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StartseiteSport am WochenendeKein Geld mehr für Schachspieler10.05.2014

SportförderungKein Geld mehr für Schachspieler

Das Bundesinnenministerium streicht dem Deutschen Schachbund, DSB, die Fördergelder. Noch im Vorjahr waren 130.000 Euro geflossen. Das wurde jetzt bekannt.

Von Matthias Friebe

Schachbrett mit Figuren (Stock.XCHNG / sanal ozturk)
Fördergelder für den Deutschen Schachbund gestrichen (Stock.XCHNG / sanal ozturk)

Beim Denksport Schach fehle die vorliegende eigenmotorische Aktivität, heißt es der Mittelung des Ministeriums an den Schachbund. Schon länger waren die Verantwortlichen des DSB von Kürzungen in größerem Maße ausgegangen, denn bereits vor vier Jahren war über eine Streichung der Förderung gesprochen worden.

Ein in der Satzung des Deutschen Olympischen Sportbundes verankerter Bestandsschutz rettete die Schachspieler aber vor Kürzungen und Streichungen. Klar war dem Schachbund aber, dass in Zukunft ein großer Teil der Fördergelder von sportlichen Erfolgen abhängig gemacht werde. Deshalb sahen sich die Schachspieler mit dem Gewinn der Europameisterschaft 2011 eigentlich auf einem guten Weg. Und auch noch im vergangenen Dezember gab es Grund zur Hoffnung. In Anwesenheit des zuständigen Referatsleiters aus dem Innenministerium bestätigte der Deutsche Olympische Sportbund in Wiesbaden einstimmig, dass Schach ein förderungswürdiger Sport sei.

Dass dem Schachsport jetzt vom Ministerium durch die genannte Begründung sogar die Anerkennung als vollwertiger Sport versagt wird, trifft den Schachbund schwer, zumal auch das Internationale Olympische Komitee am Status des Schachsports nicht rüttelt.
Nach der Aberkennung der Leistungssportförderung steht der Verband vor großen finanziellen Herausforderungen. Seit 1976 bezieht der DSB Fördergelder, zuletzt in Höhe von 130.000 Euro.

Das Loch im Haushalt könne für das laufende Geschäftsjahr ausgeglichen werden, erklärte der für die Finanzen zuständige Vizepräsident Michael Langer, die Rücklage werde aber abschmelzen und den DSB damit an die Grenze der notwendigen Liquidität führen. Langer will jetzt versuchen, den Beschluss zumindest teilweise rückgängig zu machen.

 

 

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