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StartseiteTag für TagDas Globusspiel und der geplante Kreuzzug25.07.2014

Serie Nikolaus von Kues (Teil 5)Das Globusspiel und der geplante Kreuzzug

Kardinal Nikolaus von Kues versuchte im 15. Jahrhundert, seine Theorie vom Zusammenfall der Gegensätze publik zu machen. Dazu entwickelte er das sogenannte Globusspiel, das seine Thesen in Form eines Gleichnisses vermitteln sollte. Im geplanten Kreuzzug im Jahr 1464 starb er schließlich.

Von Rüdiger Achenbach

Nikolaus von Kues (1401-1464), Zeichnung von Klaus Kordel (Trier) (Klaus Kordel, dpa)
Kardinal Nikolaus von Kues starb im Jahr 1464. (Klaus Kordel, dpa)
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"Ich kann und will dir nicht schmeicheln. Wenn du die Wahrheit ertragen kannst. Nichts, was in der Kurie getrieben wird, gefällt mir. Alles ist verkommen, keiner füllt seinen Posten wirklich aus. Alle werden von Ehrgeiz und Habgier getrieben."

So prangerte Cusanus bei seinem Freund Papst Pius II. die Zustände am päpstlichen Hof an. Der Kardinal war 1458 aus Brixen nach Rom zurückgekehrt. Aber trotz der Misserfolge in seinem Bistum blieb er seinen kirchlichen Reformbemühungen treu. Und da er auch dem Kardinalskollegium angehörte, forderte er nun auch Reformen der römischen Kurie.

Pius II. hatte Cusanus inzwischen zum Generalvikar ernannt. In diesem Amt fiel ihm, wenn der Papst abwesend war, die Leitung des Kirchenstaates zu. Cusanus galt nun zweifellos als einer der mächtigsten Kirchenfürsten. Doch sein Reformwille stieß bei den meisten Kollegen der Kurie auf Ablehnung. Man fürchtete traditionell garantierte Privilegien einbüßen zu müssen.

Unterstützer der Reform

Unterstützung fand Cusanus eigentlich nur bei seinen humanistischen Freunden, die allerdings größtenteils Privatgelehrte waren und keinen Einfluss auf kirchenpolitische Entscheidungen hatten. Aber diese Freunde zeigten ein reges Interesse an seinen philosophischen und theologischen Vorstellungen. Auch wenn sie nicht immer alle seine Gedanken nachvollziehen können. Der Philosophiehistoriker Kurt Flasch:

"Die Freunde erwarteten Verständnishilfen. Diese Freunde waren vor allem italienische Humanisten. Aber auch einige Kirchenfürsten, die durch das neue humanistische Bildungsideal aufgeweckt worden waren. Und in Deutschland waren es die reformwilligen Klöster, wie die der Kartäuser in Mainz und der Benediktiner vom Tegernsee."

Besonders mit den Mönchen vom Tegernsee führte Cusanus schon seit längerer Zeit eine rege Korrespondenz. Nun hatte ihm wieder ein junger Mönch von dort geschrieben und ihn gebeten, er möge ihnen doch noch einmal die Vorstellung vom Zusammenfall der Gegensätze erklären. Als Cusanus ihm antwortet, geht er zunächst grundsätzlich darauf ein, wie man sich in dieser Welt überhaupt Unanschauliches deutlich machen kann:

"Bedenke, dass wir in dieser Welt durch Gleichnisse und Rätselbilder wandeln, weil der Geist der Wahrheit nicht von dieser Welt ist, und auch nur insofern von ihr erfasst werden kann, als wir durch Gleichnisse und Symbole, die wir als solche erkennen, zum Unerkannten emporsteigen können."

Denn, so Cusanus, die Welt in Zeit und Raum sei ins Unendliche hinein offen. Das aber könne nur durch Symbole nachvollzogen werden. Der Philosoph Karl Jaspers:

"Für Cusanus kann es ein geschlossenes System des Seins und Daseins nicht geben. Für sein Philosophieren ist vielmehr wesentlich, dass jeder Versuch nur Bilder und Gleichnisse schafft und im Nichtwissen Denkoperationen vollzieht."

Gleichnisse für das Verständnis

Und deshalb sucht Cusanus auch immer wieder nach neuen Gleichnissen, um seinen Freunden in möglichst anschaulichen Bildern verständlich zu machen, worum es ihm geht. Er erinnert sich dabei auch daran, dass es in der Bischofsburg in Brixen ein Gemälde gibt, auf dem ein Engel dargestellt ist, dessen Augen, wenn man an dem Bild vorbeigeht, mitzugehen scheinen. Diese besondere Maltechnik war ihm auf seinen Reisen auch bei einigen anderen Bildern aufgefallen.

Ein solches Bild ließ Cusanus jetzt herstellen und schickte es den Mönchen am Tegernsee. In einem Brief forderte er sie auf, dieses Gemälde aufzuhängen und es sich auf besondere Weise anzuschauen.

"Derjenige der rechts vom Bild steht, soll an ihm vorbei zur Seite links vom Bild gehen. Er wird die Erfahrung machen, dass die Augen der dargestellten Person auf dem Bild ihn ständig ansehen, also sich zu bewegen scheinen. Und wenn der Betrachter auf der linken Seite angekommen ist, sehen sie ihn genau so an, wie auf der rechten Seite und während des Vorbeigehens. Aber der Betrachter weiß, dass das Bild fest angebracht ist und sich nicht bewegt."

Cusanus fordert die Mönche auf, die Augen auf dem Gemälde als Gleichnis für das absolute Sehen Gottes zu verstehen. Denn Gott, so betont er, kann gar nicht anders als uns ansehen, als sich uns zuzuwenden. Er fasst dies sogar in ein kleines Gebet.

"O Gott, dein Sehen durchdringt alles. Wie nichts von allem, was ist, dir entfliehen kann, somit auch nicht deinem Blick. Alles und jedes siehst du zugleich. Du bewegst dich mit allem, was sich bewegt, und du stehst still, mit allem was still steht."

Das bedeutet für Cusanus, dass Gott in dem alle Gegensätze zusammenfallen, auch immer und überall gegenwärtig ist, bei allem was ist. Der Philosophiehistoriker Norbert Winkler:

"Der Mensch kommt also nicht zu Gott. Er ist immer schon von ihm umfangen. Diesen Gedanken hatte bereits Meister Eckhart kultiviert."

Anknüpfung an Meister Eckhart

Cusanus knüpft also hier an Meister Eckhart an, der die Unmittelbarkeit des Verhältnisses von Gott und Mensch vom jungen Augustinus her kannte. Kurt Flasch:

"Die Zuordnung zum Ursprung der Welt, geschieht aus dem Wesen der Seele heraus, ohne Dazwischentreten irgendeines Geschöpfes 'nulla interposita creatura'. Augustins Theorie schuf einen Schonraum, in dem Gott und die Seele allein sind."

Für den jungen Augustinus bedeutet "nulla interposita creatura", dass es letztlich keine Vermittlungsinstanz zwischen der einzelnen Seele und Gott gibt. Nach dieser Vorstellung war letztlich auch die Vermittlungsfunktion der Kirche überflüssig. Kurt Flasch:

"Die Autorität kann nur etwas vermitteln, was jemand von sich her gesucht hat, was er von innen heraus vollzieht. Der junge Augustinus war daran interessiert die Grenzen jeder Autorität zu zeigen. Die Autorität hat die Aufgabe sich entbehrlich zu machen. Sie rechtfertigt sich allein durch lernpsychologische Überlegungen. "

Meister Eckhart hat diesen Gedanken des jungen Augustinus, dass die Hinwendung zu Gott nur im Innern des Menschen, in dessen Seele stattfinden kann, auf seine Weise weitergedacht. Norbert Winkler:

"Meister Eckhart hat die Rettung des Menschen nicht von der Kirchenbindung abhängig gemacht. Ein Leben in der Gottessohnschaft konnte auch vor der Menschwerdung Christi geschehen. So waren nicht nur 'die Heiligen' in der Gottessohnschaft, wie Thomas von Aquin es gesehen hatte, sondern auch vollendet lebende Heiden."

Einflüsse Thomas von Aquins

Natürlich wusste Cusanus, dass er hier Meister Eckhart nicht folgen konnte. Er musste Einschränkungen machen. Denn aus der Sicht der Kirche betrat er hier ein gefährliches Terrain. So durfte nicht gedacht werden. Schließlich wurde hier der Abstand zwischen Gott und Mensch aufgehoben, auf dem die gesamte kirchliche Gnadenvermittlung beruhte. Das hieß in letzter Konsequenz, die Kirche wurde zur Vermittlung des Heils gar nicht gebraucht.

Der Kardinal zog es aber vor, hier den ungefährlicheren Weg einzuschlagen. Norbert Winkler:

"Cusanus schwenkt mit Thomas von Aquin auf die traditionalistische Form der Christologie um. Dadurch, dass er Thomas folgt, grenzt er sich zugleich von Meister Eckhart ab."

Aber trotz deutlicher Distanzierung von Meister Eckharts Gedanken, führten ihn seine Überlegungen über das absolute Sehen Gottes, auch zu der Erkenntnis:

"Wie das Universum als Ganzes so ist jedes einzelne Individuum unmittelbar in Gott."

Dazu der Philosophiehistoriker Kurt Flasch:

"Die Schrift vom Sehen Gottes ist ein wunderbares Buch. Es wurde schon zu Lebzeiten des Kardinals mehr geschätzt als seine anderen Bücher. Wer über die 'docta ignorantia' gegrübelt hatte, atmete hier auf."

Wie immer hält Cusanus auch hier an seinen grundsätzlichen Gedanken fest. Aber er sucht auch nach Möglichkeiten, diese neu zu erklären. Dabei legt er zunehmend besonderen Wert darauf, dass alles Denken immer nur eine Annäherung an die Wahrheit sein kann. Denn kein Gleichnis ist so treffend, dass es nicht noch ein zutreffenderes geben könnte. Übertragen auf Gott bedeutet das, dass alle Gleichnisse und Bilder sozusagen nur Chiffren für die Grenze unserer Erkenntnismöglichkeit sind.

Jede theoretische Position ist eben immer nur eine Vermutung, die nur "eine bestimmte Perspektive" repräsentiert. Auf diese Weise ist die Jagd nach Weisheit nie abgeschlossen, aber sie stellt die einzige Möglichkeit dar, sich der Wahrheit überhaupt zu nähern. Der Philosophiehistoriker Franz Schupp:

"Mit dieser Auffassung von Erkenntnis geht Cusanus Wege, die dem mittelalterlichen Denken ganz und gar fremd waren. Bei den mittelalterlichen Philosophen war die Wirklichkeit immer gedacht als eindeutig."

Das Globusspiel

Vor allem in seinen späten Schriften entwickelt Cusanus eine gewisse verspielte Leichtigkeit im Umgang mit seinen Gleichnissen und Rätselbildern. Das wird besonders deutlich in seiner Schrift "de ludo globi" – "Über das Globusspiel".

Dabei geht es darum, auf einem Spielfeld mit konzentrischen Kreisen eine Kugel so anzustoßen, dass sie möglichst nahe an den Mittelpunkt des Feldes kommt. Allerdings hat die Kugel eine Delle und rollt daher spiralförmig.

"Die Bewegungslinien dieser Kugel sind nie gleich. Ist der Stoß stärker, scheint die Laufbahn gerade, ist der Stoß schwächer scheint sie eher krumm. Auch der, der die Kugel wirf, hält sie jedes Mal anders. Dazu kommt auch der unterschiedliche Zustand des Spielfeldes, der den Lauf der Kugel hemmen kann."

Die Kugel, die durch ihre Delle nicht vollkommen ist, ist hier das Gleichnis für die menschliche Vernunft. Martin Thurner, Professor für Philosophie an der Universität München:

"Je nach Beschaffenheit der Kugel und Spielfläche sowie Intensität des Bewegungsimpulses variieren die Kugelwürfe in Bahn und Ruhepunkt unaufhörlich. Darin entsprechen sie den Erkenntnisbestrebungen, in denen der Mensch die unendliche Seinsfülle Gottes zu begreifen versucht, aber stets hinter der Unerreichbarkeit Gottes zurückbleibt."

Bezeichnungen für Gott und die schöpferische Kraft

Jede Annäherung ist vorläufig. Der Suchende sieht sich vor einem unendlichen Feld von Möglichkeiten. Entsprechend vielfältig fallen auch die Bezeichnungen aus, die Cusanus für Gott findet. Tilman Borsche, Professor für Philosophie an der Universität Hildesheim:

"Es scheint eine besondere Form von Andacht für Cusanus gewesen zu sein, neue Gottesnamen zu erfinden und ihre logischen Konsequenzen durchzuspielen. Jeder dieser Namen ist ein anderer Weg zu Gott – vorausgesetzt, seine Bedeutung vergeht in der Wahrheit des Unendlichen - etwa wie der Laut in der Aussprache eines Namens verklingt."

Während in den frühen Texten als Bezeichnung für Gott vor allem die göttliche Einheit betont wird, rückt in den späteren Texten besonders die schöpferische Kraft ins Blickfeld der Betrachtung. Namen wie zum Beispiel das "Können-selbst" sollen umschreiben, dass bei Gott Können und Tun ebenso wie Erkennen und Wollen dasselbe sind. Karl Jaspers:

"Das Können, das von nichts anderem übertroffen werden kann, nennt Cusanus 'das Können-Selbst'."

Denn das "Können- selbst" ist schließlich die Voraussetzung für alles Sein-, Leben- und Verstehen-Können. Doch neben seinen philosophischen Arbeiten blieb Cusanus auch in den späteren Jahren immer noch in die Kirchenpolitik eingespannt. Er entwarf zum Beispiel das Reformpapier "Reformatio generalis" als Grundlage für eine geplante päpstliche Bulle.

Darin entfaltete er die Idee, dass die Kardinäle gemeinsam mit dem Papst ein sogenanntes "kleines Konzil" bilden sollten. Doch eine Synode zu dieser Reform scheiterte und auch die päpstliche Reform-Bulle wurde nie veröffentlicht.

Rückkehr nach Brixen

Schließlich 1459 fasste Cusanus dann den Entschluss, nach Tirol zurückzukehren, er wollte damit demonstrieren, dass er immer noch der rechtmäßige Bischof von Brixen war. Doch Herzog Sigmund war nicht bereit, ihn auf den Bischofsstuhl zurückkehren zu lassen. Er ließ Cusanus sofort nach dessen Ankunft gefangen nehmen und zwang ihn schließlich aufzugeben.

Für Cusanus zerplatzte nun auch der Traum, aus Brixen ein Musterbistum als Vorbild kirchlicher Reformen machen zu können. Der Papst belegte den Herzog zwar zur Strafe wegen seines Widerstandes mit dem Kirchenbann. Doch der Tiroler Landesfürst ließ nicht locker. Es kam schließlich zu langwierigen Verhandlungen zwischen Tirol und Rom.

Papst überträgt Aufgabe an Cusanus

Erst als Cusanus dann Jahre später zustimmte, einen Vertreter in Brixen residieren zu lassen, stimmte auch Herzog Sigmund zu und erhielt die päpstliche Absolution. Der Kardinal war inzwischen nach Rom zurückgekehrt. Aber auch am päpstlichen Hof sah er sich zunehmend auf verlorenem Posten. Resignierend schrieb er an seinen Freund den Papst:

"Wenn ich im Konsistorium von Reformen spreche, werde ich ausgelacht. Ich erreiche hier nichts. Ich bin hier überflüssig. Erlaube mir, dass ich gehe. Solche Zustände sind mir unerträglich. Da ich schon alt bin, bedarf ich der Ruhe. Ich werde mich in die Einsamkeit zurückziehen."

Aber Pius II. war keineswegs bereit, ihn gehen zu lassen. Im Gegenteil. Er wollte ihm ein Erfolgserlebnis verschaffen, und übertrug ihm deshalb eine Aufgabe, von der der Papst meinte, dass sie ohne größere Probleme zu lösen wäre. Pius II. schickte ihn nach Orvieto, um dort eine Abtei zu reformieren. Zunächst sah es auch so aus, als ob es Cusanus gelungen wäre, die zerstrittenen Parteien in der Stadt zu versöhnen.

Doch schon bald geriet der Kardinal in den Interessenkonflikt der verfeindeten Bürger in Orvieto. Hans Gerhard Senger, Cusanus-Forscher der Heidelberger Akademie der Wissenschaften:

"Die Reformtätigkeit des Cusanus zeitigte zumeist nur kurzfristige Erfolge. Allerdings blieben die ihr zugrundeliegenden, vor allem in De concordia catholica und De pace fidei entwickelten Ideen wie Konsens- und Konkordanzdenken und Religionsfrieden, im Bewusstsein der Nachwelt und wirkten noch über die Reformationszeit hinaus."

Papst Pius II. ruft Kreuzzug aus

Da Papst Pius II. inzwischen über das Vordringen der Türken auf dem Balkan zunehmend besorgt war, fasste er den Entschluss unverzüglich einen Kreuzzug zu führen. In dieser Situation konnte Cusanus den Freund nicht im Stich lassen. Zumal weder der deutsche Kaiser noch Frankreich Interesse an diesem Projekt zeigten. Nur Ungarn und Burgund stimmten einer Beteiligung zu. Als Sammelort für die Kreuzfahrer wurde die italienische Hafenstadt Ancona vereinbart.

Die Unternehmung stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Pius II. fühlte sich schwach und krank. Er wollte aber unbedingt den Kreuzzug anführen, um den christlichen Herrschern, von denen er sich verlassen fühlte, zu demonstrieren, dass auch ihr Platz an der Spitze des Kreuzzugs sein sollte.

Tod und Erbe

Anfang August 1464 brach Cusanus nach Ancona auf. Die Sommerhitze erschwerte die Reise. Unter den Kreuzfahrern brachen Seuchen aus. Schon bald wurde der Kardinal von einem heftigen Fieber befallenen. Am 11. August ist Nikolaus von Kues in der umbrischen Stadt Todi gestorben. Nur vier Tage später, am 15. August, starb sein Freund Papst Pius II., der bereits am Sammelplatz in Ancona angekommen war. Der Kreuzzug kam nicht mehr zustande.

Beigesetzt wurde Cusanus in seiner Titularkirche "San Pietro in Vincoli" in Rom. Sein Herz wurde in seinen Geburtsort Kues an die Mosel gebracht, wo der Kardinal ein Hospital gestiftet hatte und wo seine Bibliothek untergebracht wurde, die eine der bedeutendsten seiner Zeit war. Karl Jaspers:

"Nikolaus Cusanus, Philosoph, Kardinal und Päpstlicher Legat nimmt eine eigentümliche Stellung zwischen dem ausgehenden Mittelalter und der anbrechenden Neuzeit ein. In seinen Grundgedanken über das Verhältnis von Gott und Welt hat er als erster wieder die endliche Welt durchbrochen, und zwar mit einer Radikalität, der die empirische Forschung nur langsam mit Kopernikus, Kepler, Galilei, Newton und Einstein gefolgt ist."

Martin Thurner, Professor für Philosophie an der Universität München:

"In seinem Denken hat Cusanus jenes Menschenbild mitbegründet, das dann in der Renaissance die volle Ausprägung findet und damit wesentlich zur Formung des neuzeitlichen-modernen Menschen beigetragen hat."

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