Die Nachrichten

Die Nachrichten

Die Nachrichten

SpanienBürgerkriegs-Opfer sollen "richtig" begraben werden

Eine von Rost verfärbte Kette hängt am 12.10.2011 auf dem Gelände des Tals der Gefallenen (Valle de los Caídos) nahe Madrid. Die Gedenkstätte zu Ehren der Gefallenen der faschistischen Truppen Francos im Spanischen Bürgerkrieg gilt als bedeutendes architektonisches Symbol der Diktatur Francos und wurde u.a. von etwa 20 000 Zwangsarbeitern errichtet. (picture alliance / dpa / Bodo Marks)
Gedenkstätte Valle de los Caidos - Tal der Gefallenen in Madrid (picture alliance / dpa / Bodo Marks)

In Spanien sollen zehntausende Opfer des Bürgerkriegs offiziell und würdevoll begraben werden.

Die Regierung hat beschlossen, dass der Staat das Begräbnis bezahlt. Historikerinnen und Historiker vermuten, dass insgesamt noch mehr als 100.000 Menschen in Massengräbern liegen. Sie wurden während der Franco-Diktatur ermordet, die von den 1930er Jahren bis zu den 70er Jahren dauerte. Die aktuelle sozialistische Regierung will finanzieren, dass eine Karte mit allen Massengräbern erstellt wird und dass eine DNA-Datenbank angelegt wird, um die Opfer zu identifizieren. Regierungschef Sánchez sagte, Gedenken und Gerechtigkeit müssten Aufgabe des Staates sein. Rechte Politikerinnen und Politiker werfen der Regierung vor, sie wolle mit der Aktion alte Wunden wieder aufreißen.

Streit gibt es auch über das Mausoleum, in dem Franco lange begraben lag und das an die Opfer des Bürgerkriegs erinnern soll. Die spanische Regierung will die Gedenkstätte umbauen, damit Besucherinnen und Besucher die Franco-Diktatur nicht verherrlichen. Statt pompöser Architektur könnten zum Beispiel auch die Baracken von Kriegsgefangenen gezeigt werden, die dort sind.

Diese Nachricht wurde am 16.09.2020 im Programm Deutschlandfunk Nova gesendet.