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SonderwegSchwedens Außenministerin befürchtet Stigmatisierung in der Coronakrise

Die Stockholmer Einkaufsstraße Drottninggatan am 1. April 2020. (www.imago-images.de)
Geöffnet trotz Corona-Pandemie: die Stockholmer Einkaufsstraße Drottninggatan am 1. April 2020. (www.imago-images.de)

Wegen Schwedens Corona-Sonderweg befürchtet Außenministerin Linde eine Ungleichbehandlung ihres Landes.

Linde sagte der Nachrichtenagentur TT, Schweden verfolge explizit nicht das Ziel der sogenannten Herdenimmunität. US-Präsident Trump hatte mehrfach betont, dass Schweden diesen Weg gehe. Linde sagte: "Das ist einfach falsch, wir haben eine solche Strategie nicht. Aber wenn Trump etwas sagt, wird es weltweit eine große Sache. Ich habe sehr viel Zeit investiert, um das Gegenteil zu beweisen." Allerdings betont auch Schwedens Staatsepidemiologe Tegnell, dass die Herdenimmunität ein wichtiges Instrument wäre, solange es noch keinen Impfstoff gibt. Die Herdenimmunität an sich sei allerdings nicht das Ziel.

Auch ihren europäischen Amtskollegen habe Linde erklären müssen, dass Schweden kein anderes Ziel verfolge als ihre Regierungen. Nur mache Schweden das auf eine etwas andere Art und Weise. Das nordeuropäische Land hatte Restaurants, Bars und Schulen nicht geschlossen.

Schweden verzeichnet aber im Vergleich zu den nordeuropäischen Nachbarländern und auch zu Deutschland eine höhere Sterblichkeit bezogen auf die Einwohnerzahl. Pro 100.000 Einwohner sind laut Johns-Hopkins-Universität in Schweden 36 Menschen gestorben, in Deutschland und Dänemark weniger als zehn, in Norwegen vier und in Finnland fünf. Allerdings gibt es innerhalb Schwedens große regionale Unterschiede: Von den 3.831 Todesfällen (Stand 21.05., 9 Uhr) sind 1.879 aus dem Raum Stockholm, wohingegen beispielsweise die südschwedische Region Skåne mit 130 Toten vergleichsweise leicht betroffen ist.

In Dänemark wollen Oppositionspolitiker die Grenzen nach Schweden dennoch nicht öffnen, wohl aber nach Norwegen und Deutschland. Auch Finnland und Norwegen überlegen, die schwedischen Nachbarn mit Verweis auf die hohen Infektionszahlen nicht einzulassen. Außenministerin Linde wies dies als ungerechtfertigt zurück, da die Konzentration sehr regional und Todesfälle vor allem in Altenheimen vorgekommen seien. Sie räumte ein, dass Schweden der Schutz von Personen in Heimen misslungen sei.

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