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StartseiteVerbrauchertippWas es bei Autokindersitzen zu beachten gibt01.08.2019

Sicher reisen mit den KleinenWas es bei Autokindersitzen zu beachten gibt

Wer mit Kindern unter zwölf Jahren und unter 1,50 Meter Körpergröße Auto fährt, für den sind spezielle Sitze Pflicht. Ein guter und sicherer Sitz muss laut ADAC dabei nicht zwingend teuer sein. Es gibt aber zwei Kriterien, die beachtet werden sollten.

Von Thomas Wagner

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Blick auf die Rückbank eines Autos mit zwei Kindersitzen, einer davon ist rückwärtsgerichtet (imago / Sebastian Geisler)
Kinderautositze haben viele Schutzmechanismen zum Beispiel für Kopf und Beine und können mit der Karosserie des Autos verbunden werden (imago / Sebastian Geisler)

Marion Kynass aus dem oberschwäbischen Wolfegg ist zweifache Mutter. Kindersitze mussten her fürs Auto: "Da geht man auch ein bisschen danach: Welche Marke ist auch teuer? Man erhofft sich von einer teuren Marke, dass sie eine teure Qualität hat."

Das allerdings kann ein Trugschluss sein: Zwar erhielten jüngst beim ADAC-Test von 31 Kindersitzen und Babyschalen 29 Produkte gute Bewertungen. Allerdings befand sich unter den Sitzen, die schlechte Bewertungen erhielten, auch einer, der rund 400 Euro kostet.

"Gleichzeitig gibt es Kandidaten, die für unter 100 Euro zu haben sind und dabei von unseren Testern gute Urteile erhalten", so Andreas Hölzel vom ADAC München. Der Kaufpreis alleine sagt somit wenig über die Qualität von Kindersitzen im Auto aus.

Gesundheitsverträglichkeit und Aufprallschutz entscheidend

Die wird, so heißt es beim ADAC und bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg übereinstimmend, von zwei anderen Kriterien bestimmt: nämlich die Gesundheitsverträglichkeit der verwenden Materialien und der Aufprallschutz.

"Hier gibt es relativ viele Schutzmechanismen, ob es den Kopf betrifft, ob die Beine abgesichert sind. Wird der Sitz auch fixiert?", erklärt Oliver Buttler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Antworten auf solche Fragen, bezogen auf einen bestimmten Sitz, finden Verbraucher in Testergebnissen des ADAC und der Stiftung Warentest. Ähnlich verhält es sich mit Informationen über die Materialien, aus denen ein Kindersitz besteht.

"Gerade bei Kindersitzen kann es natürlich sein, wenn die Kinder sehr klein sind, gehen die mit dem Mund gerne an die Materialien. Und wenn zum Beispiel Weichmacher drinnen sind, dann wäre das gesundheitsschädlich für die Kinder."

Allerdings: Kind ist nicht gleich Kind. Wo sich ein einjähriger Knirps noch wohlfühlt, kann es für einen Erstklässler ganz schön eng werden. "Kindersitze für alle Altersgruppen haben natürlich die Gefahr, dass sie einem zu kleinen Kind nicht den entsprechenden Schutz oder Halt bieten. Insofern bietet sich es an, für die jeweilige Altersgruppe den richtigen Sitz zu finden. Und ganz wichtig ist es, dass man es vielleicht auch mal ausprobiert." 

Will heißen: Das Kind sollte vor dem Kauf mal eine Runde probesitzen, so der Experte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Alarmsystem unnötig

Der rät vor dem Kauf eines Sitzes auch zu einem Blick auf das Auto, in das man den Kindersitz einbauen möchte. Das sollte nämlich, ebenso wie der Kindersitz selbst, Isofix-tauglich sein. Isofix – das ist ein standardisiertes Befestigungssystem für Kindersitze.

"Und diese Sicherungsschienen sind genormt. Und sobald ein Kindersitz Isofix-geeignet ist, kann ich ihn dann in diesem Fahrzeug anbringen."

Bleibt ein weiterer Trend: Immer mehr Kindersitze sind mit einem Alarmsystem ausgestattet. Wird ein Kind alleine im Auto zurückgelassen und entfernt sich der Fahrer zu weit vom Fahrzeug, ertönt ein akustisches Warnsignal – um auf das Kind im Auto aufmerksam zu machen und zu verhindern, dass es im Sommer beispielsweise an Überhitzung leidet. Andreas Hölzel vom ADAC hält davon allerdings nicht allzu viel:

"Unter anderem befürchten die Tester, dass sich Eltern zu sehr auf das Alarmsystem verlassen könnten. Und wirklich sicher sind Kinder nur dann, wenn sie auch bei kurzen Stopps nicht alleine im Auto zurückbleiben!"

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