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StartseiteVerbrauchertippHöhere Kfz-Versicherungsbeiträge vermeiden03.01.2020

Senioren im StraßenverkehrHöhere Kfz-Versicherungsbeiträge vermeiden

Versicherer sehen an ihrer Statistik, dass ältere Autofahrer mehr und schwerere Unfälle verursachen als jüngere. Besonders deutlich ist der Anstieg jenseits des 75. Lebensjahrs. Für Senioren wird die Kfz-Versicherung deshalb erheblich teurer. Es gibt aber Möglichkeiten, den Kostenanstieg zu begrenzen.

Von Susanne Kuhlmann

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Ein Autounfall in Braunschweig, der durch einen 78-Jährigen verursacht wurde (picture alliance / dpa / Julian Stratenschulte)
Ältere Autofahrer sind häufiger in Unfälle verwickelt (picture alliance / dpa / Julian Stratenschulte)
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Mit dem Auto mobil zu sein, wird für ältere Menschen teurer. Wie teuer, das hängt vom jeweiligen Versicherer ab. Toralf Richter vom Vergleichsportal Verivox über dessen jüngste Auswertung von Tarifen für die Kraftfahrzeug-Versicherung.


"Wir haben 300 Tarife ausgewertet, und ein 80-jähriger zahlt in unserer Auswertung schon mal den doppelten Beitrag im Vergleich zu einem 50-jährigen. Bis 65 halten sich diese Zuschläge noch in Grenzen, so etwa bei 15 Prozent. Aber danach, so etwa ab 70, steigt dieser Zuschlag doch rasant an."

Tarife vergleichen

Verivox hat für seine Berechnungen einen einheitlichen Schadenfreiheitsrabatt zugrunde gelegt, um die Tarife der einzelnen Versicherer besser vergleichen zu können. Das Ergebnis:

"Selbst mit dem höchstmöglichen Rabatt können sie den Alterszuschlag nicht ausgleichen. Die Versicherer sind natürlich in der Pflicht, ihre Beiträge risikogerecht zu berechnen. Werfen wir einen Blick in die Schadenstatistik, und da zeigen die Zahlen der Versicherer tatsächlich, dass die älteren Autofahrer höhere Schäden verursachen."

Der Alterszuschlag liegt also immer höher als der Schadenfreiheitsrabatt. Das weiß auch Julia Alicia Böhne vom Bund der Versicherten. Auch sie rät, Tarife verschiedener Anbieter zu vergleichen.

"Einige erhöhen die Prämie stufenweise bereits ab 60 merklich, andere erst ab 75. Wenn ich von einem wechsele, der mich ab 60 schon höher einstuft, zu einem, der das erst ab 70 tut, dann lohnt sich das zumindest für zehn Jahre."

Den Versicherer über die jährliche Fahrleistung informieren

Eine andere Möglichkeit, Geld zu sparen, ist es, dem Versicherer die aktuelle jährliche Fahrleistung mitzuteilen. Die liegt wahrscheinlich deutlich niedriger als in früheren Jahren.

"Häufig ist das ganz entscheidend für die Prämie, wie viele Kilometer gefahren werden. Da kann man erst man einen Blick drauf werfen und gucken, ob das einen Unterschied in der Prämie macht, der sich schon lohnt. Das ist natürlich auch von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich, wie hoch die Prämienersparnis sein kann. Ab das kann sich durchaus lohnen.

Wer jetzt statt 20.000 Kilometer nur noch 10.000 Kilometer fährt, der kann an der Prämie sparen, sogar erheblich teilweise." 

Ummeldung des Wagens auf Kinder kann Kosten senken

Frauen und Männer im Seniorenalter können ihre Versicherungskosten auch senken, wenn sie ihren Wagen auf Tochter oder Sohn zulassen oder über sie versichern. Toralf Richter vom Vergleichsportal Verivox: 

"In der Praxis müssen die Senioren dazu den Schadenfreiheitsrabatt auf die Kinder übertragen. Das funktioniert meistens problemlos. Dennoch lohnt sich eine Nachfrage, weil die Versicherer eine Übertragung unterschiedlich handhaben.

Nach unseren Zahlen lassen sich etwa 30 Prozent sparen, wenn nur die Versicherung über das Kind läuft. Wenn das Auto auf das Kind angemeldet ist und die Versicherung darüber läuft, kann die Ersparnis höher sein, bis knapp 50 Prozent."

Julia Alicia Böhne vom Bund der Versicherten ergänzt:

"Zu beachten ist da auch, dass Kinder in ihrem eigenen Vertrag den Fahrerkreis erweitern müssen und die älteren mitfahrenden Eltern dann gegenüber der eigenen Versicherung angeben müssen. Das macht für die Kinder die Prämie teurer, aber letztendlich kann es sich lohnen." 

Und weiter: 

"Es ist grundsätzlich immer wichtig, dass man ehrlich gegenüber dem Versicherer ist. Im Schadenfall kann es sonst Ärger geben."

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