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StartseiteCorsoFremde Fotos zur Schau gestellt13.08.2019

Speicherkarten-ProjektFremde Fotos zur Schau gestellt

In einer raumfüllenden Collage haben die Künstler Felix Gärtner und Romano Dudaš Fotos aus aller Welt in einen neuen Kontext gebracht – Fotos, die von gebrauchten Speicherkarten stammen. "Gerade dass diese Bilder nicht für fremde Augen bestimmt waren, macht sie besonders", sagte Dudaš im Dlf.

Romano Dudaš im Corsogespräch mit Sören Brinkmann

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An den Wänden in einem hellen Ausstellungsraum sind unterschiedliche Fotomotive zu einer Collage zusammengefügt. (Galerie Kernweine)
Blick in die Ausstellung "Nothing's Lost in Numbers" (Galerie Kernweine)

Es sind Bilder, die eigentlich nicht für fremde Augen bestimmt waren, die nun aber Teil einer Ausstellung geworden sind: Alltagsmotive, Urlaubsschnappschüsse, verwackelte Fotos und teilweise spektakuläre Aufnahmen.

Die Künstler Felix Gärtner und Romano Dudaš haben aus einer Vielzahl fremder Fotos eine Collage gestaltet, die seit dieser Woche in der Ausstellung "Nothing’s Lost in Numbers" in Stuttgart zu sehen ist. Neben den Fotos werden auch Videos gezeigt.

Beschafft haben sich die beiden Künstler ihr Material über das Internet. Insgesamt 31 gebrauchte Speicherkarten aus aller Welt kauften sie online und sicherten die teilweise bereits gelöschten Bilder.

Fahrlässiger Umgang mit eigenen Bildern

"Wir haben gemerkt, dass da noch eine große Fahrlässigkeit herrscht", so Romano Dudaš, der mit der Aktion auch auf das Thema Datensicherheit hinweisen möchte.

"Wir erschaffen eine Fotoblase, in der wir keine direkten Gesichter zeigen. Damit machen wir auf eine Sicherheitslücke aufmerksam, und um das zu erreichen, müssen wir flexibel mit gegebenen Grenzen agieren."

In der Ausstellung zeige sich, dass wir oft die gleichen Motive fotografieren, sagte Dudaš im Deutschlandfunk. "Aber es gibt eben auch diese Ausreißer, wie zum Beispiel Bilder von einem militärischen Flugzeugträger oder Bilder aus Afrika von brennenden Ölfeldern."

Nutzung von Fotos hat sich verändert

Dudaš macht aber auch deutlich, dass sich in unserem Umgang mit Fotos etwas verändert hat. So werde viel stärker als früher schon beim Fotografieren an die Nutzung in den Sozialen Medien gedacht.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

Die Ausstellung "Nothing’s Lost in Numbers" ist noch bis zum 6. Oktober in der Galerie Kernweine in Stuttgart zu sehen.

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