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StartseiteSport Aktuell"Ich werde nicht untätig herumsitzen und zusehen"05.08.2019

Statement von US-Fußballer Bedoya zur Waffengewalt"Ich werde nicht untätig herumsitzen und zusehen"

Nach seinem Tor in der Major League Soccer griff Alejandro Bedoya, Kapitän von Philadelphia Union, zum Mikrofon. Sein Statement: "Kongress, handelt jetzt. Beendet die Waffengewalt. Auf geht's." Anlass waren die Attentate von El Paso und Dayton. Bedoyas Aktion fand in den sozialen Netzwerken Bewunderung - und auch im Sport selbst.

Von Heiko Oldörp

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Alejando Bedoya griff im Punktspiel in der Major League Soccer nach seinem Tor für Philadelphia zum Mikro. (www.imago-images.de)
Alejando Bedoya griff im Punktspiel in der Major League Soccer nach seinem Tor für Philadelphia zum Mikro. (www.imago-images.de)
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Im Punktspiel der Major League Soccer zwischen Gastgeber Washington D.C. und Philadelphia Union waren gerade drei Minuten gespielt, als Alejandro Bedoya das 1:0 für die Gäste erzielte. Philadelphias Kapitän bejubelte den Treffer an der Seitenlinie mit seinen Teamkollegen. Während die anschließend in ihre Hälfte zurücktrotteten, griff sich Bedoya ein Außenmikrofon für eine Durchsage.

"Congress, do something now. End gun violence. Let’s go."

Seine Worte waren an die Politik gerichtet, genauer gesagt an den US-Kongress. Dieser solle nach den Attentaten am vergangenen Wochenende endlich etwas tun und die Waffengewalt beenden.

31 Menschen waren in Texas und Ohio durch Amokläufer getötet worden. Bedoyas Botschaft erzielte schnell eine große Reichweite - denn das Spiel wurde live übertragen. Noch dazu auf Fox Sports 1 - der Sender gehört zu Fox, dem bevorzugten Fernsehkanal von US-Präsident Trump und seiner konservativen Basis.

Bühne nutzen, um Stellung zu beziehen

Er habe sich mit Freunden nach den Massakern unterhalten, so Bedoya. Alle seien sich einig gewesen, dass sich etwas ändern müsse. Und alle hätten ihn aufgefordert, seine Bühne, den Profifußball, dafür zu nutzen, um Stellung zu beziehen.

"Ich werde nicht untätig herumsitzen und nur zusehen. Denn zu allererst bin ich ein Mensch - und das alles betrifft mich. Ich habe Kinder und wenn ich sie in die Schule bringe, schaue ich stets nach Fluchtwegen. Und das mache ich auch, wenn ich im Theater, im Einkaufszentrum, im Kino bin. Es muss was passieren. Denn wir sind gegenüber solchen Ereignissen schon fast abgestumpft - und das ist ein großes Problem."

Unterstützung von seinem Trainer 

Unterstützung erhielt Bedoya nach dem Spiel von seinem Trainer, Jim Curtin. "250 Massenschießereien in diesem Jahr - das ist abscheulich. Es müssen in diesem Land auf jeden Fall Veränderungen her. Und ich unterstütze jeden, der seine Meinung äußert, intelligent und informiert ist. Und Alejandro ist das auf jeden Fall. Jetzt werden zwar viele kommen und Alejandro und mir sagen, dass wir unsere Klappen halten und uns um unseren Sport kümmern sollen. Aber es ist einfach Wahnsinn, was in unserem Land passiert - und es muss sich etwas ändern."

Die Aktion von Alejandro Bedoya hat in den sozialen Netzwerken ein großes Echo gefunden. Der Mittelfeldspieler bekam tausende Danksagungen. Fußball-Weltmeisterin Megan Rapinoe beispielsweise schrieb auf Twitter: "Wow" - und applaudierte.

Die Major League Soccer wird Bedoyas Aktion nicht bestrafen. Die Liga ließ wissen, dass man sich den Trauernden in Texas und Ohio anschließe und verstehe, wenn Spieler und Mitarbeiter starke und leidenschaftliche Meinungen zu diesem Thema hätten.

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