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StartseiteVerbrauchertippWenn das Handy zum Festnetztelefon wird05.10.2018

SmartphonesWenn das Handy zum Festnetztelefon wird

In Zeiten von Flatrates und günstigen Internet-Tarifen stellt sich für viele die Frage, ob ein Festnetzanschluss noch sinnvoll ist. Denn auch, wer alles vom Handy aus erledigt, kann auf diesem unter einer Festnetznummer erreichbar sein. Und gerade für Auslandstelefonate lohnt sich der Griff zum Smartphone.

Von Hilde Braun

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Ein Mann telefoniert mit einem Smartphone mit Windows-Betriebssystem (Foto: Picture alliance: Antti Aimo-Koivisto)
Handys und Smartphones können mit einer zusätzlichen Festnetz-Nummer genutzt werden (Foto: Picture alliance: Antti Aimo-Koivisto)
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Die Entscheidung für oder gegen einen Festnetzanschluss hängt vor allem davon ab, wie das Telefon oder das Handy genutzt werden. Gerade im geschäftlichen Bereich ist das Festnetz bisher kaum wegzudenken. Fast alle Unternehmen haben Festnetztelefonnummern.

Markus Weidner ist Redakteur bei Teltarif, einem unabhängigen Verbrauchermagazin rund um Telekommunikation und Internet: "Weil einfach die Verbindungsqualität besser ist, zuverlässiger ist, es gibt aber auch viele Privatkunden die sagen Festnetz ist mir einfach lieber, da habe ich eine Flatrate, auf dem Handy habe ich vielleicht nur eine Prepaidkarte ohne Allnet-Flatrate." 

Gerade ältere Menschen nutzen weiterhin vor allem das klassische Festnetz-Telefon. Viele jüngere Menschen legen sich inzwischen einen Festnetzanschluss aber nur noch zu, weil sie zuhause einen schnellen DSL-Internetanschluss wollen. Zwar gibt es längst auch Tarife, die nur Internet anbieten. Viel billiger sind die reinen Internet-Tarife allerdings auch nicht, deshalb überwiegen sogenannte Kombiangebote auf dem Markt, die sowohl Internet als auch einen Festnetzanschluss enthalten.

"Aber gerade viele regionale Telefongesellschaften haben das auch, da muss man vergleichen: Was ist für mich die günstigere Alternative?"

Ein Gerät reicht aus

Alternativ zum klassischen Festnetzanschluss mit Internetanschluss gibt es die Möglichkeit ein Handy mit einer zusätzlichen Festnetznummer zu nutzen. Der Vorteil: Man ist zum Festnetzpreis auch unterwegs erreichbar - in der Regel bundesweit - auch wenn man nicht zuhause ist. Anrufer, die dann die Festnetznummer wählen, sparen sich so teure Handygebühren. Außerdem reicht ein Gerät aus.

Ob man aber wirklich auch auf der Festnetztelefonnummer rund um die Uhr erreichbar sein möchte, sollte man sich allerdings gut überlegen: "Das nutzen auch Geschäftspartner zu Zeiten Sonntagsabend 22 Uhr möglicherweise aus. Man hat dann eben Vor- und Nachteile damit. Die Lösung wäre dann eben zwei Geräte zu verwenden, zwei verschiedene Rufnummern und auf der Geschäftsrufnummer eben nur dann erreichbar sein, wenn man das auch wirklich möchte."

Call-by-call Angebote

Die Option Festnetznummer auf dem Handy kostet aber meist extra und sie wird nicht von in allen Tarifen angeboten. Vorteil beim klassischen Festnetzanschluss ist, dass je nach Anbieter sogenannte Call-by-call Angebote genutzt werden können. Also Nummern, die vor der eigentlichen Rufnummer gewählt werden, bei denen weniger Gebühren anfallen zum Beispiel für ein Gespräch ins Ausland oder auf ein Mobiltelefon, erklärt Anneke Voß, Fachbereichsleiterin für Telekommunikation, Internet und Medien von der Verbraucherzentrale Hamburg.

"Wenn man zum Beispiel regelmäßig in die USA telefoniert, kann sich das zum Beispiel lohnen. Denn die wenigsten werden eine Flatrate für die USA haben auf dem Handy. Und dann kann man jedes Mal diese kleine Nummer vorweg wählen und hat dann einen günstigen Tarif, das ist schon ein Vorteil."

Auslandstelefonate über die Internet-Verbindung

Solche Call-by-call Angebote gibt es für das Mobiltelefon zwar nicht. Alternativ können aber zum Beispiel Auslandstelefonate günstig über die Internet-Verbindung geführt werden. Dafür gibt es verschiedene, sogenannte Voice over IP oder "VoIP"-Angebote. Die entsprechenden Funktionen sind in vielen Smartphones bereits eingebaut oder lassen sich einfach per App nachrüsten.

Angeboten werden sowohl Minuten-Pakete auf Guthaben-Basis als auch als klassischer Vertrag auf Rechnung. Außerdem bieten VoIP-Anbieter ebenfalls Festnetz-Nummern an – unter denen das Smartphone dann zusätzlich erreichbar ist. Aber: VoIP-Telefonate können nur mit einer funktionierenden Datenverbindung geführt werden und sie kosten Akkulaufzeit.

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