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"Staatsverbrechen - Der Fall Mollath"Justizopfer Gustl Mollath und sein Buchautor erheben erneut schwere Vorwürfe gegen Bayern

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Gustl Mollath muss in der Psychiatrie bleiben (Bild: picture alliance / dpa) (picture alliance / dpa)

Der Jurist Wilhelm Schlötterer und das Justizopfer Gustl Mollath haben einmal mehr schwere Vorwürfe gegen den Freistaat Bayern erhoben.

Schlötterer sagte der Deutschen Presseagentur, es werde auch anderen Leuten übel mitgespielt in Bayern, aber der Fall Mollath sei "ein Exzess" gewesen. Heute erscheint sein Buch "Staatsverbrechen - Der Fall Mollath". Darin zeichnet Schlötterer die Vorgänge aus seiner und Mollaths Sicht nach. Schlötterer war maßgeblich daran beteiligt, dass der 64-Jährige den Kampf gegen die bayerische Justiz aufgenommen und letztlich gewonnen hat.

Der Fall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Mollath war 2006 nach einem Prozess wegen angeblicher Gewalt gegen seine Ehefrau in die Psychiatrie eingewiesen worden - zu Unrecht, wie sich Jahre später in einem Wiederaufnahmeverfahren herausstellte. 2.747 Tage hatte der Nürnberger bis dahin in der Psychiatrie verbracht.

Mollath lebt derzeit in Norddeutschland, wo er nach eigenen Angaben versucht, Fuß zu fassen. Er sagte der dpa, auf dieses Land sei überhaupt kein Verlass. Langfristig wäre er froh, wenn er auswandern könne. Bei der Bundestagswahl im September dürfe er erstmals wieder wählen und müsse damit rechnen, dass Bayerns Ministerpräsident Söder von der CSU der nächste Kanzler werde. "Das beschleunigt meinen Wunsch, das Land zu verlassen."

Diese Nachricht wurde am 23.02.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.