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StartseiteSonntagsspaziergangSechs Bilder, sechs Personen08.11.2009

Sechs Bilder, sechs Personen

Ein Grenzspaziergang von Probstzella nach Lauenstein

Die Geschichte beginnt und endet in Probstzella: ein Ort, der nie schuldig war, der seine Unschuld durch die DDR verlor und heute Ausgangspunkt ist, für eine Wanderung durch die Vergangenheit, durch die Gegenwart, in die Zukunft. Eine Geschichtswanderung in sechs Bildern, mit sechs Personen.

Von Jürgen Schiller

Burg Lauenstein (Regionalverbund Thüringer Wald Frankenwald)
Burg Lauenstein (Regionalverbund Thüringer Wald Frankenwald)

Bild 1 - eine Erinnerung

"Also, wenn man das hier so sieht, wie gewaltig das aussieht. Und da komme ich mit meinen 19 Jahren damals hier zur Tür rein, da stehen die Grenzer mit ihren Maschinengewehren und ich Klein Elfrun ruf dann rüber: Eh, Gerd, oder wie sie damals so hießen, füttert mal meine Karnickel. Und da haben die da mit ihren Küchenabfällen, denn ihre Baracke war bei mir gegenüber, da haben die mit ihren Küchenabfällen meine Karnickel gefüttert. Und als Dank dafür habe ich denen dann immer mal einen Grog gemacht im Winter oder was Alkoholisches hingestellt. Und damit sie es holen konnten und wussten, da steht was, bin ich hintern Zaun gelaufen, hab an der Leine gezogen, die war eigentlich gedacht als Stolperstrecke für die Leute, die nach den Westen abhauen wollten, hab ich gezogen. Da knallte es und die wussten: Da steht etwas zum Trinken. Und dann haben sie es sich geholt."

Elfrun Josinger ist Anwältin. Elfrun Josinger ist in Probstzella geboren, macht verschiedene Ausbildungen, ist damals - wie sie sagt - marxistisch-leninistisch orientiert, arbeitet bei der Notenbank in der Grenzübergangsstelle, sieht und hört nichts: Schüsse, Verhaftungen, Schikanen - registriert alles. Zum ersten Mal ist sie wieder hier, ihre Körpersprache signalisiert höchste Anspannung, Betroffenheit.

Amnesie
(Robert Gernhardt)

Vieles wird undeutlich mit den Jahren.
Manches ununterscheidbar.
Die habe ich geliebt? Den gehasst?
Oder vice versa?
Ja, das war's wohl. Mehr ist nicht zu sagen.
Sonst noch Antworten?


Die Antworten gibt der Bahnhof; die Halle geschlossen; ein großes Plakat: "DB Mobility, Networks, Logistics". Grundbesitzer sucht Interessierte. Vier Bäume auf dem Vorplatz. Die Bushaltestelle als Provisorium auf ausgedienter Felge. Das Haus gegenüber: Backstein, verschlissen, drei traurige Blumenkästen, ein Schild: Zimmer frei. Wo das gewaltige, unheimliche Gebäude der Grenzübergangsstelle stand mit dem Schicksal aus Stasi, Partei, Gehorsam, Schikane und Fatalismus, ist heute eine besondere blühende Landschaft: Wildnis vor vergammeltem Restgebäude.

"Also es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, wenn plötzlich ein Bau, in dem man quasi ein Leben verbracht hat, einen wichtigen Zeitabschnitt verbracht hat, wenn der plötzlich nicht mehr ist. Das ist ganz komisch. Aber das bettet sich ja ein in das ganze Probstzella; das ist alles tot, die Häuser, die sie da sehen, das waren begehrte Wohnungen in den Eisenbahnerhäusern. Ja, jetzt ist es tot. Jetzt wohnen Assis drin und das eigentlich, das muss ich sagen, das ist für mich ein Beleg dafür, dass dieser Ort stirbt. Das ist der langsame Tod von Probstzella für mich."

Zwei Bahnsteige, fünf Schienenstränge, ein Bild der Langeweile. Züge nach Lichtenfels, Saalfeld, Großheringen - das ist die Welt von Probstzella - der ICE düst durch. Leben ohne Haltestelle.

"Also das kann ich eigentlich so sagen. Das ganze Leben fährt hier vorbei, finde ich. Wie kann man aus einem pulsierenden Ort so eine tote Wüste machen aus meiner Sicht. Wenn man hier steht, schauen sie doch mal, um diese Zeit - es ist tot und das Leben braust wirklich hier vorbei - so sehe ich das"

Bild 2 - die Hoffnung

Der Weg geht nach oben, vorbei an der Loquitz, ein Flüsschen, das ein wunderschönes Tal bildet, eng, 200 Meter hohe Berge, grüne Auenwiesen. Wir wandern auf Geschichte, Erdgeschichte als Schiefer, Gegenwart als "Kolonnenpfad", Platte für die Fahrzeuge der Grenztruppen. Tief Luft holen. Überall ist sie, die Vergangenheit und Gegenwart.

Marko Wolfram ist Bürgermeister von Probstzella, groß, schwergewichtig, dunkelhaarig, runde Brille, nachdenkliches, spitzbübisches Lachen. Hier oben auf dem Hopfberg ist das Grüne Band klar zu erkennen, schlängelt sich Birkenhellgrün zwischen Fichtendunkel; heute ein kostbares Biotop. Von hier oben der Blick klar und ungetrübt auf das Städtchen, hier oben klar und deutlich die Probleme

"Ich sehe eher, dass sich Probstzella in Richtung Tourismus bewegen sollte und muss, weil die wirtschaftliche Entwicklung, die Ansiedlung großer Industriebetriebe, ist eher unwahrscheinlich hier in der Region. Also eine Region, wo sich die Leute wohlfühlen und auch die Gäste wohlfühlen - das ist die Vision sozusagen."

Der Grenzturm auf dem Hopfberg ist solch ein Objekt touristischer Begierde: Mahnmal, Erinnerung, Hoffnung. Ein weißer Betonklotz, schmale Fensternischen, wie Schießscharten, größere Beobachtungsausschnitte in der Mitte, oben eine durchgehende Fensterfront.

"Hier läuft dann ein Film von dem Roman Grafe oder Ausschnitte. Hier dann ein Bett - besonders schön finde ich ja die Bettwäsche, finde ich so besonders DDR-typisch."

"Ja, weiß-blau-kariert."

"Hier haben nun die Grenzer im Dienst ihre Zeit verbracht."

"Grenzgruppengrau hängt da auch noch."

"Ja das ist so extra hingehängt, dass man sieht, ah, hier an den Nagel gehängt: die Uniform … und dann abmarschiert. Hier noch mal so ein kleiner Schreibtisch. Das Telefon ist übrigens aus der GÜST, noch nagelneu - aber es geht nicht"

"Und das da, geht das? Kurbeln sie doch einfach mal."

"Das ist so ein Funktelefon, so ein Feldtelefon, muss man aufziehen - aber: Es ist ja an der Gegenstelle niemand da."

Die Gegenstelle ist Vergangenheit. Die Beobachtung vom Turm gilt nur noch der neuen Natur, die sich als grünes Band gebildet hat. Ein Stück Hoffnung.

"Bei den Älteren ruft es Erinnerung hervor, die sagen sich: Ja überlegt doch mal, was wir alles mitgemacht haben und in was für einer Freiheit wir heute leben im Vergleich dazu, und für die Jüngeren, die sich gar kein so richtiges Bild machen können, die sagen: Ja Geschichte, das ist so wie Dreißigjähriger Krieg. Aber wenn man dann tatsächlich noch mal so ein Gebäude wie den Grenzturm hier sieht, die Fotos, wie es hier mal ausgeschaut hat, dann denke ich schon, dass man sich anders hineinversetzen kann in die Situation damals."

Bild 3 - die Natur

Eine merkwürdige Szene unterhalb der Thüringer Warte. Ein Mann geht durch den Wald. Der Mann zählt seine Schritte. Der Mann ist Martin Weber, ehemals bayerischer Grenzer.

"43 Schritte ungefähr bis zum Zaun. Von der Grenze bis zum Zaun sind also 43 Schritte, 35 Meter etwa. In diesem Bereich, wir gehen noch ein paar Meter weiter, wo wir jetzt laufen, das war der geeggte Kontrollstreifen - und hier dann ist der Kolonnenweg, der Plattenweg gewesen. Diese Schneise hier rauf, das war Zaun, Kolonnenweg, Plattenweg und weiter oben, wo das Gelände fast etwas eben ist, waren noch Sperrgräben angelegt, tiefe Gräben, die mit Betonplatten ausgelegt waren, damit man nicht mit einem Pkw oder Lkw die Grenze überqueren konnte, also nicht durch die Zäune durchbrechen konnte. Das war schon sehr intensiv ausgebaut und über Jahrzehnte hinweg hat sich das vervollkommnet."

Auch hier hat die Natur ganze Arbeit geleistet: ein kleinteiliges Mosaik aus extensiv genutzten Wiesen, Altgrasfluren, Äckern und Fichtenwäldern, Borstgrasrasen, Nasswiesen und Flachmooren. Eine Wanderung heute ist ein Spaziergang durch die Erdgeschichte.
"Ja hier, also im Schiefergebirge, also hier ist ja die Geologie pur vorhanden. Wir haben sehr alte Schieferbrüche, wir haben hier die größten Schieferbrüche des Kontinents gehabt. Gehabt muss man sagen. Leider ist jetzt im Januar 2009 der letzte große Schieferbruch, der Örtelsbruch, zugemacht worden - für Dach- und Wandschiefer. Wanderungen hier sind Wanderungen in die Erdgeschichte. Sie können über Jahrmillionen hinwegwandern und haben die verschiedensten Formationen, verschiedensten Gesteine, Mineraliensammler, Fossiliensammler kommen hier auf ihre Kosten - also das Gebiet ist unwahrscheinlich reich an geologischen Schätzen."

Unterhalb der Thüringer Warte, Balsam für die Seele. Die Bergkuppen und Hügel von Thüringen: rostbraune Wiesenvögelchen, Neuntöter, Baumweißlinge auf Acker-Witwenblume, Heidelerchen und seltene Pflanzen, wie: Rotschwingel, Perücken-Flockenblume, Berg-Platterbse. Auf wunderschöner Bergwiese ein Wildkräutermeer. Eine Bank, erste und einzige Reihe mit Blick auf ein Baudenkmal der besonders schönen Art aus dem 12. Jahrhundert, die Burg Lauenstein.

Bild 4 - die Kunst

Unterhalb der Thüringer Warte und oberhalb von Lauenstein, die einsame Bank. Treffpunkt mit Matthias Fanck, Designer und Ausstellungsmacher. Das Haus des Volkes in Probstzella ist stolz auf seine Ausstellung über das Grüne Band. Seine Beziehung zu diesem Naturwunder war Liebe auf den ersten Blick.

"Die kommt einmal aus der Ornithologie, ich bin Ornithologe, natürlich hobbymäßig, amateurmäßig würde ich lieber sagen, weil dann das Wort amare drin vorkommt, also lieben. Also einmal von der Ornithologie und dann aber einfach auch so aus dem Gefühl, man musste etwas für diesen Streifen tun, der direkt nach der Grenzöffnung bei den meisten Leuten überhaupt keinen Wert hatte. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass das irgendetwas ist, was es zu erhalten gilt. Und da hat mich dann ein guter Freund, Kai Frobel, der das Grüne Band eigentlich erfunden hat, das erste Mal mitgenommen an die Grenze. Wir haben damals eine denkwürdige Reise gemacht, sind vom Dreiländereck, also tschechische Grenze, bis an die Ostsee hochgefahren mit meinem alten Campingbus, eine Woche oder zehn Tage waren wir unterwegs, und da habe ich mich einfach hoffnungslos verliebt in dieses Band"

Und diese Liebe wächst und wächst. Sein Engagement ist beachtlich auch im kulturellen Bereich. Eine Kulturlandschaft leider noch mit eingeschränkten Möglichkeiten. In der Literatur, im Film taucht die Gegend nicht auf. Vielleicht ist Fancks Familiengeschichte ein Motor. Der Großvater, Arnold Fanck, war einer der berühmtesten Bergfilmer. Enkel Matthias verwaltet das filmische Erbe, veröffentlicht DVDs. Die Hoffnung bleibt auf den Film dieser Gegend, das Bild oder den Roman. Immerhin bringt diese Landschaft seine Seele ins Schwingen, schafft Nachdenklichkeit.

"Das hat so etwas von Friedlichkeit, von Heimat natürlich. Es ist gerade diese Kombination von Vergangenheit und Zukunft, die mich so fasziniert hat, von Anfang an. Diese Landschaft, sie ist wanderbar, im besten Sinne des Wortes. Es gibt ganz, ganz viele wunderbar eingerichtete Wanderwege - das könnte eine Botschaft sein. Und natürlich diese unglaubliche Tatsache, dass diese ehemalige Grenze, dieser Todesstreifen, zur Lebenslinie geworden ist. "

Bild 5 - die Burg

"Wir stehen also im inneren Bereich der Burg Lauenstein, sozusagen im inneren Zwinger, haben vor uns das herrschaftliche Wohngebäude, bestehend aus dem Orlamünder Flügel mit einer Substanz aus dem 12. Jahrhundert und dem etwas jüngeren Thüna Flügel, einem hübschen Schlossbau aus der Renaissance, errichtet um 1550 durch die Ritter von Thüna."

Der Mann weiß alles über die Burg, der Mann kommt in Fahrt, der Mann ist Kastellan, ein Mann für alle Fälle: Museumsbetreuer, Liegenschaftsbetreuer, Verwalter, der Mann ist Henrik Henniger.

"Ich würde an dieser Stelle den Thüna Flügel hervorheben, da dieser als namhafter Vertreter der mittelalterlichen Hochrenaissance gilt, man kann eine nette symmetrische Fassadengliederung erkennen, ja und diagonal angestellte Türme, die geben dem Gebäude einen ganz besonderen Reiz"

Wir haben verstanden: eine Burg, wie aus dem Bilderbuch. Der Eingangsspruch als Wegweiser: "Dies Schloss, einst eine feste Burg erbaut in Kriegsgefahr, fortan als Denkmal deutscher Kunst. Mag Gott sie uns bewahren". Henniger lässt keine Ruhe, die Burg muss erobert werden - also hinein in wunderbare Geschichte und wunderbare Geschichten. Eine Burg im Zeitraffer.

"Dann befinden wir uns hier im Orlamünder Saal, das ist mit der älteste Teil der Burg Lauenstein, ursprünglich war der Raum etwas schlichter gehalten als heute, mit Lehmboden und Holzbohlendecke, heute ausgestattet mit einem zweischiffigen Kreuzgratgewölbe. Die Gewölbeform ist bemalt mit einer Arkantusranke auf einem tiefblauen Grund - also dieser Raum beinhaltet, birgt in sich eine ganz besonders individuelles Flair, eine belebende Wirkung geht von diesem Raum mit Sicherheit aus. Darunter eine Daumenschraube, das sind mehrere Metallplättchen, die man anheben kann, die Daumen werden zwischen die Plättchen gesteckt, in der Mitte befindet sich eine Gewindespindel mit einer größeren Flügelmutter, diese wird dann von Befragung zu Befragung einige Gewindegänge angezogen, die Daumen werden gequetscht, es wird ein höllischer Schmerz erzielt und über diese Maßnahme ist sicherlich jedes Geständnis herbeizuführen. Diese Sprichwörter, die wir heute gebrauchen, die haben in der Regel einen tiefsinnigen Hintergrund, sind abzuleiten von Verfahrensweisen, Angewohnheiten der früheren Epoche. Je höher die Verschuldung war, um so tiefer wurde man in diese Tafel mit Kreide eingeschrieben. Und bei einer hohen Schuld stand man somit tief in der Kreide."

Bild 6 - ein Bauhausjuwel

Wieder in Probstzella. Keine Sehnsucht nach einer Rätselhaftigkeit, die die Stadt nie hatte, nie haben wird. Das Städtchen versucht sich, in dieser Welt anzusiedeln. Ein langer Straßenschlauch, Schiefer, Backstein. Öde, tot. Die Ortsmitte etwas heller, freundlicher: Zwei Einwohner grüßen freundlich, blicken neugierig auf das Fabelwesen Besucher.

Über all der grauen Schieferödnis dann ein roter Stahlbetonbau, sechs Geschosse, schwarzes Walmdach, ein Anbau mit Restaurant, Terrasse und Kaffeepavillon, große Fensterfronten, helle Farben. Eine klassische Architekturformel der Vergangenheit: weiße Putzfassaden, klare Geometrie, Flachdach, offener Grundriss, Vorhangfassaden aus Stahl und Glas - fertig ist das Bauhaus. Hier blüht es im Verborgenen. Thüringens Regierung wirbt überall mit dem Spruch: "90 Jahre Bauhaus - Apolda, Weimar, Jena." Probstzella ist ein schwarzes Loch, vergessen.

"Man sagt einem nicht direkt ins Gesicht, dass man das nicht will, aber es ist offensichtlich nicht gewollt, dass die schönen Bauhaustouristen, die viel Geld mitbringen in diese sogenannte Impulsregion dann abdriften nach Probstzella und ihr Geld vielleicht an einem anderen Ort ausgeben."

Dieter Nagels Zorn ist verständlich. Das Haus ist sehenswert. Bauhaus pur in ungeahnter Dimension. Der 54-jährige Nagel hat im Ort ein Unternehmen für Medizintechnik. Sein Lebensziel: die Wiederbelebung der Bauhaus Idee. Nach der Wende stand das Haus leer, verfiel. 2003 die Versteigerung im Berliner Schöneberger Rathaus. Nagel wird Bauhaus-Besitzer. Die Investition rentiert sich zwar noch lange nicht - aber das Haus mit Hotel und Restaurant ist ein Juwel. Bauhauslektionen im Schnelldurchlauf.

"Also das ist dieser große rote Saal, der ursprünglich 1925, als diese Idee, diese Volkshausidee hier in diesem Volkshaus umgesetzt wurde, als Veranstaltungssaal für 1000 Besucher gebaut war. Das war damals der modernste Saal Thüringens mit der modernsten Bühne. Da kann man jetzt diese Farbigkeit des Bauhausmeisters Alfred Arndt wiedererleben, die Stühle, das ganze Mobiliar sind nach alten Vorbildern wieder nachgebaut, auch die Lampen, die Fensteraufteilung - wenn sie hier in dem Saal stehen, können sie eigentlich das Ambiente der 20er-Jahre ... Das ist ein ganz besonderes Juwel unserer wiederentstandenen Bauhausarchitektur, das ist der Café-Pavillon. Und dieser Café-Pavillon war in seiner Bausubstanz nicht zerstört, aber es war viel dazu gebaut in DDR Zeiten, viel verändert worden. Und wir haben das jetzt wieder nach den alten Plänen von Alfred Arndt rekonstruiert und haben das Glück gehabt. Unser Architekt, der Gerhard Oschmann hat mit uns gemeinsam dieses Objekt für den Deutschen Fassadenpreis beantragt oder beworben und wir hatten das Glück, den Deutschen Fassadenpreis 2005 in dieser Rubrik Denkmalsanierung hier verliehen zu bekommen. Das hat uns sehr gefreut."

"Und natürlich auch ein toller Blick auf ein Stück deutscher Geschichte, nämlich auf den Bahnhof."

"Man hat hier einen sehr schönen Rundumblick, man sieht den großen Teil des Grünen Bandes, dieses ehemaligen Todesstreifens. Und man sieht diese ganze Bahnanlage mit diesem ehemaligen Grenzbahnhof, der natürlich seine eigene Geschichte hat."

Einer schreibt der Berliner Republik etwas ins Stammbuch
(Robert Gernhardt)

Erstmals sind die Älteren
Nicht per se schon Täter
Erstmals heißt es: Macht erst mal,
bilanziert wird später

Erstmals sind die Jüngeren
Nicht per se schon Richter
Erstmals schreckt das Kainsmal nicht
Ältere Gesichter

Erstmals müssen alle ran
Turnschuhe wie Krücken
Glückt's nicht, sind wir alle dran,
ergo muss es glücken.

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