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Spielemesse GamescomBundeswehr wegen Plakaten in der Kritik

Besucher auf der Gamescom 2018 warten darauf, das Videospiel "Battlefield 5" zu spielen. (picture alliance / dpa / Christophe Gateau)
Besucher bei der Spielemesse Gamescom. (picture alliance / dpa / Christophe Gateau)

Auf der Computer- und Videospielemesse Gamescom in Köln ist auch die Bundeswehr vertreten. Mit Plakaten in Computerspiel-Ästhetik und Slogans wie "Multiplayer at its best" sorgt sie für Kritik.

Als Multiplayer-Games werden Computerspiele wie zum Beispiel "Counter Strike" bezeichnet, bei denen mehrere Spieler zusammen bzw. gegeneinander antreten.

Kritik an den Plakaten wurde unter anderem im Online-Netzwerk Twitter geäußert. Die Bundeswehr lasse den Krieg so darstellen als sei es ein Spiel, schrieb etwa der Nutzer "MOKOffiziell".

Bewusste Provokation oder Anregung zum Nachdenken?

Auf Anfrage von Dlf24 erklärte ein Bundeswehr-Sprecher, man habe im Umfeld der Gamescom bewusst ein ernstes Thema ansprechen und junge Menschen zum Nachdenken anregen wollen. Die Kernfrage, die man dabei stelle, sei: "Krieg spielen oder für den Frieden kämpfen?".

Deutschlandfunk-Nova-Reporter Thomas Ruscher schilder bei Twitter seinen Eindruck von der Gamescom:

Die Truppe nutze die Videospiel-Ästhetik, um eine -aus ihrer Sicht- darüber hinaus gehende Botschaft zu transportieren und um Nachwuchs zu werben, schreibt der Journalist und Militär-Experte Thomas Wiegold auf seiner Internetseite "Augen Geradeaus!". Ob diese Herangehensweise funktioniere, darüber könne man streiten. Da die Bundeswehr nicht zum ersten Mal auf der Messe präsent ist, verweist Wiegold in dem Artikel auch auf eine Aussage der Verantwortlichen zum Gamescom-Auftritt im vergangenen Jahr: "Ein Shooter hat mit dem Soldatenleben nichts gemein. Die Bundeswehr ist kein Spiel."

Messe-Organisatoren wollen Plakate mit Bundeswehr besprechen

Der Journalist Dominik Schott hat nach eigenen Angaben wegen der aktuellen Werbekampagne bei der Organisation der Kölner Messe nachgefragt. Man wolle nach der Messe mit den Verantwortlichen der Bundeswehr über die Gestaltung der Anzeigen sprechen, habe man ihm mitgeteilt.

Mittlerweile gibt es auch mehrere satirische Reaktionen auf die Aktion der Bundeswehr. Eine kommt von Jan Böhmermann:
(wes)
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