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StartseiteSternzeitDie seltsamen Plejaden26.12.2019

SiebengestirnDie seltsamen Plejaden

Gegen 22 Uhr findet man hoch am Südhimmel eine kleine, aber durchaus auffällige Ansammlung von Sternen mittlerer bis geringer Helligkeit, die in ihrer Gesamtheit wie eine Miniaturausgabe des Großen Wagens erscheint. Es sind die Plejaden - deren Entfernung ist bis heute nicht einwandfrei bestimmbar.

Von Hermann-Michael Hahn

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Der Sternhaufen der Plejaden ist nun mit bloßem Auge gut zu erkennen (NASA/DSS)
Der Sternhaufen der Plejaden ist nun mit bloßem Auge gut zu erkennen (NASA/DSS)

Es ist der Sternhaufen der Plejaden, im Volksmund auch Siebengestirn genannt, obwohl man mit bloßem Auge zumeist nur sechs oder gleich neun Sterne erkennen kann – je nach der Helligkeit des Himmelshintergrundes.

Doch in den solchen Namen zugrunde liegenden Himmelsmythen ist immer auch eine gewisse Zahlenmystik erkennbar, die auch hier mit der 7 als Zahl der Vollkommenheit zum Tragen kommt.

Im Gegensatz dazu erwiesen sich die Versuche, die Entfernung zu den Mitgliedern dieses Sternhaufens zu bestimmen, als reichlich unvollkommen. Konnte man vor einigen Jahrzehnten noch lesen, die Plejadensterne seien etwa 410 Lichtjahre entfernt, so überraschte der europäische Astrometrie-Satellit Hipparcos die Wissenschaftler vor mehr als 25 Jahren mit einem deutlich kleineren Wert von 380 Lichtjahren.

Dagegen fanden Radioastronomen mit einer völlig anderen Messmethode 2014 eine Entfernung von mehr als 440 Lichtjahren. Ein ähnlicher Wert lässt sich aus den Messungen der GAIA-Mission ableiten, die seit ein paar Jahren extrem genaue Entfernungswerte für rund eine Milliarde Sterne liefert.

Trotzdem müssen die früheren Messungen nicht falsch sein – vielleicht hat der Plejadenhaufen einfach eine sehr lang gestreckte Form.

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