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StartseiteRock et ceteraDrei Farben Schwarz08.11.2020

Schweizer Band The Beauty of GeminaDrei Farben Schwarz

Der Schweizer Michael Sele verzichtet mit seiner Band The Beauty of Gemina gerne auf übliche Song-Strukturen und singt über die traurigen Seiten der menschlichen Existenz. Doch auch wenn die drei Musiker überwiegend Schwarz tragen, beschränkt sich ihre Wirkung nicht auf die Dark Wave-Szene.

Von Fabian Elsäßer

Die Schweizer Band The Beauty of Gemina (Colin Weber)
The Beauty of Gemina sind Bassist Andi Zuber, Schlagzeuger Mac Vinzens und Sänger und Gitarrist Michael Sele (Colin Weber)
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Musik "Wood Song"

Michael Sele: "Melancholie finde ich was Schönes. Es hat viel mit Emotionen zu tun. Und um das geht es bei mir in der Musik. Es hat dunkle Klänge, aber es ist nicht düster. Und das sieht man auch bei Konzerten. Die Leute gehen mit viel Licht nach Hause, und darum kommen die auch immer wieder."

Tausend Kilometer zum Konzert 

Michael Sele: "Das ist, denke ich, auch ein bisschen das Geheimnis von The Beauty of Gemina. Wir haben Fans, die fahren Tausend Kilometer für ein Konzert, und das würden sie ja nicht machen, wenn’s ihnen nachher schlechter gehen würde. Die kommen von überall her. Also wir haben Leute aus Russland, viele aus Deutschland. Irgendwie hat es da so ein Elixier, und viele schreiben mir auch, sie haben so eine Kraft wieder daraus gewonnen für ihr Leben. Das ist für mich natürlich eigentlich das Schönste, das ich als Songschreiber am Schluss als Feedback bekommen kann."

Musik "Maybe God Knows"

Wir wissen ja, dass Musik trösten kann. Aber wie gut das tut, merken wir meistens erst in Momenten der Schwere. Wenn uns Krisen heimsuchen, die an die Grundfesten unseres Seins rühren. Als die Schweizer Band The Beauty of Gemina im Herbst 2020 ihr neuntes Album "Skeleton Dreams" herausbringt, wird das öffentliche und privat Leben weltweit von der Corona-Pandemie eingeschränkt. Und dieses Album ist wie der Seelentröster zur rechten Zeit: nimmt uns mit Mollakkorden in den Arm, öffnet den Klanghorizont in die Weite mit viel Hall und einer sanft-raunenden Stimme.

Überwindung einer persönlichen Krise 

Musik "A night like this" 

"A Night like this" vom im September 2020 erschienenen Album "Skeleton Dreams" der Schweizer Band The Beauty of Gemina. Das Werk ist durch die Überwindung einer persönlichen Krise entstanden ist. Sänger, Gitarrist und Band-Chef Michael Sele musste 2019 ins Krankenhaus, wegen Herzproblemen, die durchaus lebensbedrohlich hätten werden können.

Michael Sele: "Ja, also sagen wir, es war natürlich schon einen Moment lang schwierig, man hat eben lange nicht recht gewusst, was das Problem war. Und dort kam dann so ein Schutzengel, der gesagt hat: so jetzt schaut doch mal noch dorthin, ihr lieben Götter in Weiß. Wenn ich das mal so sagen darf. Und dann kam dann plötzlich zum Glück noch jemand drauf: das ist ja gar nicht die Lunge, die man da immer Auge hat, sondern es ist das Herz! Und dann ging es im Eilzug an die richtigen Orte und von daher ging es dann auch aufwärts. Wenn das nicht passiert wäre, dann wäre das nicht mehr lange gut gegangen. Ich habe mich dann dafür entschieden, ich werde das auch kommunizieren. Es ist ein Teil von mir und meinem Leben und das muss ich nicht verstecken, und das hat ja, ich denke schon noch mal so eine gewisse Ebene reingebracht, vielleicht in die Songs. Und das passt gut."

Songs über das Lebensende 

Musik "Naked" 

Einer der Schlüsselsongs des Albums, die auf dieser erwähnten Ebene spielen, ist "Naked".

Michael Sele: "Unbewaffnet, dieses Nacktsein, ausgeliefert sein, das war natürlich eine starke Emotion auch in meinem Leben und in diesen Zeiten. Dann "Friends Of Mine", dieses Lied so quasi am Schluss des Weges mit der großen Frage: wer wird am Schluss noch da sein, was wird von Dir noch da sein, an was wird man sich erinnern. Diese Themen."

Musik "Friends of mine" 

Das Album "Skeletons Dreams" ist inhaltlich wohl das bisher persönlichste und auch intensivste von The Beauty of Gemina. Aber auch musikalisch markiert es in seiner Reduziertheit eine weitere Entwicklungsstufe dieses Projekts, das Michael Sele Mitte der Nuller Jahre gegründet hat. Davor hatte er einige Jahre als Produzent und Gitarrist für andere gearbeitet, hatte erste Erfolge mit der Band Nuuk, bis er dann spürte, dass die Luft ein bisschen draußen und die Zeit reif war, selbst ans Mikrofon zu gehen und zu singen. Das Debütalbum "Diary of a lost" erschien 2007, und schon das erste Stück darauf machte die Band bekannt und gehört bis heute zum festen Konzertrepertoire. "Suicide Landscape" bezog sich auf eine Statistik, die zeigte, dass die Zahl der Selbsttötungen in der Schweiz damals im internationalen Vergleich recht hoch war.

Ist das nicht der Suizid-Sänger?

Michael Sele: "Ich denke generell hat man von jedem Land gewisse Stereotypen, und wenn man dann die Schweiz denkt, denkt man wahrscheinlich nicht als Erstes daran, dass da eine hohe Selbstmordrate ist oder generell psychische Krankheiten. Das ist natürlich wahrscheinlich generell ein bisschen ein Phänomen in der westlichen Welt. Aber ich sage mal, es hat mich dann schon auch fasziniert. Wieso in der Schweiz, wo doch eigentlich der Lebensstandard, wo quasi alles so wunderbar sein müsste."

Musik "Suicide Landscape" 

Der Überraschungserfolg von "Suicide Landscape" hatte allerdings auch eine Schattenseite.

Michael Sele: "Es war natürlich auch ein griffiges Thema. Das hat zumindest einen Zeitgeist getroffen. Ehrlich gesagt, für mich war der Song einerseits ein Riesenglück, weil der hat wirklich dann in der Szene ein bisschen gegriffen, die DJs haben den Song gespielt. Das hatte ich gar nicht so auf dem Schirm eigentlich. Und das Thema mit diesem Suizid damals, das war vor allem aus der Schweiz Perspektive interessant, weil wir ja wirklich sehr hohe, hohe Raten hatten und haben. Aber das ist auch Negative, daran, über Jahre. Immer wieder hat es dann geheißen, dass ich es doch der Sänger, der immer über Selbstmord singt. Dabei war es eigentlich ein einziges Stück."

Teil einer Szene, und doch nicht ganz 

Die Szene, von der Sele spricht, kennt man als Dark Wave, und sie ist gar nicht so leicht zu fassen. Ihre Fans tragen überwiegend schwarz, mögen Moll-Tonarten, treffen sich in Deutschland auf einschlägigen Festivals wie dem Amphi oder dem Mera Luna, doch das musikalische Spektrum ist recht breit: es reicht von Gitarren-Wave-Bands wie The Cure bis hin zu Elektro-Musik mit eisiger Akustik. Beides findet sich in der Musik von The Beauty of Gemina - je nach Album und Erscheinungsjahr allerdings in unterschiedlicher Gewichtung. Und auch wenn seine Band im Dark Wave mit offenen Armen empfangen wurde, und er sich darin wohl fühlt, sieht Sele sich in dieser Szene dennoch als Exot, trotz der schwarzen Kleidung, die er und seine Mitstreiter fast immer tragen.

Michael Sele: "Wir erfüllen natürlich gewisse Klischees überhaupt nicht. Also wir sind weder geschminkt oder irgendwie speziell verkleidet. Es sind auch viele Musiker auf der Bühne, wir spielen die Instrumente, es hat nicht so viel, sagen wir, live Computer und Playback, wie sie bei vielen Bands in in der Szene drin sind. Natürlich habe ich keine Berührungsängste. Da kommt man auch mal ein County, oder ein Americana- Einfluss. Ich habe Sachen gemacht, immer mehr diese bluesigen Elemente, wo eigentlich viele sagen, das geht ja überhaupt nicht. Musik ist so ein wertvolles Gut. Und ich finde, das war inspirierend, solche Sachen zu machen. Obwohl ich weiß natürlich, gewisse Fans der ersten Stunde, die habe ich dann auch teilweise verloren. Das war klar. Aber dafür sind neue Hörer dazugekommen. Und interessant für mich waren dann zum Beispiel die ersten Konzerte in Südamerika, in Mexiko. Diese swingigen Sachen, die sind dort unglaublich gut angekommen. Das hat mir dann auch gezeigt, es geht eben um viel mehr wie nur Image oder was darf man und was darf man nicht."

Goth-DJs sterben einsam

Einmal hat Sele sie sogar regelrecht parodiert, diese Dark Wave-Szene, im Song "The lonesome death of a goth DJ". Da kehrt das große Feixen ein ins Reich der Düsternis.

Musik "Lonesome Death Of A Goth DJ"

Michael Sele: "Das war für mich schon auch ein Statement. Es hat immer geheißen, ja diese Szene, das ist auch ein bisschen Independent, da gibt es ein großes Sammelsurium von experimentellen Sachen. Und ich habe gemerkt, irgendwo spielen die DJ’s immer nur das gleiche, egal wo ich bin. Also so wahnsinnig progressiv scheint mir das auch nicht zu sein. Da habe ich den Song gemacht. Es war auch wirklich mit Augenzwinkern gemeint, und viele haben es glaube ich auch so verstanden."

Sagt Michael Sele über den Song "Lonesome Death of a Goth DJ", seinen ironischen Seitenhieb auf die Dark Wave-Szene, in der seine Band The Beauty of Gemina zuhause ist, aber eben nicht nur.

Zwiespältiges zweites Album 

Das Debüt "Diary of a lost" von 2006 und das zweite Album "A Stranger to tears" von 2008, auf dem auch der erwähnte "Goth-Dj"-Song ist, klingen beide noch deutlich nach Industrial-Einflüssen. Gerade dieses zweite Album sieht Sele heute etwas zwiespältig:

Michael Sele: "Im Rückblick denke ich manchmal, das ist musikalisch gesehen viel zu schwer, einfach schwere Songs, Arrangement-technisch auch, viele Spuren. Das war, ich glaube, das Ausloten. Wieviel geht, und wann wird es irgendwie nicht besser. Und ab dann kam dann so die schrittweise Reduktion."

Musik "Into black"

Die Musik von Michael Sele und seiner Band The Beauty of Gemina hat mehrere Einflüsse. Da ist zum einen die Landschaft, aus der er stammt, etwa eine Stunde von Zürich entfernt, im Voralpenland, Kanton Sankt Gallen.

Michael Sele: "Also wenn ich aus dem Fenster schaue, da habe ich schon den Zweieinhalbtausender vor mir. Es war dieses Rheintal oder vom Bodensee. Beginnt das dann Richtung Chur, Graubünden.

Sehnsucht nach der See 

Michael Sele: "Da ist der Rhein, da gab es immer wieder Überschwemmungen, da gab es Hungersnöte, das merkt man. Es war nicht immer nur die goldenste Seite sage ich mal so, und das spürt man manchmal. Es sind erdige Menschen. Es wird sehr direkt gesprochen. Es geht manchmal nicht ganz so zimperlich zu. Also das ist schon, das hat mich auch geprägt. Das ist schon so."

Die Natureindrücke und das Raumgefühl dieser eher engen Täler weckten in ihm Sehnsucht nach Weite.

Michael Sele: "Der Norden, England, oder auch der Norden von Deutschland, diese Weiten, eine Sehnsucht. Und das denke ich, ist auch in der Musik. Es hat ja viel Sphäre drin. Das habe ich immer auch gesucht. Generell ist das Wasser für mich das stärkste Element, auch in mir drin."

Ein anderer Einfluss: Literatur.

Michael Sele: "Wo ich wirklich Fan war, ist natürlich Thomas Mann. Das ist jetzt leider kein Schweizer. Aber er hat ja seinen berühmten "Zauberberg" in Davos angesiedelt. Das ist direkt bei mir vor der Haustüre. Und Hesse hat doch viel geschrieben, oder? In seinen Reisen im Tessin, in der Schweiz. Also, ich finde generell Literatur etwas sehr spannendes, Bücher zu lesen, habe manchmal ein bisschen zu wenig Zeit, und das war für mich dann auch schön, eben den Schritt zu wagen, selber Songs zu schreiben. Und eben auch Texte."

Die unglaublichen Schätze der Klassik heben

Die Besetzung von The Beauty of Gemina hat sich über die Jahre öfter verändert, immer der aktuellen akustischen Wunschvorstellung von Bandchef Michael Sele folgend. Er spielt inzwischen viele Instrumente selbst, meistens aber Gitarre. Ein Instrument der Rebellion gegen musikalische Frühprägung war sie aber für ihn nie. Denn zunächst lernte er klassische Gitarre, dann Orgel.

Michael Sele: "Ja, aber ich muss sagen, ich habe das wahnsinnig genossen. Das ist übrigens bis heute so. Wie kann man das alles ausblenden? Ich meine diese unglaubliche Schätze in der klassischen Musik. Oder ich mein Bach nur als Beispiel oder mein Glenn Gould. Das finde ich ein Wahnsinn. Ich finde es auch schade, wenn man Jimi Hendrix nie gehört hat oder Led Zeppelin. Aber ich finde es genauso schlimm, wenn man nicht mal eine Puccini-Oper sich antut oder auch Wagner. Und es gibt da so wahnsinnige Sachen. Und das liebe ich bis heute, also auch diese Musik ab und zu zuspielen, wieder mal die die Skills zu behalten, sich an einer Bach-Suite auszutoben, nicht für die Bühne, auch für mich, fürs Herz, für die Seele."

Auch das hat Einfluss auf seine Musik, zumal er sich inzwischen noch ein bisschen Cello beigebracht hat.

Bitte nicht verwechseln: Melancholie und Tristesse

Dark Wave hin oder her – in den meisten Texten, die andere über The Beauty of Gemina schreiben, fällt früher oder später unweigerlich das Wort: "melancholisch".

Michael Sele: "Das stört mich eigentlich gar nicht, weil ich finde das ja grundsätzlich noch ein schönes Gefühl. Was ich heikel finde: wenn man es dann verwechselt mit Tristesse, aber das, finde ich, ist etwas anderes. Es hat dunkle Klänge, aber es ist nicht düster. Und das sieht man auch bei Konzerten. Die Leute gehen mit viel Licht nach Hause, und darum kommen die auch immer wieder. Und das das sind dann teilweise ebenso Vorurteile. Da kämpft man natürlich lange dagegen, aber das ist manchmal halbwegs so in den Köpfen. Dann sehen die auch mal schwarze Kleider auf der Bühne oder so, als müssten deshalb alle traurig sein. Aber das hat bei mir einen anderen Zugang und insofern Melancholie, finde ich was Schönes. Es hat viel mit Emotionen zu tun. Melancholie, aber sehr viel Zuversicht. Lebensbejahung, um das geht es mir."

Einer der Songs, die diese zuversichtliche Seite der Musik gut vermittelt, ist "Rumours" aus dem Jahr 2010. Auf dem dazugehörigen Album "At the end of the sea", dem dritten von The Beauty of Gemina, bekamen die Gitarren erstmals einen größeren Stellenwert. Und Rumours ist bis heute der meistgespielte Song in der Konzertgeschichte der Band.

Musik "Rumours"

Das Licht, dass die Musik von The Beauty of Gemina ausstrahlen kann, in Songs dem eben gehörten "Rumours", hat ihren Schöpfer weit gebracht, vor allem im geographischen Sinne. Manchmal staunt Michael Sele selbst darüber.

Michael Sele: "Ja, natürlich. Also ich sehe es immer noch als großes Privileg. Ich meine die Reisen. Ich war nie so ein großer Reisevogel, ich muss ich ganz ehrlich sagen ich war, schon über 20, wo ich das erste Mal nach London gereist bin. Und mittlerweile habe ich über 20 Länder bereist, mit Beauty of Gemina und war in Mexiko, Südamerika, in vielen Ländern, Russland, Polen. Und das ist auch ein riesiges Geschenk. Ich meine die Leute, die man dort trifft, diese Begegnungen, die man hat, dieses auch unterwegs sein. Ich habe immer noch den Hunger und die Lust, gerade jetzt mit dem neuesten Werk. Ich empfinde vieles als ganz neu. Dieses Privileg, immer noch auf dieser Reise zu sein, da habe ich eine gewisse Art von Demut oder Respekt auch davor."

Im Zweifelsfall einfach ein paar Spuren weglassen

Auf dieser Reise, wie er es nennt, hat Sele vieles verändert. Seinen Gitarrensound, den er am liebsten mit dickbauchigen Gretsch oder Gibson-ES-Instrumenten erzielt, und seine Gesangsstimme, mit der er sich inzwischen sehr wohl fühlt. Den akustischen Pomp der Frühzeit hat er abgespeckt, die Ideen und Songfragmente sammelt er inzwischen auf dem Smartphone, bis er sie in seinem eigenen Studio richtig ausarbeitet. Auch das ist einer der Gründe für die klangliche Transparenz, die das 2020er-Album "Skeleton Dreams" so prägt.  

Michael Sele: "Ich habe dieses Album das erste Mal auch selber gemastert. Also, ich hab s abgemischt, aufgenommen, und auch noch selber gemacht. Das war so die ganze Kette. Und vielleicht hat es auch noch ein bisschen damit zu tun. Ich hatte bis zum Schluss wirklich die Kontrolle. Gerade beim Mastering am Schluss  kann ja oft noch was in eine ganz andere Richtung gemacht werden. Ein Schlüssel war sicher auch: es hat einfach nicht so wahnsinnig viele Spuren drauf. Das Ziel war, nur das aufzunehmen, was der Song wirklich braucht und nicht noch einmal fünf Streicher und nochmal eine Percussion und nochmal drei Gitarren, sondern reduzieren war am wichtigsten. Und das hat dadurch sehr viel Raum für alles. Bei der Stimme musste ich nicht wahnsinnige komprimieren und draufdrücken, sondern die hatte einfach den Platz. Das ist wahrscheinlich so ein Zusammenspiel von all diesen Dingen."

Applaus für den Diät-Koch

Die Zäsur seiner Herz-Operation im Jahr 2019 mit anschließendem Reha-Aufenthalt hat bei Michael Sele offenbar zusätzliche kreative Energie freigesetzt. Während der Reha hatte er außerdem eine Begegnung, die ihm die Zuneigung seiner Fans besonders deutlich vor Augen führte. 

Michael Sele: "Da kam plötzlich einer der Köche. Das war ein riesiger Fan, der Diätkoch. Der war komplett aus dem Häuschen, was ich hier machen würde. Er habe ja alle Tickets gekauft. Und ich so: jetzt soll er halt gut kochen, dann könnte ich irgendwann auch wieder singen. Das war so eine schöne Begebenheit und ein halbes Jahr später erzählte ich im Konzert diese Geschichte. Und plötzlich höre ich ganz laut jemanden rufen: ich bin dann hier. Dann ging das Licht an, und der stand auf, das war der Koch von dieser Klinik und hat einen Riesenapplaus bekommen. Und das war so ein schöner Moment, auch für ihn. Der hat geweint. Der war komplett aus dem Häuschen, und ich denke, das ist eben die Schönheit von The Beauty of Gemina. Es sind viele Emotionen drin. Diese Wertigkeit, darum geht es ja am Schluss."

Musik "The River" 

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