SternstundenGanz im Dienst der Musik

Ob bei Beethoven, Schubert oder Brahms: Es sind die schnörkellose Einfachheit und Aufrichtigkeit, die dem Spiel des Busch Quartetts eine Suggestivkraft verleihen, die noch heute fasziniert. Sie ist auch in der Interpretation des letzten der 15 Streichquartette von Franz Schubert erfahrbar.

Am Mikrofon: Norbert Hornig | 15.07.2021

Schwarz-weiß Fotografie. Die vier Mitglieder des Streichquartetts sitzen mit ihren Instrumenten auf Stühlen und schauen ernst in die Kamera. Sie tragen Anzüge in gedeckten Farben, Westen, weiße Hemden und dunkle Schlipse. sie haben kurze dunkle Haare.
Das Busch Quartett wurde 1919 in Berlin gegründet, hatte seine größten Erfolge in den USA und bestand bis 1952. (copyright control)
Adolf Busch gehörte zu den markantesten deutschen Geigerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Der Bruder des Dirigenten Fritz Busch profilierte sich nicht nur als Solist vor dem Orchester, sondern auch als Kammermusiker. In Wien war er für kurze Zeit Primarius des "Konzertvereins-Quartetts", 1919 gründete er in Berlin das Busch Quartett. Es wurde weltweit als Nachfolger des legendären Joachim Quartetts gefeiert und bestand, mit Unterbrechungen und vielen Umbesetzungen, bis zu Buschs Tod im Jahre 1952.
Dauerhaft in Erinnerung geblieben ist das Ensemble durch eine Reihe hoch expressiver Beethoven-, Schubert- und Brahms-Aufnahmen, die allerdings nicht mehr in Deutschland entstanden sind. Die Musiker mussten sich vor den Nationalsozialisten in Schutz bringen.
Auch Franz Schuberts letztes G-Dur Streichquartett Nr. 15 aus dem Jahre 1826 gehört zu den legendären Aufnahmen. Das Busch Quartett interpretiert das rund 40-minütige Werk musikalisch schlüssig, gedankenklar und mit einer erhabenen Schlichtheit. Die Qualität der bearbeiteten Aufnahme von 1938 ist verblüffend gut.
Franz Schubert
Streichquartett Nr. 15 G-Dur, D 887
Busch Quartett
Studio-Aufnahme vom 22. und 30.11.1938