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StartseiteVerbrauchertippRichtiger Gebrauch von Kontaktlinsen17.09.2018

SehhilfenRichtiger Gebrauch von Kontaktlinsen

Nicht jeder, der eine Brille braucht, will sie auch tragen. Für viele Menschen sind deshalb Kontaktlinsen eine sinnvolle Lösung - und für bestimmte Sehschwächen sogar die bessere Alternative. Kontaktlinsen sind sicher, wenn man einige Regeln beachtet.

Von Nándor Hulverscheidt

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Eine Kontaktlinse liegt auf der Kuppe eines Fingers. (picture alliance / dpa / Daniel Reinhardt)
Hygiene ist wichtig: Träger von Kontaktlinsen sollten immer einen Behälter mit Reinigungsflüssigkeit dabeihaben. (picture alliance / dpa / Daniel Reinhardt)
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Frau trägt 27 Tageslinsen übereinander. Oder: Vergessene Kontaktlinse nach 28 Jahren aus Augenlid herausoperiert. Angesichts solcher Berichte könnte man meinen, Kontaktlinsenträger wandelten stets an einem schmalen Grat zum Sehhilfen-Horror. Doch solche Fälle sind, trotz Millionen Kontaktlinsenträgern weltweit, extrem selten.

"Prinzipiell kann man sagen, dass Linsen heutzutage ein sehr sicheres Mittel der Korrektion einer Fehlsichtigkeit sind. Immer vorausgesetzt, dass sie entsprechend gut angepasst wurden, dass sie entsprechend langfristig durch einen Anpasser betreut werden."

Die richtige Linse wählen

Sagt Kai Jaeger, Obermeister der Augenoptikerinnung Köln. Für bestimmte Sehschwächen sind Kontaktlinsen sogar die bessere Alternative. Es kommt aber darauf an, die richtige Linse zu wählen. Und weil die Kontaktlinse eben auf dem Auge sitzt, und nicht davor, ist das Finden des richtigen Modells ein bisschen komplizierter als bei der Brille.

"Der Augenoptiker, Optometrist schaut sich das Auge an, den vorderen Augenabschnitt. Man schaut sich den Tränenfilm an, schaut wie der zusammengesetzt ist, ob ölig oder eher wässrig. Die Geometrie des Auges wird vermessen, davon ist abhängig welchen Linsentyp man nimmt. Und auch in Kombination dazu die vorliegende Fehlsichtigkeit."

Auf die Hygiene achten

Selbst bei Linsen, die dem Papier nach die gleichen Werte an Kurz- oder Weitsichtigkeit korrigieren, könne es deutliche Unterschiede in der Form geben, und damit im Tragekomfort. Deshalb rät Jaeger davon ab, Kontaktlinsen quasi blind zu kaufen, etwa im Internet.

Doch ganz gleich welche Art Linsen man wählt: Das wichtigste im Umgang mit den Sehhilfen ist die Hygiene. Selbst in Regionen Deutschlands mit sehr gutem Leitungswasser gilt nämlich: Der Hahn ist Tabu. Mineralwasser aus der Flasche geht für Notfällen in Ordnung. Die sichere Lösung ist jedoch, einen kleinen Behälter mit Reinigungsflüssigkeit dabeizuhaben.

Wer bei der Sauberkeit der Brille schlampt, der brauche sich über Probleme nicht zu wundern, meint Oliver Hoppe, Experte für Kontaktlinsen im Berufsverband der deutschen Augenärzte.

"Es werden Keime sich darauf bilden, Keimnester, die dann die Hornhaut beeinträchtigen, die Bindehaut beeinträchtigen und auch zu ernsthaften Entzündungen führen können. Im Großen und Ganzen steht und fällt die Sache mit der Sauerstoffdurchlässigkeit und der Reinigungsfähigkeit von Linsen, der Beweglichkeit."

Weiche versus harte Linsen 

Die Beweglichkeit und Luftdurchlässigkeit einer Linse hängen vor allem vom verwendeten Material ab. Weichere Linsen, die viele für den Einstieg in das Tragen von Kontaktlinsen bequemer finden, schneiden in diesen Punkten schlechter ab als formstabile Linsen. Die stabilen, dauerhaften Modelle sind deshalb der Favorit von Augenarzt Oliver Hoppe.

"Meine Präferenz ist ganz klar zuerst formstabile Kontaktlinsen. Aus rein medizinischen Gründen spricht alles dafür: Die bessere Frontoptik, der bessere Sitz auf dem Auge, die bessere Sauerstoffdurchlässigkeit, die bessere Hygiene – die Linsen sind einfach besser zu reinigen und letztlich auch die Haltbarkeit der Linsen, die insgesamt die Haltbarkeit von Weichlinsen deutlich übersteigt und damit eben auch einfach wirtschaftlicher ist."

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