Montag, 25.05.2020
 
StartseiteVerbrauchertippHandy auf der Toilette ist ein No-Go31.03.2020

Smartphone-HygieneHandy auf der Toilette ist ein No-Go

Auf dem Smartphone sammeln sich eine Vielzahl von Bakterien und Keimen. Doch nur wenige Menschen reinigen ihr Gerät regelmäßig. Neben der Handy-Hygiene sollte in Zeiten von Corona auch der Umgang mit dem Mobilgerät angepasst werden.

Von Klaus Deuse

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Eine Frau hält ein Smartphone in den Händen (imago images / Westend61)
Zur Überlebensfähigkeit von Coronaviren auf bestimmten Oberflächen gibt es zum Teil widersprüchliche Informationen (imago images / Westend61)
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Smartphone Das bakterielle Örtchen

Das Smartphone ist vor allem bei der jungen Generation Bestandteil des täglichen Lebens. Denn es bietet die Möglichkeit, immer und überall erreichbar zu sein, Nachrichten auszutauschen oder Videos anzuschauen. Darum, so Sicherheitsexperte Tim Berghoff von G DATA Cyber Defense, möchte diese Altersgruppe nicht einmal auf der Toilette auf das Mobilgerät verzichten.

"Die Altersgruppe, die das Smartphone tatsächlich am häufigsten mit auf die Toilette nimmt, ist die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen. Da reden wir von knapp drei Viertel der Befragten."

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Unterschiedliche Keime auf dem Mobilgerät

Aber auch in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen sind es immerhin noch 60 Prozent. Auch wenn in Zeiten wie diesen Händewaschen unabdingbar zur Hygiene gehört, so erfolgt der nächste Griff danach doch oft genug wieder zum Smartphone. Nach Angaben des Mental Balance-Projekts an der Universität Bonn nehmen Nutzer rund 90 Mal am Tag ihr Mobilgerät in die Hand. Und darauf befinden sich, wenn es nicht regelmäßig gereinigt wird, nach häufigem Gebrauch unterschiedliche Keime.

"Das Spektrum reicht hier von Streptokokken über Kolibakterien, die Durchfall verursachen können, bis hin zu multiresistenten Keimen, wie sie auch in Krankenhäusern vorkommen."

Insbesondere multiresistente Keine können schwerste Erkrankungen verursachen. Allerdings reinigen nur 16 Prozent täglich ihr Smartphone, 19 Prozent dagegen fast nie. Zur Reinigung eignen sich Mikrofaser- oder Brillenputztücher sowie spezielle Display-Reinigungstücher. Tücher oder Flüssigkeiten sollten aber auf keinen Fall Alkohol enthalten, um nicht die Oberfläche des Geräts zu beschädigen. Tim Berghoff rät zudem, gezielt Ladebuchsen und Kopfhöreranschlüsse zu säubern, da sich dort besonders leicht Verunreinigungen ansiedeln. Im Kontext der Coronakrise kommt es entscheidend darauf an, einen angemessenen Sicherheitsabstand zu Mitmenschen einzuhalten. Dazu gehört auch der ansonsten gewohnte Umgang mit dem Smartphone.

"Da ist die Versuchung natürlich groß, wenn man jemandem ein Video oder ein Lied irgendwie vorspielen möchte, das Smartphone einfach mal eben kurz rüber zu reichen oder zu werfen."

Coronavirus (imago / Science Photo Library)Alle Beiträge zum Thema Coronavirus (imago / Science Photo Library)

Smartphone nicht so oft aus der Hand geben

Zur Überlebensfähigkeit von Coronaviren auf bestimmten Oberflächen gibt es zum Teil widersprüchliche Informationen. Nach Angaben des Bundesinstitutes für Risikobewertung gilt ein langes Überleben auf einer trockenen Oberfläche als eher unwahrscheinlich. Dennoch rät Tim Berghoff zur Vorsicht.

"Wenn allerdings eine Person, die ohne ihr eigenes Wissen diesen Krankheitserreger in sich trägt und auf das Smartphone übertragen hat, dieses Smartphone dann aus der eigenen Hand an jemand anderen rüber gibt, dann ist da zumindest die Möglichkeit gegeben, dass hier eine Infektion stattfindet."

Vorsicht in der Handhabung des Smartphones kann also nicht schaden. Und dazu gehört auch eine regelmäßige Reinigung des Mobilgerätes.

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