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StartseiteVerbrauchertippDie digitalen Stromzähler kommen - verpflichtend14.02.2020

Smart MeterDie digitalen Stromzähler kommen - verpflichtend

In den kommenden Jahren werden klassische Stromzähler durch sogenannte Smart Meter ersetzt. Der Vorteil: Der Stromverbrauch kann via Internet in Echtzeit abgerufen werden. Zur Umrüstung verpflichtet der Gesetzgeber die Stromversorger. Die Kosten dafür sollen aber die Verbraucher zahlen.

Von Michael Voregger

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Ein Elektriker montiert einen digitalen Stromzähler mit einem Smart-Meter-Gateway zur Datenübertragung.  (dpa / picture alliance / Markus Scholz)
Die Smart Meter sollen den Stromverbrauch besser steuern (dpa / picture alliance / Markus Scholz)
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Mit den Geräten sollen die Stromnetze besser ausgenutzt und der Energieverbrauch gesenkt werden. So lässt sich sehen, wann und wofür Strom verbraucht wird. Der Stromverbrauch kann gezielt gesteuert und Stromfresser erkannt werden. Der Austausch der Daten zwischen Erzeugern, Verbrauchern, Stromlieferanten und Netzbetreibern erfolgt automatisch. Sven Hansen ist Redakteur bei der Computerzeitschrift c't und hat sich die aktuellen Geräte angeschaut.

"Ein Smart Meter ist im Prinzip ein digitaler Stromzähler. Der hängt da, wo mein Stromzähler bisher hing. Die Besonderheit ist, dass das Smart Meter mit dem Internet verbunden ist und meinen Stromverbrauch in Echtzeit ins Internet senden kann. Einmal für den Stromanbieter und auch für mich zu Hause, so dass ich das auf einer App anschauen könnte."

Datenübertragung via Internet

Der traditionelle Drehzähler zählt nur die verbrauchten Kilowattstunden zusammen. Dabei wird nicht zwischen Zeiten oder Tarifen unterschieden. Die smarten Zähler halten detailliert fest, wann wie viele Kilowattstunden verbraucht werden. Es wird im Sekunden- oder Minutentakt die Leistung sämtlicher elektrischer Geräte im Haushalt gemessen. Die Übertragung erfolgt verschlüsselt und es dürfen nur von staatlichen Stellen zertifizierte Geräte eingebaut werden.

"Entweder können die Hersteller dort eben eine bestehende Internetverbindung des Kunden nutzen. Also per W-LAN oder über sogenannte Powerline-Adapter über das Stromnetz eine Internetverbindung herzubekommen. Es gibt aber auch Geräte, die das über einen Mobilfunkvertrag lösen und so ihre Daten ins Internet senden können."

Drehstromzähler (imago / Kosecki) (imago / Kosecki)Neue Stromzähler / Digitale Messgeräte liefern direkt an den Stromversorger 
Je nach Verbrauch und Art der Erzeugung können einfache digitale Zähler durch "intelligente Messsysteme" getauscht werden, erklärt David Schick von der Verbraucherzentrale NRW im Dlf.

Die Zähler werden zwar als "smart" bezeichnet, aber eine Verbindung zu anderen smarten Geräten kann nicht hergestellt werden. Eine Einbaupflicht besteht nur für den Betreiber der Messstelle und der Verbraucher muss nicht aktiv werden. Der örtliche Netzbetreiber nimmt Kontakt zu den Haushalten auf. Bettina Cebulla von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen:

"Ab einem Jahresstromverbrauch von über 6.000 Kilowattstunden greift die Einbaupflicht für den Netzbetreiber. Darunter – also bei niedrigeren Stromverbräuchen hat er die Wahl. Entscheidet sich der Netzbetreiber gegen den Einbau eines zertifizierten Smart Meters – das ist ja auch möglich – so ist er wenigstens verpflichtet bei ihnen einen digitalen Zähler einzubauen. Den nennt man dann "moderne Messeinrichtung". Der ist aber nicht in der Lage, die Daten nach außen zu übertragen."

Umrüstungskosten übernehmen Kunde

Die Umrüstung wird vom Stromkunden über das Jahresentgelt für den Messstellenbetrieb bezahlt. Sie darf nicht separat in Rechnung gestellt werden. Die Höhe des Betrags darf der Netzbetreiber nicht frei wählen. Dabei wird der Stromverbrauch der letzten drei Jahre als Grundlage genommen. Die jährlichen Kosten liegen zwischen 23 und 100 Euro.

"Und diese zusätzlichen jährlichen Kosten – da gehen wir davon aus, dass die durch die eingesparten Energiekosten wohl kaum aufgehoben werden können. Dazu bedürfte es etwas mehr. Also zum Beispiel das man variable Tarife nutzt und automatisch steuerbare Geräte hat. Also zum Beispiel eine Waschmaschine oder einen Trockner, der dann läuft, wenn der Strom besonders günstig ist. Das ist im Moment wohl noch Zukunftsmusik."

In Haushalten mit geringem Stromverbrauch werden einfache digitale Zähler eingebaut. Der Einbau beginnt jetzt und bis zum Jahr 2032 soll es keine alten Stromzähler in Deutschland mehr geben.

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