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StartseiteVerbrauchertippAchtung beim Datenschutz!16.12.2019

Smart-LightingAchtung beim Datenschutz!

Kühlschränke, die per App sagen, was eingekauft werden muss, ferngesteuerte Saugroboter oder Programme, die das Licht im Haus steuern: Gerade bei sogenannten Smart-Lighting-Systemen ist der Datenschutz enorm wichtig. Sonst wandern die gesammelten Daten unter Umständen weiter an Dritte.

Von Ann-Kathrin Stracke

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Eine Frau bedient an einem Tablet mit Touchscreen ein Smart Home Control System. Auf dem Bildschirm sind Piktogramme zu sehen, die für die einzelnen Bereiche des Hauses stehen, die man kontrollieren kann: Licht, Temperatur, Wasser, Überwachungskameras und Schließmechanismen. (Andrey Popov / Panthermedia / imago-images)
Eine Frau bedient an einem Tablet mit Touchscreen ein Smart Home Control System. (Andrey Popov / Panthermedia / imago-images)
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Intelligente Beleuchtungssysteme, sogenannte smart Lighting-Systeme, bieten für Verbraucher viele Vorteile: komfortableres Wohnen, Energie sparen, aber auch mehr Sicherheit. Nutzen wir sie, senden diese Systeme Daten an den Anbieter: Wann machen wir das Licht an? Welches Licht nutzt der Verbraucher? Eher gedimmt oder eher intensiv.  

Solche Systeme bieten, nicht nur Vorteile, sondern auch Risiken, warnt Günther Martin vom TÜV Rheinland. Denn wer die Daten in der Hand hat, kann damit einiges anfangen: 

"Damit kann er ein Profil erstellen über ihr Verhalten, zum Beispiel: Wann stehen Sie morgen auf und machen Licht an, wann gehen Sie abends zu Bett. Sind Sie vielleicht im Urlaub? Solche Daten könnten erhoben und ausgewertet werden. Das ist aber nicht legal. Es gibt die Datenschutzgrundverordnung und die Auswertung dieser Daten, die nichts mit diesem Zweck zu tun haben, ist nicht erlaubt." 

Bekannt ist das offenbar nur Wenigen, denn nicht alle Verbraucher haben bisher über den Datenschutz bei intelligenten Beleuchtungssystemen nachgedacht. 

Auf transparente Datenschutzerklärungen achten

Um nicht auf unseriöse Anbieter hereinzufallen, raten Verbraucherschützer vor dem Kauf eines Smart Lighting-Systems auf folgende Punkte zu achten: 

Gibt es eine Datenschutzerklärung - oder gibt es keine? Diesen Punkt können Interessierte in einer online Recherche vorab klären, denn eine Datenschutzerklärung muss vor dem Kauf verfügbar sein. Gemäß der DSGVO müssen Datenschutzerklärungen transparent sein und klar ausweisen, was mit Daten, die das Produkt sammelt, passiert. Günther Martin vom TÜV Rheinland weist auf dieses Stichwort hin:

"Wenn da irgendwas mit Werbung steht, steht vielleicht drin, dass die Daten von mir für personalisierte Werbung genutzt werden. Wenn ich das nicht möchte, dann würde ich das Produkt ablehnen oder die Zustimmung für die Werbung nicht geben."

Ein weiterer wichtiger Punkt: Werden die Daten an Dritte weiterverkauft? Sollte das der Fall sein, rät der Experte: Finger weg von dem Produkt. Persönliche Daten, die auf den ersten Blick gar nicht so wertvoll erscheinen mögen, sind für einige Anbieter jedoch umso wertvoller. Sie können damit Profile über Lebensgewohnheiten erstellen, diese dann zusammen mit anderen Daten, von gegebenenfalls anderen Anbietern auswerten und mitunter für personalisierte Werbung nutzen. Günther Martin vom TÜV Rheinland dazu:

"Personalisierte Werbung - klingt harmlos, ist aber am Ende auch irgendwie Manipulation."

Ein gutes Passwort als Hacker-Schutz

Die Smart-Lighting-Systeme laufen alle über WLAN-Netze. Um zu verhindern, dass sich Fremde in das eigene WLAN einhacken und somit das smarte Lichtsystem steuern, sollten Verbraucher einige Sicherheitskriterien berücksichtigen. Ein erster wichtiger Schritt, um sein WLAN und damit auch seine Systeme vor Hackern zu schützen, ist ein gutes Passwort für das Netz zu Hause.

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