Freitag, 23.08.2019
 
StartseiteVerbrauchertippEine kühle Wohnung auch bei Hitze15.07.2019

SommerperiodeEine kühle Wohnung auch bei Hitze

Lange Sommertage und warme Nächte: Früher oder später heizt sich schließlich jede Wohnung auf. Wie schnell das passiert, und wie heiß es dann tatsächlich wird, lässt sich allerdings beeinflussen. Das Wichtigste ist, die Wärme möglichst auszusperren.

Von Susanne Kuhlmann

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Was tun bei Hitze? Die Bewohner eines Hauses im Siegerland haben die Rolllaeden geschlossen um das Haus im inneren vor den kommenden Temperaturen zu schützen. (imago images / Rene Traut)
Was tun bei Hitze? Die Bewohner eines Hauses im Siegerland haben die Rollläden geschlossen, um das Haus im inneren vor den kommenden Temperaturen zu schützen. (imago images / Rene Traut)
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"Rollläden runter, Raffstores - das sind diese außen liegenden Lamellenvorhänge - runterlassen und die Fenster geschlossen lassen, so dass möglichst wenig warme Luft von außen nach innen eindringen kann und auch die warme Sonne nicht in die Wohnung scheint, solange es draußen wärmer ist als drinnen."

Das ist das Entscheidende, um heiße Tage zuhause gut zu überstehen, sagt Stefan Nakazi von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Gelüftet werden muss natürlich auch - allerdings erst, wenn es sich draußen abgekühlt hat. Dann: "Möglichst lange lüften und querlüften." 

Wobei sich die Wohnung unterm Dach schneller aufheizt, aber auch schneller abkühlt als der dickwandige Altbau. 

"Man braucht möglichst viel Luftaustausch und das so lange, dass auch die inneren Wände, die Möbel, die ja auch warm geworden sind, Zeit haben, wieder abzukühlen."

Carina Zahlmann freut sich, dass ihre Erdgeschosswohnung dank des Wechsels zwischen Verschatten und Lüften auch nach einer Reihe hochsommerlicher Tage noch angenehm kühl ist. "Ich bin ganz stolz. Ich habe konstant 24 Grad in meiner Altbauwohnung. Wenn morgens um halb sieben die Sonne rein scheint, stehe ich auch auf und mache meine Rollos runter. Auf der anderen Seite, wo Schatten ist, ziehe ich die Rollos hoch und öffne die Fenster. Gegen zwölf ist dann auf der Straßenseite keine Sonne mehr, dann ziehe ich die Rollos wieder hoch und mache auf der Gartenseite die Rollos runter und schließe auch die Fenster vorher." 

Elektrische Geräte sind eine ungewollte Wärmequelle

Die öffnet sie dann erst abends wieder weit zum Lüften. Elektrische Geräte sind im Sommer eine ungewollte Wärmequelle. Zum Beispiel ein zweiter Kühlschrank für den sommerlichen Getränkevorrat, der seine Wärme in den Raum abstrahlt. Oder Heizungsrohre, in denen erwärmtes Wasser zirkuliert. Hier hilft das Umstellen der Anlage auf den Sommerbetrieb. Auch große Fernsehbildschirme, Computer und Wäschetrockner liefern zusätzliche Wärme. So wie die Spülmaschine. Stefan Nakazi: "Wenn die Spülmaschine fertig ist, macht man sie auf, und dann kommt erst mal ein warmer, feuchter Schwall Luft raus. Das kann man auf die Zeiten verlegen, wenn man gerade sowieso durchlüftet. Dann wird diese warme, feuchte Luft sofort abtransportiert", und heizt die Küche nicht weiter auf. Verbessert ein Ventilator das Raumklima?

"Ja, der bringt was, zumindest für das Gefühl. Der bringt das Gefühl der bewegten Luft, und unser Schweiß kann dann verdunsten. Damit regelt unser Körper auch seine Temperatur. Natürlich senkt der Ventilator nicht die absolute Temperatur."

Mobile Klimageräte brauchen viel Strom

Vom Einsatz von Klimageräten hält Stefan Nakazi nicht viel. Mobile Geräte für ein paar hundert Euro werden über einen aus dem Fenster geleiteten Schlauch entlüftet und brauchen viel Strom. Fest verbaute Klimaanlagen, die vom Fachmann installiert werden müssen, kosten zwischen 2500 und 3000 Euro, und zum Anschließen müssen zwei Rohrleitungen durch die Außenwand des Hauses gelegt werden. Dann arbeiten diese Anlagen allerdings deutlich sparsamer als die mobilen Klimageräte.

"Die sind sehr effizient. Alle Klimageräte haben die Effizienzklassen, die man von Kühlschränken kennt. Da sollte man darauf achten, dass es mindestens die Effizienzklasse A hat, und je mehr + oben dran sind, desto besser."

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