monaten ist sie schwanger gewesen. Die Nadel ist dafür da, den Darm zu optimieren."

Das sind auch zwei Nadeln, rechts und links vom Bauchnabel.

"Das ist, um die Darmtätigkeit zu optimieren. Diese beiden Punkte kann ich auch nicht mehr stechen, wenn das Kind größer wird. Die sind dann nicht mehr geeignet."

Wie lange bleiben die Nadeln drin?

"Die werden noch circa eine halbe Stunde bleiben, und die Patienten entspannen sich und lassen es wirken."

Die Nadeln sind gezogen.

"Die Nadeln sind gezogen, und diese halbe Stunde, die genieße man wirklich extrem, weil diese schöne Musik im Hintergrund ist, und man kann sich mal eine halbe Stunde auf sich konzentrieren, man wird nicht abgelenkt. Ich glaube, ich müsste jetzt nicht mehr kommen, aber ich komme weiter, weil es einfach für mich angenehm ist und mir gut tut."

 

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