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StatistikImmer mehr Autos pro Haushalt

Zähfließender Verkehr bei Sonnenuntergang auf der Stadtautobahn A 100 in Berlin, Deutschland. (picture alliance / Bildagentur-online/Schoening)
Zahl der Autos pro Haushalt nimmt zu (picture alliance / Bildagentur-online/Schoening)

Trotz aller Debatten um Klimaschutz und Verkehrswende hat die Zahl der Autos in Deutschland weiter zugenommen. Inzwischen gibt es 108 Pkw auf 100 Haushalte. Auch für Pendler ist das Auto erste Wahl - auch auf kürzesten Strecken.

Anfang dieses Jahres waren 48,2 Millionen Pkw zugelassen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das waren 14 Millionen mehr als vor zehn Jahren. In den privaten Haushalten sei der Trend offenbar zum Zweit- oder Drittwagen gegangen.

Auto für Pendler erste Wahl

Das Auto sei für Millionen Berufspendler das meistgenutzte Beförderungsmittel, erklären die Statistiker, auch auf kürzeren Strecken. Zwei Drittel der Erwerbstätigen fahren nach eigenen Angaben mit dem Pkw in die Firma oder ins Büro - auch auf kürzeren Strecken. Öffentliche Verkehrsmittel nutzten den Angaben zufolge im vergangenen Jahr gut 13 Prozent der Erwerbstätigen; zehn Prozent fuhren regelmäßig mit dem Fahrrad zur Arbeit.

Dabei hat die Hälfte aller Erwerbstätigen nach eigenen Angaben weniger als zehn Kilometer zum Arbeitsplatz zurückzulegen. Für 29 Prozent ist der Weg zur Arbeit 10 bis 25 Kilometer lang, 14 Prozent legen 25 bis 50 Kilometer zurück.

Kaum Veränderung seit 2016

Im Vergleich zur letzten Erhebung für das Jahr 2016 sind die Prozentanteile der einzelnen Verkehrsmittel nahezu unverändert - trotz aller Appelle von Klimaschützern und Bemühungen der Politik, mehr Menschen dazu zu bringen, das Auto stehen zu lassen. Was den Bestand an Fahrzeugen betrifft, geht der Trend sogar in die entgegengesetzte Richtung: Zum Stichtag 1. Januar 2021 waren demnach 48,2 Millionen Pkw in Deutschland zugelassen und damit 14 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. Das sind 108 Pkw auf hundert Haushalte.

Autoverkehr ist Wahlkampfthema

Um einen Anreiz für einen Umstieg auf klimafreundliche Alternativen zu setzen, hat die Politik zu Jahresbeginn einen CO2-Preis im Verkehr eingeführt. Die Folge: Sprit ist teurer geworden. Im Gegenzug wurde die Pendlerpauschale für Arbeitnehmer mit längeren Fahrwegen erhöht. Der Preis für klimaschädliches Kohlendioxid soll in den kommenden Jahren schrittweise steigen.

Die Union fordert deshalb eine Entlastung der Pendler. In ihren Wahlprogrammen sprechen sich die meisten Parteien dafür aus, den öffentlichen Nahverkehr deutlich auszubauen. Die SPD will eine "Mobilitätsgarantie" für alle Bürgerinnen und Bürger.
Nur: Der Ausbau von Bussen und Bahnen gerade auf dem Land dauert Jahre und kostet Milliarden.

Diese Nachricht wurde am 15.09.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.