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StartseiteInformationen am AbendEx-Anwalt Cohen belastet Trump schwer14.12.2018

Schweigegeld-AffäreEx-Anwalt Cohen belastet Trump schwer

Im ersten Interview nach seiner Verurteilung hat sich Donald Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen im TV-Sender ABC geäußert. Die Schweigegeldzahlungen für zwei Frauen, mit denen Trump eine Affäre gehabt haben soll, seien von Trump persönlich angeordnet worden. Der habe gewusst, dass dies rechtswidrig gewesen sei.

Von Thilo Kößler

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Der Anwalt Michael Cohen vertritt US-Präsident Trump (AP Photo / Andrew Harnik)
Michael Cohen, Ex-Anwalt von US-Präsident Donald Trump, hat sich dazu entschlossen auszupacken. Er belastet Trump schwer. (AP Photo / Andrew Harnik)
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Blass, sichtlich angegriffen und die Perspektive von drei Jahren Haft vor Augen: Donald Trumps langjähriger persönlicher Anwalt und einer seiner engsten Vertrauten sieht keinerlei Grund mehr, seinen ehemaligen Chef, den heutigen Präsidenten der Vereinigten Staaten, weiterhin zu schützen. Michael Cohen hat sich dazu entschlossen auszupacken – und er belastet Donald Trump schwer: Die Schweigegeldzahlungen für zwei Frauen, mit denen Trump eine Affäre gehabt haben soll, seien von Trump persönlich angeordnet worden, sagt Michael Cohen.

Mehr noch, Donald Trump habe gewusst, dass diese Zahlungen rechtswidrig gewesen seien, weil sie politisch motiviert waren und dazu beitragen sollten, ihm während seines Wahlkampfs Probleme vom Hals zu halten. Deshalb hat das Gericht diese Zahlungen als illegale Wahlkampffinanzierung eingestuft: Ein Straftatbestand, für den Michael Cohen jetzt büßen muss.

Nichts sei in der Trump-Organisation ohne Wissen des Chefs geschehen, sagt Cohen. Donald Trump streitet jedoch weiterhin alles ab. Zuletzt ließ er via Twitter wissen, er habe Cohen niemals angewiesen, gegen das Gesetz zu verstoßen. Trump lügt, sagt Cohen.

Aufforderung, Trumps Immunität aufzuheben

Mittlerweile wurde bekannt, dass Trump bei den Verhandlungen über die Schweigegeldzahlungen sogar persönlich dabei gewesen sein soll. Diese Zahlungen wurden über den Verleger des Klatschblattes "National Enquirer", David Pecker, abgewickelt. Die Ermittlungen der Staatsanwälte vom Southern District in New York gehen unterdessen weiter – sie sind nicht zu verwechseln mit den Ermittlungen von Robert Mueller in der Russland Affäre. Die New Yorker Staatsanwälte nehmen sich dabei praktisch das gesamte Umfeld des Präsidenten in seinem Firmenkonsortium vor: Verleger Pecker hat mittlerweile die Seiten gewechselt und arbeitet mit den Behörden zusammen. Trumps Finanzchef Alan Weisselberg, der über den gesamten Geldverkehr im Hause Trump Bescheid weiß - auch er packt aus.

Nur Trumps Kinder - Donald Junior, Eric, Ivanka, die allesamt Prokura hatten in Trumps Firmenwelt und deshalb über sämtliche Machenschaften informiert waren – sie kooperieren nicht. Und sind doch längst verschärft im Visier der Ermittler. Dabei fallen die Kinder Trumps nicht unter den Schutz der Immunität, den er als Präsident genießt. Adam Schiff, Abgeordneter der Demokraten und einer der besten Kenner aller Details in diesen facettenreichen Ermittlungen, forderte das Justizministerium auf zu prüfen, ob die Immunität angesichts der Schwere der multiplen Vorwürfe gegen Donald Trump nicht aufgehoben werden sollte. Andernfalls könne Trump der erste Präsident der Vereinigten Staaten werden, der nach Ende seiner Amtszeit direkt vom Weißen Haus ins Gefängnis wandert.

Die Öffentlichkeit nimmt die immer neuen Enthüllungen, die praktisch täglich über sie hereinbrechen, mit erstaunlicher Gelassenheit zur Kenntnis. Zuletzt wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft wegen dubioser Praktiken bei der Vergabe von Eintrittskarten für Trumps Inaugurationsfeier ermittelt. Denny Heck, Demokrat und Mitglied im Untersuchungsausschuss des Repräsentantenhauses, erklärte dieser Tage in einem Interview mit CNN, er halte die Faktenlage für so erdrückend, dass er den Anfang vom Ende der Trump-Administration gekommen sieht.

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