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StartseiteSport am WochenendeMehr Geld stärkt DOSB-Spitze01.07.2018

SpitzensportförderungMehr Geld stärkt DOSB-Spitze

23 Millionen Euro mehr für den Spitzensport: Das hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages letzte Woche entschieden. Für Alfons Hörmann, den Präsidenten des DOSB, eine sehr gute Nachricht. Die zusätzlichen Mittel sind ein Argument für seine Wiederwahl im Dezember. Dazu stärkt ihm Parteifreund Horst Seehofer den Rücken.

Von Robert Kempe

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Alfons Hörmann, Präsident Deutscher Olympischer Sportbund DOSB am 12. 04. 2018 in Berlin (imago sportfotodienst)
Alfons Hörmann, Präsident Deutscher Olympischer Sportbund DOSB am 12. 04. 2018 in Berlin (imago sportfotodienst)
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Die Woche, sie hatte auf jeden Fall einen Gewinner: Den Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbunds Alfons Hörmann. Zufrieden trat er am Donnerstag vor die Presse und kommentierte die satte Erhöhung der Sportförderung um 23,2 Millionen Euro. 

"Das was wir gestern bekommen haben, sehen wir als ersten Schritt in die Umsetzung, was das finanztechnische Thema anbelangt. Horst Seehofer hat ja gestern beim Sportausschuss sehr klar und eindeutig formuliert, dass die Gesamtkonzeption, auch im Sinne der gemeinsam ermittelnden Finanzbedarfe, die Richtschnur und die Richtlinie für die Haushalte 2019 fortfolgend sein wird."

Horst Seehofer sichert DOSB "volle Unterstützung" zu

Der für den Sport zuständige Bundesinnenminister Horst Seehofer und Alfons Hörmann. Parteifreunde - beide CSU. Das erleichtert wohl Verhandeln. Diesen Eindruck vermittelte Seehofer auch in dieser Woche bei seinem Antrittsbesuch im Sportausschuss des Bundestags, erklärt die Vorsitzende Dagmar Freitag von der SPD.

"Also von der Außenansicht teile ich diese Ansicht, dass es da durchaus eine stabile Männerfreundschaft gibt. Nicht wörtlich aber sinngemäß hat der Minister das im Ausschuss auch kundgetan. Und das bedeutet natürlich, dass es umso mehr Aufgabe des Parlaments sein wird, zu schauen, was wird da vereinbart und wofür heben wir tatsächlich die Hand.  Denn eins ist klar, Herr Seehofer, sollte er da noch Minister sein, kann nur das Geld ausgeben, was das Parlament ihm bewilligt."

Genaues Hinschauen - das wird wohl nötig sein. Seehofer kündigte unter der Woche an, sich für einen massiven Aufwuchs in der Sportförderung einzusetzen. 120 Millionen Euro Steuergeld sollen es sein. Er unterstütze vollends die Linie des DOSB. "Ich habe mit dem Deutschen Olympischen Sportbund mit der Spitze, insbesondere mit der Herrn Hörmann, ein sehr intensives Gespräch geführt. Der DOSB hat meine volle Unterstützung bei der Reform, bei den Reformbestrebungen im Spitzensport. Wir werden auch dafür sorgen, dass für diese Reformbestrebungen mehr Geld im Bundeshaushalt zur Verfügung gestellt wird."

Hörmann steht intern unter Druck

Die Haushaltsentscheidung stärkt Hörmann den Rücken. Denn intern steht er seit geraumer Zeit unter Druck. Seinen Sportfreunden versprach der Allgäuer mehr Geld. Deswegen stimmten die der Spitzensportreform zu. Geliefert hatte er bisher nicht. Und im Dezember sind Wahlen im Sportbund. Da passt auch Seehofers Bekenntnis, wonach man sich demnächst gern mit der Rolle als Zahlmeister abfindet. "Weil ich glaube, die Politik ist gut beraten, wenn sie sportfachlich sich nach denen richtet, die im Sport tätig sind und sich nicht als Vormund betätigt, die Politik."

Dafür wurde im BMI gar die Leitung der verantwortlichen Abteilung ausgetauscht. Gerhard Böhm wurde in den Ruhestand versetzt. Dessen kritische Haltung ging der DOSB-Spitze immer mehr gegen Strich. Immer wieder vertrat seine Abteilung die Devise, erst die Reform dann mehr Geld. Aus BMI-Kreisen ist nun zu vernehmen, dass die Stimmung aktuell stark angespannt ist. Die neuen handelnden Personen, so heißt es, sollen wohl vor allem den DOSB befrieden.

Sportausschuss des Bundestags weist Kritik zurück

Eine Situation in der eigentlich der Sportausschuss des Bundestags gefragt ist. Doch der scheint momentan eher mit sich selbst beschäftigt. So kritisierte der sportpolitische Sprecher der Linken, André Hahn, am Samstag im Deutschlandfunk die mangelnde Diskussionskultur im Ausschuss bei Haushaltsfragen und fehlende Informationen vor allem für die Oppositionsparteien. Dem widerspricht die Ausschussvorsitzende Dagmar Freitag.

"Dass der Abgeordnete Dr. Hahn offensichtlich die parlamentarischen Spielregeln bewusst falsch dargestellt hat, von daher muss ich wirklich sagen, alle Informationen, die wir von Sachverständigen und von Ministerien bekommen - und wenn ich sage "Wir" ist das das Sportausschusssekretariat - werden unverzüglich und zeitgleich an alle Fraktionen weitergeleitet. Man muss dann halt lesen und wenn Fragen offen sind, muss man als Fraktion das Ministerium oder die jeweiligen Sachverständigen befragen."

Und Fragen gibt es genug zur neuen Klüngelei zwischen DOSB und BMI. Der DOSB fordert weiter massiv mehr Steuergeld insgesamt 300 Millionen Förderung sollen es 2020 sein. Und der Haushalt für das kommende Jahr wird schon im Herbst verabschiedet.

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