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StartseiteVerbrauchertippMit mehr Komfort Energie und Kosten sparen09.05.2019

Smarte HeizkörperthermostateMit mehr Komfort Energie und Kosten sparen

Mit smarten Heizkörperthermostaten lässt sich die Temperatur in einzelnen Räumen einer Wohnung oder eines Hauses zeitlich individuell steuern, auch aus der Ferne. Das ist nicht nur komfortabel, sondern hilft auch, Heizkosten zu sparen. Alte Geräte können ganz einfach ersetzt werden.

Von Michael Voregger

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Spezielles Heizungsthermostat im "Cyber-Haus 2.0" der Wohnungsbaugenossenschaft "Otto von Guericke" in Magdeburg, aufgenommen am 30.09.2011. Über das Internet ist das Gerät von nahezu jedem Ort der Welt zu bedienen. (dpa-Zentralbild)
Über das Internet steuerbar: ein smarter Heizkörperthermostat (dpa-Zentralbild)
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Das Frühjahr ist die Jahreszeit, wo die Temperaturen und das Wetter besonders wechselhaft sind. In den eigenen vier Wänden muss die Heizung dann immer den Außentemperaturen angepasst werden. Das geschieht durch die Einstellung per Hand direkt am Heizkörper. Wie heiß ein Heizkörper wird, hängt davon ab, wie viel heißes Wasser das Ventil hineinströmen lässt. Geregelt wird das durch einen kleinen Stift. Das Thermostat übt bei unterschiedlichen Raumtemperaturen unterschiedlich starken Druck auf diesen Stift aus. Smarte Thermostate können noch viel mehr. Stefan Porteck ist Redakteur bei der Computerzeitschrift ct:

"Bei den richtig smarten Thermostaten ist es dann so, dass sie die Heizung ein bisschen danach regeln, ob der Nutzer wirklich zu Hause ist. Das lässt sich ja durch das Smartphone erkennen. Oder beispielsweise, wie das Wetter draußen ist. Da gibt es schon einige Möglichkeiten das so hinzubekommen, dass man immer die richtige Wunschtemperatur hat, wenn man sie gerade braucht."

Individuelles Temeraturprofil für jeden Raum

Die Räume in einer Wohnung oder einem Haus werden unterschiedlich genutzt. Das sollte bei einem Einbau von smarter Technik beachtet werden. Reinhard Loch von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen:

"Unser Musterbeispiel ist immer das Badezimmer, das die Familie morgens früh um sieben Uhr schon warm haben möchte und deswegen in der Nacht vielleicht durchheizt. Mit einem intelligenten Thermostatventil kann man das aber so programmieren, dass es eben eine Stunde vorheizt und vielleicht um neun, wenn der letzte aus dem Bad rausgegangen ist, die Temperatur von 21 Grad wieder runterfährt auf 16 oder 17 Grad. So kann man für jeden Raum ein individuelles Temperaturprofil anpassen und einstellen und muss sich dann im Grund genommen, nicht mehr darum kümmern. Insofern hat man sowohl einen Beitrag zum Energiesparen, Absenken der Temperatur, als auch und zum Komfort."

Fernzugriff über das Internet

Die optimale Einstellung spart Energie und Kosten. Das können maximal zwischen 10 und 15 Prozent sein. Abhängig ist das von dem Verhalten und den Wünschen der Bewohner. Wenn tagsüber Menschen in den Räumen sind, kann die Temperatur natürlich nicht so oft abgesenkt werden. Die Anschaffung rechnet sich - wenn es schnell geht - schon nach einem halben Jahr. Im ungünstigen Fall kann es allerdings zwei bis drei Jahre dauern. Ihren Strom bekommen die Thermostate durch Batterien, die alle zwei Jahr ausgetauscht werden müssen. Die meisten smarten Thermostate erlauben einen Fernzugriff über das Internet. Stefan Porteck:

"Das bietet zum Beispiel die komfortable Möglichkeit, dass wenn man abends länger arbeiten muss, dass man auf dem Smartphone die Heizung noch heruntergedreht lässt. Und dann in dem Augenblick, wo man sich auf den Weg nach Hause macht, während der Fahrt schon mal von unterwegs die Heizung aufdrehen kann. So dass es dann auf jeden Fall warm ist und man nicht unnötigerweise die leere Wohnung geheizt hat.

Einfache Montage

Die Thermostate funktionieren über eine Funkverbindung. Da kommen recht unterschiedliche Funkstandards zum Einsatz. Deswegen liegt in den Starter-Kits in der Regel eine Thermostatzentrale bei.

"Das ist ein kleines Kästchen so groß wie eine Zigarettenschachtel oder ein Taschenbuch. Und das wird dann einfach per Kabel oder per WLAN mit dem heimischen Router verbunden. Grundsätzlich sollte ein Internetzugang vorhanden sein und einen WLAN-Abdeckung im Haus wäre auch wünschenswert."

Intelligente Systeme kosten zwischen 30 bis 90 Euro. Ein Starterkit mit einer Steuerungseinheit und mehreren Thermostaten ist entsprechend teurer. Die smarte Technik ist komfortabel, spart Energie und Kosten. Es lohnt sich also, die intelligenten Thermostate einfach mal in einem Raum auszuprobieren. Eine Erweiterung ist jederzeit möglich. Die Montage ist einfach und gelingt auch Laien.

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