Donnerstag, 19.09.2019
 
Seit 22:50 Uhr Sport aktuell
StartseiteGesichter EuropasZwischen Ernstfall und Neutralität14.07.2018

SchwedenZwischen Ernstfall und Neutralität

Im Ostseeraum herrscht Unruhe. Russische Marinemanöver schreckten im Frühjahr das Baltikum auf. Wenige Monate zuvor hatte Schweden seine Streitkräfte zum ersten Mal seit Beginn der 90er-Jahre wieder zu einer großangelegten Übung aus den Kasernen geholt - in enger Absprache und Zusammenarbeit mit der NATO.

Von Gunnar Köhne

Schwedische Soldaten auf Pferden vor dem Königlichen Palast in Stockholm (picture alliance/ dpa/ Jochen Lübke)
Schweden ist nicht Mitglied der NATO (picture alliance/ dpa/ Jochen Lübke)
Mehr zum Thema

Treffen des NATO-Russland-Rats Misstrauen gegen Russland im Baltikum

Russland und das Baltikum Kriegsszenarien und kleiner Grenzverkehr

Russlandbeauftragter Erler "Wir brauchen ein Stoppsignal"

Schweden Ja oder Nej zur NATO-Mitgliedschaft

Konfrontationspunkt Kaliningrad Die Frontlinie des neuen Kalten Krieges

Schweden ist nicht Mitglied des Nordatlantischen Verteidigungsbündnisses. Das neutrale Land blickt jedoch seit der Annexion der Krim durch Russland mit wachsender Sorge auf die russische Außenpolitik. So hat Schweden die Wehrpflicht wieder eingeführt und auf der Insel Gotland wieder Truppen stationiert.

Gunnar Köhne berichtet in fünf Reportagen über ein Land zwischen Neutralität und Ernstfall.

 Schwedische Soldaten bei Visby auf der Insel Gotland (AFP/TT/Soren Andersson) (AFP/TT/Soren Andersson)Die Soldaten sind zurück auf Gotland
Es herrscht Nervosität im Ostseeraum. Russlands Marine und Luftwaffe lassen bei Manövern die Muskeln spielen. Eine aufgeladene Situation für Schweden, das sich zwischen Neutralität und Ernstfall bewegt - zu besichtigen auf der Insel Gotland.

Vor der schwedischen Insel Gotland wird die deutsch-russische Gaspipeline Nord Stream 2 durch die Ostsee verlegt (picture alliance/ dpa/ Itar-Tass/ Ruslan Shamukov) (picture alliance/ dpa/ Itar-Tass/ Ruslan Shamukov)Gerüchteküche am Putin-Kai
Seit der Krim-Annexion blickt Schweden mit Sorge auf die russische Außenpolitik. Käme es zum Konflikt, läge die Insel Gotland mittendrin. Selbst Rohre für die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 wirkten verdächtig, Moskau wies Spionagevorwürfe aber zurück.

 Die schwedische Regierung hat eine Broschüre an alle Haushalte in Schweden verschickt, um die Bevölkerung auf den Fall eines Kriegs oder einer Krise vorzubereiten (AFP / Pontus Lundahl / Swedish Civil Contingencies Agency / Arvid Steen) (AFP / Pontus Lundahl / Swedish Civil Contingencies Agency / Arvid Steen)Weckruf für die Bevölkerung
Batterien für das Radio, Wassertanks für den Keller, das Einmaleins der Sirenenklänge: Die Bevölkerung Schwedens wurde kürzlich mit einer an alle Haushalte verschickten Broschüre auf Kriegsszenarien eingestimmt. Die Sicherheitslage hat sich verändert, heißt es.

 Ein schwedischer Soldat mit schwedischer Flagge (picture alliance/ dpa/ Jochen Luebke) (picture alliance/ dpa/ Jochen Luebke)Ab in die Kaserne
Schweden hat die Wehrpflicht wieder eingeführt. Die Freiwilligenarmee fand nicht mehr ausreichend junge Rekruten. Die Bedrohung aus dem Osten dagegen wächst. Und so legte die rot-grüne Regierung den Schalter wieder um und verschickte Einberufungsbescheide.

 Schwedische Soldaten bei einer Übung (Deutschlandradio/ Gunnar Köhne) (Deutschlandradio/ Gunnar Köhne)Training für geballte Gegenwehr
Lange galt für Schweden: Keine Mehrheit für den NATO-Beitritt. Doch der Wind hat sich gedreht. Schweden hat die Wehrpflicht wieder eingeführt, das Verteidigungsbudget erhöht und übt mit den skandinavischen Nachbarn und NATO-Einheiten den Verteidigungsfall.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk