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StartseiteVerbrauchertippHeizen von überall aus05.08.2019

Smarte Thermostate im TestHeizen von überall aus

Die Wohnung wärmer oder kühler einstellen, egal wo man ist - mit intelligenten Heizkörper-Thermostaten geht das. Diese lassen sich über das Handy mittels App einfach hoch-oder runterfahren. Experten gehen davon aus, dass sich bei optimaler Nutzung bis zu acht Prozent Heizenergie einsparen lassen.

Von Dieter Nürnberger

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Person Setting Temperature Of Thermostat Using Mobilephone PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xAndreyPopovx Panthermedia20311797 (imago / A. Popov)
Mit smarten Thermostaten lässt sich die Temperatur in der Wohnung per Telefon regeln (imago / A. Popov)
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Herkömmliche Drehregler an Heizungen lassen sich recht einfach gegen digitale Thermostate austauschen. Meist sogar per Hand, ohne Werkzeug. Und Mieter müssen dafür nicht einmal ihren Vermieter um Erlaubnis bitten. Der erste Schritt hin zum Heizen per Handy, wie es Reiner Metzger von der Stiftung Warentest formuliert. Nach dem vergleichsweise einfachen physischen Austausch der Thermostate wird es jedoch komplizierter:

"Diese neuen smarten Thermostate sind per App miteinander verbunden, ebenso mit Ihrem Handy und der Zentrale zu Hause. Sie können Sie per Knopfdruck hoch- und runterfahren. Wie Sie es gerade brauchen, von überall auf der Welt her."

Router als zentrale Schaltstelle

Dafür braucht es die erwähnte Smart-Home-Zentrale. Das kann ein schon im Haushalt vorhandener Router sein. Dieser lässt sich nicht nur mit Telefon, Computer oder einem smarten Fernseher verbinden, sondern - je nach System - auch mit Lichtschaltern, Alarmanlagen oder eben auch Heizungsthermostaten. Doch nicht jeder Router passt mit jedem Thermostat zusammen. Und da sich das Sortiment kompatibler Endgeräte rasant ändert, sollte vor dem Kauf der smarten Heizungsregler die jeweilige Webseite des Router-Anbieters genau studiert werden.

"Habe ich beispielsweise schon eine Smart-Home-Zentrale zu Hause, dann würde es sich empfehlen, das dazu passende Thermostat zu nehmen. Wenn Sie ein völliger Neuanfänger sind, dann schauen Sie einfach auch auf den Preis. Es gibt Thermostate für 40 Euro oder auch für 70 Euro. Sonst ist die Ersparnis, die Sie an Heizkosten haben, geringer als die Kosten, die Sie für die gesamte Ausrüstung ausgeben."

Die Stiftung Warentest geht davon aus, dass durch eine optimierte Thermostatregelung bis zu acht Prozent der Heizenergie eingespart werden kann. Doch sei dies auch vom energetischen Zustand der Häuser abhängig. Es gilt die Faustregel: Je besser wärmegedämmt, desto geringer die Ersparnis. In schlecht gedämmten Gebäuden könnten Nutzer die Kosten für die Thermostate und eine neue Smart-Home-Zentrale nach fünf bis sechs Jahren wieder reinholen. Reiner Metzger:

"Wenn Sie einen unregelmäßigen Alltag haben, wo Sie mal da sind und mal nicht - dann lohnt sich so ein smartes System. Sie können es von unterwegs, von überall her einfach verstellen: Jetzt will ich es wärmer haben, weil ich gleich nach Hause komme. Oder ich bleibe eventuell ein paar Stunden oder einen Tag länger woanders - dann lasse ich es noch etwas kühler."

Alle zehn getesteten Thermostate gut bis befriedigend

Die zehn getesteten smarten Heizkörperthermostate bekamen gute oder befriedigende Bewertungen. Die Wunschtemperatur konstant halten konnten alle Modelle.

"Das sind die Systeme von 'Fritz' und 'Homematic'. Die funktionieren gut, die regeln gut, sie sind auch gut zu bedienen."

Unterschiede gab es allerdings, wenn bei viel Sonnenschein oder auch bei geöffneten Fenstern zwischendurch die Temperatur gedrosselt werden sollte. Da sind einige Modelle einfacher zu programmieren und auch zu bedienen: 

"Bei 'Homematic' können Sie sogar ein 200-seitiges Bedienungshandbuch bekommen, wenn Sie es genau wissen wollen. Da stechen die ein wenig heraus. Weil einige von diesen Systemen sind eher Spielsysteme. Da müssen Sie sich durchprobieren, bis Sie die ganzen Regelungen ausführen können. Manche Leute haben da doch eher Schwierigkeiten."

Und noch ein Hinweis: Wer das zugegeben nicht immer einfache Programmieren über die Smart-Home-Zentrale umgehen will, kann auch über sogenannte halbsmarte Thermostate nachdenken. Die sind einzeln einstellbar, aber nicht miteinander vernetzt. Auch ist keine Bedienung aus der Ferne per App möglich. Dafür sind sie mit Kosten zwischen 15 und 30 Euro aber auch günstiger als die vollsmarten Modelle.

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