Corona-ImpfstoffSpahn wirbt für Moderna

Der geschäftsführende Gesundheitsminister Spahn hat erneut der Darstellung widersprochen, sein Ministerium wolle Corona-Impfdosen von Biontech/Pfizer zurückhalten. In einer Pressekonferenz warb er gleichzeitig für den mRNA-Impfstoff von Moderna. Manche Virologen bezeichneten diesen als "Rolls Royce unter den Impfstoffen".

22.11.2021

Spahn sitzt vor der blauen Wand auf dem Podium der Bundespressekonferenz und spricht zu Medienvertreter*innen.
Jens Spahn (CDU), der geschäftsführende Bundesminister für Gesundheit, in der Bundespressekonferenz in Berlin (picture alliance/dpa)
Alles was man an Biontech-Impfstoff habe und noch künftig geliefert bekomme, gebe man auch weiter, sagte Spahn in der Bundespressekonferenz. Allerdings hätten sich die Lager aufgrund hoher Nachfrage so geleert, dass man ab kommender Woche zunächst nur noch zwei bis drei Millionen Dosen je Woche ausliefern könne. Heute und morgen gingen allerdings noch einmal sechs Millionen Biontech-Impfdosen in die Versorgung in Deutschland, erklärte Spahn.

Moderna - der "Rolls Royce unter den Impfstoffen"?

Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Cichutek, betonte, die Impfstoffe von Biontech und Moderna seien sowohl in der Sicherheit auch in der Wirksamkeit gleichwertig. Spahn erklärte, manche Virologen bezeichneten Moderna sogar als Rolls-Royce unter den Impfstoffen. Moderna sei zudem ausdrücklich für die sogenannten Booster-Impfungen empfohlen und zugelassen.
Moderna versus Biontech: Gibt es Vor- und Nachteile?
Die Mitteilung des Gesundheitsministeriums, dass Arztpraxen künftig nur noch geringere Mengen des Biontech-Präparats bestellen können, war auf breite Kritik gestoßen. Politiker verschiedener Parteien warfen Spahn vor, das Vertrauen der Bevölkerung zu gefährden und den Impffortschritt auszubremsen.
Spahn erklärte, sein Ministerium bemühe sich um mehr Impfstoff von Biontech. Nach Informationen der "Bild-Zeitung" will das Mainzer Unternehmen prüfen, ob die Liefermenge kurzfristig erhöht werden könne.

Spahn rechnet ab Ende Dezember mit Impfstoff für Kinder

Außerdem soll laut dem geschäftsführenden Minister ab Ende Dezember ein Corona-Impfstoff für Kinder zur Verfügung stehen. Eine allgemeine Impfpflicht sieht Spahn wie vor kritisch. Wahrscheinlich werde zum Ende des Winters "so ziemlich jeder in Deutschland entweder geimpft, genesen oder gestorben" sein, sagte der CDU-Politiker mit Blick auf die hochansteckende Delta-Variante. In jedem Fall sei aber eine Pflicht zum Impfen moralisch geboten.
Diese Nachricht wurde am 22.11.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.