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Spahn zu Konversionstherapien"Homosexualität ist keine Krankheit"

Gesundheitsminister Spahn gemeinsam mit Experten auf dem Weg zur Pressekonferenz (dpa/Britta Pedersen)
Gesundheitsminister Spahn plant ein Verbot von Konversionstherapien (dpa/Britta Pedersen)

Bundesgesundheitsminister Spahn will noch in diesem Jahr einen Gesetzentwurf für ein Verbot sogenannter Konversionstherapien für Homosexuelle auf den Weg bringen. In Berlin stellte er die Ergebnisse einer Expertenkommission vor.

Homosexualität sei keine Krankheit und damit nicht behandlungsbedürftig, sagte der CDU-Politiker in Berlin. Spahn verwies auf zwei wissenschaftliche Gutachten, die zeigten, dass es medizinisch geboten und verfassungsrechtlich möglich sei, solche Angebote zu verbieten. Im April hatte der Minister eine Expertenkommission zu dem Thema einberufen. Der Bundesrat hatte bereits Mitte Mai die Bundesregierung aufgefordert, die rechtlichen Voraussetzungen für ein Verbot zu prüfen.

LSVD: Psychische Erkrankungen sind oft die Folge

Die sogenannten Konversionstherapien zielen darauf ab, Schwule und Lesben heterosexuell zu machen. In der Fachwelt werden sie als überflüssige und medizinisch unsinnige Pseudotherapien abgelehnt. Der Weltärztebund nennt sie "eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit und Menschenrechte der Behandelten".

Der Lesben- und Schwulenverband Deutschland begrüßte den Vorstoß des Gesundheitsministers. Die Folgen für Homosexuelle seien häufig soziale Isolation und psychische Erkrankungen, die bis zum Suizid führen könnten, sagte Verbandssprecher Ulrich dem Deutschlandfunk.