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StartseiteSternzeitMondmodelle und Sofi-Wirklichkeit18.08.2017

SonnenfinsternisMondmodelle und Sofi-Wirklichkeit

Morgen früh ist die hauchdünne Mondsichel dicht neben der hellen Venus zu sehen. Am Montag zeigt sich dann der Neumond vor der Sonne. In einem schmalen Streifen in den USA kommt es zu einer totalen Sonnenfinsternis. In großen Teilen des Pazifiks und Atlantiks und in Westeuropa wird die Sonne zumindest teilweise abgedeckt. Ob auch der äußerste Nordwesten Deutschlands in den Genuss einer partiellen Sonnenfinsternis kommt, ist nicht ganz klar.

Von Dirk Lorenzen

Mit ganz viel Glück vielleicht zu sehen: Mini-Finsternis in Borkum am Montag, unmittelbar zu Sonnenuntergang (Tellurium)
Mit ganz viel Glück vielleicht zu sehen: Mini-Finsternis in Borkum am Montag, unmittelbar zu Sonnenuntergang (Tellurium)

Das "Himmelsjahr", ein Jahrbuch für Amateur-Astronomen, sagt etwa für Aachen, Emden und Wilhelmshaven voraus, dass sie Montag wenige Minuten vor Sonnenuntergang im Halbschatten des Mondes liegen. Dagegen sieht die Prognose der NASA Deutschland praktisch komplett außerhalb des Finsternisbereichs.

Der französische Finsternisexperte Xavier Jubier sieht die Schattengrenze in Ostfriesland – in Borkum könnten 5 Minuten Finsternis zu sehen sein (Xavier Jubier)Der französische Finsternisexperte Xavier Jubier sieht die Schattengrenze in Ostfriesland – in Borkum könnten 5 Minuten Finsternis zu sehen sein (Xavier Jubier)

Die Grenzlinien von Finsternissen lassen sich nicht exakt vorausberechnen. Der Mondrand ist wegen der Berge und Täler regelrecht gezackt – und so setzen die Modelle etwas unterschiedliche Durchmesser der Mondscheibe an. Auch der Sonnendurchmesser steht nicht genau fest.

Gerade bei einer Finsternis unmittelbar vor Sonnenuntergang spielt das Brechungsvermögen der Erdatmosphäre eine große Rolle. Wird das Sonnenlicht stärker gebrochen, bleibt die Finsternis länger zu sehen.

Je nach verwendeten Werten verschiebt sich die berechnete Grenzlinie um Dutzende Kilometer. So wird es Montag Abend spannend.

Mit viel Glück lässt sich von Borkum aus ein Hauch der Finsternis erhaschen. Unmittelbar vor dem Untergang könnte der untere Rand der Sonne minimal angebissen sein – vielleicht ist aber auch nichts zu sehen.

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