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StartseiteSternzeitWenn die Sternzeituhr richtig geht06.10.2018

Sternzeit um MitternachtWenn die Sternzeituhr richtig geht

Wer schon einmal auf einer Sternwarte zu Besuch war, hat dort möglicherweise eine Uhr mit seltsam falscher Anzeige gesehen. Hat er sich dabei dann spöttisch gedacht, diese Uhr gehe „nach dem Mond“, lag gar nicht einmal so sehr daneben – denn es handelt sich tatsächlich um eine Art Himmelsuhr.

Von Hermann-Michael Hahn

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Eine astronomische Kunstuhr wie diese von Hans Lang (zu bewundern im Deutschen Uhrenmuseum Furtwangen) zeigt neben der bürgerlichen Zeit (oben) auch die Sternzeit (unten rechts) und die Weltzeit (unten links) an (Hermann-Michael Hahn)
Eine astronomische Kunstuhr wie diese von Hans Lang (zu bewundern im Deutschen Uhrenmuseum Furtwangen) zeigt neben der bürgerlichen Zeit (oben) auch die Sternzeit (unten rechts) und die Weltzeit (unten links) an (Hermann-Michael Hahn)
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Allerdings geht eine solche Sternzeituhr nicht "nach dem Mond" und damit einfach nur irgendwie falsch. Sie zeigt vielmehr an, welcher Teil des Himmels gerade im Süden zu finden ist.

Und das ist jeden Tag zur gleichen Zeit ein leicht anderer Teil, denn unsere normalen Uhren richten sich nach der Sonne.

Ein solcher Sonnentag dauert knapp vier Minuten länger als eine volle Umdrehung der Erde. Im Verlauf eines Tages wandert die Erde auf ihrem jährlichen Weg um die Sonne nämlich rund ein Grad voran, und um so viel muss sie sich daher nach einer vollen Umdrehung weiter drehen, bis die Sonne wieder in derselben Richtung steht.

Man kann die aktuelle Sternzeit auch am Himmel aus der Stellung des Sterns Caph im Sternbild Kassiopeia ablesen: Steht dieser Stern genau über dem Polarstern, zeigt die Sternzeituhr Null Uhr (Stellarium)Man kann die aktuelle Sternzeit auch am Himmel aus der Stellung des Sterns Caph im Sternbild Kassiopeia ablesen: Steht dieser Stern genau über dem Polarstern, zeigt die Sternzeituhr Null Uhr (Stellarium)
Knapp vier Minuten pro Tag ergeben pro Monat etwa zwei Stunden, um die eine Sternzeituhr von der normalen Uhr abweicht – in zwölf Monaten oder einem Jahr summiert sich das auf 12 mal 2 oder 24 Stunden.

Die Sternzeit hängt auch noch von der geografischen Länge des Beobachtungsortes ab: Pro Grad Längendifferenz weichen zwei Sternzeituhren um vier Minuten voneinander ab.

Heute ist eine besondere Nacht: Um Mitternacht zeigt eine Sternzeituhr auf 15 Grad östlicher Länge, dem Bezugslängengrad der Mitteleuropäischen Sommerzeit, ebenfalls ziemlich genau 0 Uhr an.

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