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Sozialpsychologin WaltherAfD setzt auf "unterkomplexes Bild" vieler Probleme

Björn Höcke (AfD) im Blick einer TV-Kamera (imago stock&people)
Im Landtagswahlkampf in Sachsen liegt die AfD nach aktuellen Prognosen als zweitstärkste Kraft nur knapp hinter der CDU. (imago stock&people)

Die AfD hat nach Einschätzung der Sozialpsychologin Eva Walther auch deshalb Erfolg, weil sie mehr als andere Parteien auf unbefriedigte Bedürfnisse der Bevölkerung und emotionale Faktoren abziele.

Das legte Walther im Deutschlandfunk dar. Walther forscht an der Universität Trier zu den Faktoren, die den Aufstieg der AfD begünstigt haben. Sie betonte, je nach Wählergruppe spreche die Partei unterschiedliche Bedürfnisse an. So verspreche die AfD ostdeutschen Wählern, die sich häufig als Menschen zweiter Klasse betrachteten, eine neue Form von Wertschätzung. Verunsicherten Konservativen versichere die AfD eine Rückkehr in geordnete Verhältnisse mit einem Vater-Mutter-Kind-Familienbild. Und enttäuschten Nichtwählern verspreche sie, dem politischen Establishment den Marsch zu blasen.

Ängste statt Lösungsansätze

Insgesamt vermittelt die AfD dadurch laut Walther ein unterkomplexes Bild vieler Probleme, das verunsicherten Menschen Sicherheit und Kontrolle suggeriere. Darüber hinaus denke die AfD fast alle Themen von einem Punkt aus: der Migrationspolitik. Hinter der Forderung nach mehr direkter Demokratie könne sich z.B. ein Volksentscheid gegen den Bau neuer Moscheen verbergen, beschrieb die Sozialpsychologin.

Mit Slogans wie "Trau dich, Sachsen!" im aktuellen Landtagswahlkampf verkläre die AfD zudem den Wahlgang zu einem heroischen Akt. Die Aufforderung vermittle den Menschen den Eindruck, sich nach Jahren der Fremdbestimmung wieder selbstverwirklichen zu können. Zugleich setzt die Partei laut Walther vor allem darauf, Ängste zu schüren und biete wenige Lösungsansätze. Die anderen Parteien täten gut daran, "klarzumachen, wie wenig die AfD als Partei effektiv zu bieten habe". Rund drei Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen steht die AfD in aktuellen Umfragen mit 25 Prozentpunkten als zweitstärkste Kraft knapp hinter der CDU.

Das Interview in voller Länge finden Sie in der Sendung "Aus Kultur- und Sozialwissenschaften".