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StartseiteSternzeitPerlmutt am Nordhimmel01.06.2016

Sommerliche Leuchtende NachtwolkenPerlmutt am Nordhimmel

Am dämmrigen Himmel über dem Nordhorizont zeigen sich in den kommenden Wochen hin und wieder faserige Wolken, die silbrig glänzen und mit Rot- und Blautönen fast wie schillerndes Perlmutt wirken.

Von Dirk Lorenzen

Leuchtende Nachtwolken über Kühlungsborn (IAP)
Leuchtende Nachtwolken über Kühlungsborn (IAP)

Diese "Leuchtenden Nachtwolken" sind ein sommerliches Phänomen. Sie treten in Höhen von etwa 80 Kilometern auf und sind nur zu sehen, wenn die Sonne zwischen sechs und sechzehn Grad unter dem Horizont steht.

Ist sie nicht tief genug, werden die Wolken noch überstrahlt. Ist sie zu tief, bekommen auch die hohen Wolken kein Sonnenlicht mehr ab.

Weitgehend unklar ist, wie genau diese Wolken entstehen. Es sind keine "normalen" meteorologischen Wolken, die maximal nur etwa dreizehn Kilometer hoch reichen.

Leuchtende Nachtwolken sind so hoch, dass sie auch in der Nacht noch Sonnenlicht abbekommen. (NASA)Leuchtende Nachtwolken sind so hoch, dass sie auch in der Nacht noch Sonnenlicht abbekommen (NASA)

In der großen Höhe der Nachtwolken ist unsere Atmosphäre extrem kalt, fast -100 Grad Celsius. Es gibt Hinweise, dass die Wolken häufiger nach starken Vulkanausbrüchen oder nach Sternschnuppenströmen auftreten. Demnach könnten die Eiskristalle sich sowohl an Partikeln irdischer Herkunft, als auch an kosmischem Staub anlagern.

Seit 2007 kreist der NASA-Satellit AIM um die Erde und untersucht das Eisverhalten in der hohen Atmosphäre. Offenbar traten "Leuchtende Nachtwolken" in den letzten Jahren immer häufiger auf – zugleich sank die Temperatur in der Höhe der Wolken. Was dies für das Klima auf der Erde bedeutet, ist noch nicht verstanden.

Die kurzen Sommernächte der kommenden Wochen sind nicht gut geeignet, um schwache Sterne und Galaxien zu beobachten. Dafür zeigt sich tief am Nordhimmel ab und zu das wunderschöne Perlmutt der Leuchtenden Nachtwolken.

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