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StartseiteComputer und Kommunikation"Der Staat spielt hier eine zwiespältige Rolle"31.01.2015

Selbstdatenschutz"Der Staat spielt hier eine zwiespältige Rolle"

E-Mails nur verschlüsselt senden und auf Surftouren stets anonym losziehen: Für den Schutz unserer Daten wäre das mehr als ratsam. Technische Lösungen dafür gibt es reichlich. Das Problem: Sie sind zu kompliziert. Karlsruher Wissenschaftler sehen dringenden Handlungsbedarf - und kritisieren die zwiespältige Haltung des Staates beim Datenschutz.

Philip Schütz im Gespräch mit Manfred Kloiber

Der Mitarbeiter eines Messestands schiebt auf der Fachmesse "Security" in Essen (Nordrhein-Westfalen) eine Chipkarte in das Gehäuse einer externen Festplatte. (picture alliance / dpa / Foto: Matthias Balk)
Fachmesse "Security" in Essen: Die Festplatte "HS256S" des Herstellers "Digittrade" sichert die Daten des Benutzers mittels 256-Bit AES Verschlüsselung. (picture alliance / dpa / Foto: Matthias Balk)
Weiterführende Information

Verschlüsselungssoftware - "Dem User werden etliche Einstellungen abverlangt"
(Deutschlandfunk, Forschung aktuell, 29.12.2014)

Datensicherheit - Kostenlose Verschlüsselung
(Deutschlandfunk, Computer und Kommunikation, 22.11.2014)

IT-Sicherheit - Sinn und Unsinn der Mail-Verschlüsselung
(Deutschlandfunk, Kultur heute, 19.08.2014)

Informationstechnologie - 30 Jahre E-Mail in Deutschland
(Deutschlandfunk, Umwelt und Verbraucher, 31.07.2014)

Rasterfahndung - Verschlüsselung schützt Unschuldige
(Deutschlandfunk, Forschung aktuell, 18.07.2014)

Der politische Diskurs werde stark von Sicherheitspolitikern dominiert, sagt Philip Schütz vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung im Gespräch mit dem Deutschlandfunk. Diese hätten wenig Interesse etwa an einer großflächig anonymisierten Kommunikation. Zugleich sei das Recht auf informationelle Selbstbestimmung ein verbrieftes Grundrecht, der Staat also in der Pflicht, für mehr Datenschutz zu sorgen.

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Die mangelnde Akzeptanz bei den Nutzern führt Schütz auf die Historie der Verschlüsselungstechnik zurück. Diese sei zumeist von einer technischen Elite oder kleinen nicht-kommerziellen Communities entwickelt worden, die keine Ressourcen für eine User-freundliche Gestaltung hätten.

Mehrere Forscher des Forums Privatheit haben jetzt ein Whitepaper vorgelegt, das die wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für den eigenverantwortlichen Schutz von Daten beschreibt. Der Politologe und Mitautor des Whitepapers, Philip Schütz, vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe erklärt, worum es beim Selbstdatenschutz eigentlich geht.

 

Das Interview können Sie in unserer Mediathek nachhören.

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