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StartseiteVerbrauchertippGute Technik, Lücken beim Datenschutz27.03.2019

SprachassistentenGute Technik, Lücken beim Datenschutz

In immer mehr Haushalten stehen Sprachassistenten, die auf Zuruf Musik spielen oder Kochrezepte vorlesen. Die Stiftung Warentest hat nun mehrere WLAN-Lautsprecher geprüft, die sich mit Alexa, Google Assistant und Co. verbinden lassen. Beim Datenschutz konnte kein Modell überzeugen.

Von Dieter Nürnberger

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Der Smart Speaker Google Home Max, aufgenommen am 31.08.2018 waehrend der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin. (picture-alliance / dpa / Franziska Gabbert)
Smarte Lautsprecher hören laut Stiftung Warentest nicht eigenmächtig mit (picture-alliance / dpa / Franziska Gabbert)
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Untersucht wurden 18 WLAN-Lautsprecher mit integriertem Sprachassistenten. Von der Klangqualität her sind sie nicht mit dem Sound einer guten Stereoanlage vergleichbar, eher mit der von guten Bluetooth-Lautsprechern, so die Stiftung Warentest. Und da für die Nutzung von beispielsweise Alexa inzwischen nicht mehr unbedingt eine Box von Amazon notwendig ist, spielte die Kompatibilität die wichtigste Rolle bei der Funktionsprüfung, so Warentester Michael Wolf.

"Richtig gut funktioniert die auf den Echo-Lautsprechern von Amazon. Und zum Beispiel auch auf dem Sonos-Lautsprecher, der auch mit Amazon Alexa zusammenarbeitet. Aber wir haben auch Alexa-kompatible Geräte im Test, bei denen die Spracherkennung gar nicht so besonders funktioniert. Deshalb muss man bei Amazon stärker darauf achten, was man sich eigentlich kauft. Die funktionieren nicht alle gleich gut."

Probleme, die beim anderen weitverbreiteten Sprachassistenten, dem Google Assistant so nicht auftraten. Und Siri von Apple arbeitet ohnehin in einem geschlossenen System, das heißt: Boxen von Drittanbietern sind hier bislang nicht kompatibel.

Kein Modell überzeugte beim Datenschutz

Für das reibungslose Funktionieren der Sprachsteuerungsfunktion gab es mitunter gute Bewertungen. Da allerdings beim Datenschutz kein Modell überzeugen konnte, erhielten die meisten smarten Lautsprecher allenfalls die Gesamtnote "befriedigend". Vor allem hapert es bei den Datenschutzerklärungen, diese seien wenig transparent, sagt Michael Wolf. 

"Besonders Amazon und Google haben da auch noch sehr viele Verlinkungen auf andere Dokumente in ihren Datenschutzerklärungen, sodass man als Leser so gar nicht richtig feststellen kann, wo hört denn jetzt die Datenschutzerklärung auf und was ist nur Erläuterung. Viele schwammige Formulierungen, wo man am Ende gar nicht weiß, woran man ist. Beispielsweise "in der Regel" oder "gegebenenfalls" oder Ähnliches. Die hebeln dann oft aus, was da steht. All die Rechte, die die Datenschutz-Grundverordnung uns einräumt - dass wir unsere Daten einsehen, über die gespeicherten Daten Auskunft bekommen dürfen - das alles ist in diesen Datenschutzerklärungen nicht richtig umgesetzt."

Immerhin haben Untersuchungen der Stiftung Warentest ergeben, dass die Lautsprecher nicht eigenmächtig mithören. Sie sind zwar ständig online, das laufe aber allein über das heimische WLAN-Netz.

"Wenn man so etwas sagt, wie "Alexa, wie wird das Wetter?", dann sorgt Alexa erst mal nur dafür, dass das Gerät angeht. Die Erkennung dieses Wortes läuft immer lokal auf den Geräten. Und "wie wird das Wetter?" wird dann in die Cloud von Amazon übertragen und dort interpretiert."

Lautsprecher hören nicht eigenmächtig mit

Und auch gespeichert. Allerdings bleibt unklar, was die Anbieter Amazon, Google und Apple genau mit diesen Informationen machen. Ein Nutzerkonto wird auf jeden Fall erstellt, sagt Warentester Michael Wolf. Fazit: Die Technik funktioniert meist, doch bei Privatsphäre und Datenschutz gibt es Lücken.

"Es gibt Leute, die sagen, dass sie nichts zu verbergen haben, und dass sie es sogar gut finden, wenn die Google-Treffer oder auch Kaufempfehlungen von Amazon gut zu ihren Empfehlungen passen. Deshalb sagen viele, ich will ja, dass die mich gut kennen. Und es gibt andere Leute, die sagen, dass sie es nicht wollen, dass ein amerikanischer Konzern alles über mich weiß. Wenn man da datenschutz-sensibel ist, ist das eine Technik, von der man - so glaube ich - besser die Finger lässt. Zumindest so lange die Datenschutzerklärungen noch nicht unseren Ansprüchen genügen."

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