Donnerstag, 18.07.2019
 
Seit 09:10 Uhr Europa heute
StartseiteSport AktuellBrisante Treffen mit FIFA-Chef Infantino17.04.2019

Schweizer JustizBrisante Treffen mit FIFA-Chef Infantino

Zu viel vertraute Nähe zur FIFA? Die Bundesanwaltschaft der Schweiz ermittelt seit 2015 rund um den Fußball-Weltverband. Der oberste Strafermittler, Michael Lauber, könnte aber jetzt über seine womöglich allzu diskrete Verbindung mit FIFA-Boss Infantino stürzen.

Von Thomas Kistner

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Foto vom oberste Strafermittler der Schweiz, Michael Lauber, bei einer Pressekonferenz durch zwei Journalisten hindurch (picture alliance / dpa / Marcel Bier)
Wie nah steht der oberste Strafermittler der Schweiz, Michael Lauber, FIFA-Chef Gianni Infantino? (picture alliance / dpa / Marcel Bier)
Mehr zum Thema

FIFA und die Justiz Wie Fußball-Verfahren in der Schweiz enden

SZ-Redakteur Kistner "Massiver Verdacht" auf Korruption bei FIFA-Chef Infantino

FIFA-Skandal Tauziehen hinter den Kulissen

FIFA Ermittlungen gegen Ex-Funktionäre

FIFA-Skandal Geldwäsche-Verdacht in 53 Fällen

Das Aufsichtsorgan der Berner Bundesanwaltschaft hat eine Voruntersuchung eingeleitet. Bis Anfang Mai wird abgeklärt, ob diese in ein Disziplinarverfahren gegen den Behördenchef münden muss.

Hintergrund der Vorabklärungen gegen Lauber ist ein obskures Treffen von Vertretern der Bundesanwaltschaft mit Infantino im Juni 2017. Die Beteiligten hatten dieses Meeting vehement bestritten, teilweise gaben sie sogar Erinnerungslücken an. Die Bundesanwaltschaft hatte das Treffen gegenüber einem Walliser Sonderermittler in der Fifa-Justizaffäre sogar erst auf Nachfrage sowie auf Vorhalt einer verräterischen E-Mail eingeräumt.

Verheimlichte Lauber ein Treffen mit Infantino?

Der Verdacht ist, dass die Bundesanwaltschaft ihr eigenes Aufsichtsorgan nicht über dieses insgesamt dritte Treffen Laubers mit Infantino informiert hat, und dass Lauber dies sogar geleugnet haben könnte. Laut Mitteilung des Aufsichtsgremiums der Berner Bundesanwaltschaft wurde der Bundesanwalt im Zuge einer seit Herbst 2018 laufenden Untersuchung zu seinen ersten beiden Treffen mit Infantino im Frühjahr 2016 befragt. Und dabei, so teilt ein Sprecher mit, habe Lauber erklärt, dass es "zu keinen weiteren Treffen mit Vertretern der FIFA oder UEFA" auf der Chefetage gekommen sei.

Die Bundesanwaltschaft  beantwortet konkrete Fragen zum dritten Treffen 2017 äußerst ausweichend: Es gäbe Hinweise, die "auf ein weiteres Treffen" Laubers mit Infantino im Juni 2017 schließen ließen. Demnach war das Meeting also behördenintern nicht exakt terminiert. Hätte es privaten Charakter gehabt, wäre das fatal. Zu der Zeit hatte die Behörde noch ein Fußball-Verfahren offen, das Infantino selbst tangierte.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk