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StartseiteVerbrauchertippMit einfacher Bedienung auf der sicheren Seite27.03.2020

SeniorenhandysMit einfacher Bedienung auf der sicheren Seite

Neben normalen Smartphones gibt es auch sogenannte Senioren-Handys. Das Angebot richtet sich vor allem an Menschen, denen eine einfache Bedienbarkeit wichtig ist. Neben extragroßen Tasten bieten diese Modelle noch weitere Feature, die im Ernstfall Leben retten können. Eines davon: ein SOS-Knopf.

Von Stefan Römermann

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Eine Seniorin hält ein Smartphone in der Hand.  (imago/Mint Images)
Vor dem Kauf eines Handys für Senioren, sollte das Modell auf jeden Fall in einem Fachgeschäft ausprobiert werden (imago/Mint Images)
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Wer noch vergleichsweise gut sehen und hören kann und auch sonst keine Berührungsängste hat, kann natürlich auch im Seniorenalter erst einmal ein ganz normales Smartphone ausprobieren. Tatsächlich sind die Benutzeroberflächen bei den meisten Geräten inzwischen vergleichsweise einfach zu bedienen. Und in den Geräte-Einstellungen lassen sich die Telefone dann auch noch individuell anpassen, erklärt Marleen Frontzeck-Hornke vom Online-Portal Handyhase.de.

"Dort kann man dann zum Beispiel die Helligkeit und die Kontraste regeln. Aber auch die Icon-Größe anpassen, Schriftgröße und Zifferngröße. So dass wirklich diese wesentlichen Elemente für die älteren Menschen sehr gut ablesbar werden."

Möglichst wenig Apps auf dem Telefon installieren

Außerdem bieten viele Smartphones auch einen sogenannten "Einfach-Modus", der die Bedienoberfläche tatsächlich noch einmal vereinfacht und auf die wichtigsten Dinge reduziert. Wer ein neues oder altes Smartphone beispielsweise für die eigenen Eltern auf diese Art seniorengerecht einrichtet, der sollte dann natürlich auch möglichst wenige Apps auf dem Telefon installieren – und wenn in dem Gerät möglich die Einstellungen außerdem gegen versehentliche Änderungen sperren.

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Spezielle Senioren-Smartphones gibt es in unterschiedlichen Varianten. Die meisten sehen auf den ersten Blick aus wie ganz normale Smartphones und werden ausschließlich über den Touchscreen-Bildschirm bedient. Allerdings sind Schrift und virtuelle Tasten schon ab Werk deutlich größer eingestellt, damit die Bedienung möglichst einfach funktioniert. Daneben gibt es aber auch Senioren-Smartphones mit echten Wähltasten, erklärt Handy-Expertin Frontzeck-Hornke.

"Dass man einen kleinen Bildschirm hat, den man auch per Touchscreen benutzen kann. Aber da sind physische Tasten direkt darunter integriert, auf denen große Ziffern und auch Buchstaben sind. Also da gibt es mehrere Möglichkeiten."

Vorinstallierter Notfallknopf

Dabei ist meist auch eine Notfall- oder SOS-Taste. Entweder als echte, physische Taste – oder als großer roter Notfall-Button auf dem Bildschirm.

"Die SOS-Funktion ist sehr gut und wichtig bei älteren Menschen, die einfach sichergehen wollen, dass ihnen im Notfall jemand schnell zur Seite springen kann."

Dafür können dann Telefonnummern beispielsweise von einem Angehörigen oder von einem Pflegedienst festgelegt werden.

"Und werden dann, wenn der Senior eben ein Problem hat, ihm geht es nicht gut, kontaktiert. Sobald dieser auf diese entsprechende Taste draufklickt."

Oft kann auch eingestellt werden, dass beim Drücken der SOS-Taste gleichzeitig oder stattdessen eine SMS verschickt wird, die dann auch gleich den aktuellen Standort als GPS-Koordinaten übermittelt.

Deutlich einfachere Bedienung

Auch ansonsten ist die Bedienung je nach Hersteller deutlich einfacher als bei normalen Smartphones, sagt Henning Gajek vom Internet-Portal Teltarif.de.

"Da steht dann da in den Menüs: Ich möchte was lesen. Ich möchte was anzeigen, ich möchte jemand anrufen. Die Idee dieser Seniorenoberflächen ist es, bestimmte Schritte einfach in ihre Basis-Schritte zu zerlegen, damit das ganze keinen Schrecken mehr hat, sondern nutzbar wird."

Je nach Hersteller und Modell kosten Senioren-Smartphones meist zwischen 100 und 400 Euro. Gerade bei besonders günstigen Schnäppchen sei allerdings Vorsicht geboten, warnt Gajek. Teilweise unterstützen diese Geräte nämlich nur die veralteten Mobilfunknetze der zweiten und dritten Generation, also GSM und UMTS. Da immer mehr UMTS-Funkmasten abgeschaltet werden, sollte das neue Smartphone deshalb unbedingt den neueren Mobilfunk-Standard LTE unterstützen.

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