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StartseiteVerbrauchertippStrom sparen mit schlauen Steckdosen11.11.2019

Smart HomeStrom sparen mit schlauen Steckdosen

Heizung, Licht, Fernseher - all das lässt sich mittlerweile auch aus der Ferne oder sogar über die Stimme steuern. Für ein schlaueres Zuhause ist nicht unbedingt der große Kauf nötig. Auch mit funkgesteuerten Zwischensteckern bekommen viele Geräte im Handumdrehen ein smartes Update.

Von Michael Voregger

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Ein schwarzer Stecker vor einer weißen 220-Volt-Steckdose aufgenommen am Dienstag (19.09.2006) in Hamburg.   (picture-alliance / dpa / Sebastian Wimann )
Auch eine Steckdose kann smart gemacht werden (picture-alliance / dpa / Sebastian Wimann )
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Bei vielen Geräten gehört die Steuerung mit smarter Technik inzwischen zum Standard. Um die Vorteile zu nutzen, muss allerdings kein neuer Fernseher oder eine Stereoanlage gekauft werden. Mit funkgesteuerten Zwischensteckern bekommen beliebige Geräte im Handumdrehen ein smartes Update. Die werden einfach in die Wandsteckdose gesteckt und mit dem Verbraucher verbunden. Sven Hansen ist Redakteur bei der Computerzeitschrift c't.

"Grundsätzlich ist es so, dass die Steckdose selber per WLAN kommuniziert. Die Steckdose verbindet sich mit dem Router, ist damit mit dem Internet verbunden, und von dort aus geht es meistens auf einen Cloud-Service vom Hersteller. Dann kann man eben über das Handy schalten, von unterwegs aus schalten oder mit solchen Sprachassistenten schalten."

Anschaffung: zwischen zehn und 40 Euro

Tatsächlich lassen sich mit den neuen Steckdosen viele sinnvolle Dinge machen. Man kann den Standby-Verbrauch durch gebündeltes Abschalten von Geräten reduzieren. Elektrische Zusatzheizungen intelligent steuern oder das Licht an uns ausschalten. Frank Blum ist Anleiter beim Stromsparcheck Gelsenkirchen. Das Projekt bietet eine Energiesparberatung für Menschen mit geringem Einkommen an.

"Gerade Leerlaufverluste – in diesem Fall Standby-Verluste sind sehr hoch. Ein durchschnittlicher Haushalt hat einen Standbyverlust von 400 Kilowattstunden im Jahr. Das ist beim derzeitigen Strompreis umgerechnet 120 Euro Einsparung der Kosten."

Einfache Steckdosen bekommt man schon für zehn Euro und die Preise gehen dann rauf bis etwa 40 Euro. Es gibt Unterschiede bei der Leistung, die man schalten kann. So spielt es eine Rolle, ob große Verbraucher, wie Heizungen oder eine einfache Stehlampe gesteuert werden. Allerdings macht es keinen Sinn, gleich den kompletten Haushalt damit auszustatten.

"Beim kompletten Haushalt sind die Anschaffungskosten sehr hoch und die Amortisationszeit liegt bei drei bis vier Jahren, das heißt, dass man seine finanziellen Mittel wieder raus hat. Man sollte bei älteren Leuten nur bei bestimmten Stellen die Steckdosen einsetzen. Da wo man schlecht drankommt und große Verbraucher dran sind - sprich TV, HiFi-Anlagen, DVD, etc."

Achtung vor Hackerangriffen

Wer es besonders bequem haben will, kann die Steckdosen mit seiner Stimme steuern. Sven Hansen: "Direkt mit der Steckdose spricht man natürlich nicht. Man nutzt einen Sprachassistenten. Das sind die vernetzten Lautsprecher, die ein paar Mikrofone eingebaut haben. Da kann man auf Zuruf Dinge bewegen. Das macht immer dann Sinn, wenn man zu faul ist und nicht aufstehen möchte. So kann man das Licht an und ausmachen, den Fernseher an und ausmachen und was man sonst da noch angeschlossen hat."

Man kann bei einigen Steckdosen bestimmte Werte definieren. Sobald letzte Gerät ausgeschaltet wird und in den Standby geht, wir die gesamte Steckdose automatisch ausgeschaltet. Damit werden alle Geräte bequem vom Netz getrennt. Es ist kein Problem Steckdosen von verschiedenen Herstellern zu verwenden.

"Grundsätzlich ist es kein Problem, die Geräte zu kombinieren. Es ist so, dass viele spätestens über den Sprachassistenten gebündelt werden. Sodass ich über einen Sprachassistenten, wie Google Assistant oder Alexa auch die Geräte unterschiedlichster Marken auf einmal im Griff habe."

Die Hersteller nutzen verschiedene Verschlüsselungsmöglichkeiten und den Einsatz von Passwörtern an, um einen Zugriff von außen zu verhindern. Anwender sollten damit sorgfältig umgehen, denn die Systeme sind offen und bieten Hackern und Angreifern ein mögliches Einfallstor - auch in das häusliche Computernetz.

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