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Sexueller Missbrauch im Sport"Doppelt so viele Fälle wie in der katholischen Kirche"

Eine Turnerin bereitet sich auf ihren Wettkampf vor (picture alliance / dpa Bernd Thissen)
Eine Turnerin bereitet sich auf ihren Wettkampf vor (picture alliance / dpa Bernd Thissen)

Eine bisher unveröffentlichte Studie der Uniklinik Ulm zeigt, dass es in Deutschland im Breitensport rund 200.000 Fälle sexuellen Missbrauchs gibt.

Wie Jörg Fegert, Ärztlicher Direktor der Ulmer Kinder- und Jugendpsychiatrie, erkärte, sind das nahezu doppelt so viele Betroffene wie in der katholischen Kirche hierzulande. Vor zweieinhalb Jahren gab es erstmals Zahlen zum Ausmaß des sexuellen Missbrauchs im Leistungssport. Das Team um Jörg Fegert hatte 1.800 Leistungssportlerinnen und -sportler befragt: "Im Leistungssport waren wir schon entsetzt zu merken, dass es mehr als ein Drittel ist, die sexuelle übergriffige Dinge erlebt haben." Das für den Leistungssport zuständige Bundesinnenministerium hatte daraufhin die finanzielle Förderung des Leistungssports an die Vorlage von Präventionskonzepten geknüpft.

Die Aufarbeitungskommission der Bundesregierung wendet sich seit Anfang Mai gezielt an Betroffene aus dem Sport mit der Bitte, anonym ihre Geschichte zu erzählen. Laut Kommission haben sich bereits Betroffene aus unterschiedlichen Sportarten gemeldet.

"Das große Tabu. Sexueller Missbrauch im Sport" wird am Freitag um 19.05 Uhr im ARD-Fernsehen ausgestrahlt. Einen Beitrag zu diesem Thema können Sie auch in der Dlf-Sendung "Sport aktuell" ab 22.50 Uhr hören.