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StartseiteVerbrauchertippGute Bewertungen für E-Bikes28.05.2018

Stiftung WarentestGute Bewertungen für E-Bikes

Der Verkauf von E-Bikes in Deutschland boomt. Ein Grund für die Stiftung Warentest, die Räder mit den Elektromotoren genauer unter die Lupe zu nehmen. Geprüft wurden verschiedene Herrenmodelle - mit durchaus guten Bewertungen. Große Unterschiede gab es allerdings bei der Ladezeit der Akkus.

Von Dieter Nürnberger

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In Hamburg am Hafen fährt eine Familie mit ihren E-Bikes. (imago stock&people)
In Hamburg am Hafen fährt eine Familie mit ihren E-Bikes. (imago stock&people)
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Auch wenn sich diese Fahrradbremse recht schrill anhört - auf dem Prüfstand im Labor und auch im freien Gelände bestanden alle untersuchten Elektrofahrräder den Bremstest auf Anhieb. Und auch sonst, beispielsweise beim wichtigsten Kriterium, dem Fahrverhalten und der Fahrstabilität, konnten die 12 Pedelecs - wie Elektrofahrräder auch genannt werden - erst einmal überzeugen, so Anne Kliem von der Stiftung Warentest.

"Wir konnten für alle 12 Modelle gute und sogar sehr gute Noten beim Punkt Fahren vergeben. Und insgesamt haben sechs der Pedelecs im Test auch eine gute Gesamtbewertung bekommen."

Untersucht wurden Herrenräder mit diamantförmigen Rahmen - mit einer oberen Querstange also, typisch für ein Trekkingrad.

Doch wie weit kommt man mit einer Akkuladung? Die meisten Motoren haben derzeit eine Leistung von 500 Wattstunden. Wie viele Kilometer konkret daraus werden, hängt von mehreren Faktoren ab:

"Zum Beispiel, ob ich eine besonders steile, bergige Strecke fahre - da muss der Akku nämlich besonders viel Energie liefern. Auch wenn ich nicht im Eco-Modus fahre, sondern eine sehr hohe Unterstützungsstufe beim Motor gewählt habe, wird mehr vom Akku verbraucht. Und ein Faktor ist eben auch, wieviel ich selber als Radler reinstecken kann. Die Reichweiten für die untersuchten Modelle haben wir auf dem Prüfstand ermittelt - und für eine ebene Strecke mit gelegentlichen Anstiegen haben wir Reichweiten von 61 bis 87 Kilometern gemessen."

Große Unterschiede gab es beim Laden der Akkus. Im besten Fall reichten gut dreieinhalb Stunden dafür aus, im schlechtesten waren es mehr als 6 Stunden. Faustregel: Je höher die Ampere-Maßeinheit des Ladegerätes, desto besser. Warentesterin Anne Kliem:

"Wenn es um eine schnelle Ladezeit geht, würde ich aufgrund unserer Untersuchung schon sagen, dass man da schauen sollte, dass es ein 4-Ampere-Ladegerät ist. Weil diese eben deutlich schneller geladen haben, als die mit 2 Ampere. Es kommt natürlich aber auch darauf an, wie groß der jeweilige Akku des Rades ist. Ein größerer Akku braucht natürlich auch länger, bis er dann voll ist."

Einige Modelle mit Sicherheitsrisiken

Trotz guter Fahreigenschaften aller untersuchten Elektrofahrräder wurden bei einigen Modellen spätestens auf dem Prüfstand im Labor doch Mängel festgestellt. So fiel beim Hersteller "Raleigh" der Stecker des Ladekabels aus Gründen der Brandsicherheit durch, bei drei anderen Modellen wurden relevante Anrisse im Rahmen oder anderen tragenden Elementen entdeckt, was nach einiger Zeit und zu hoher Last zu Brüchen führen kann. Aufgrund dieser Sicherheitsrisiken wurden die entsprechenden Modelle abgewertet.

"Knapper Testsieger ist das Modell von "KTM" - außerdem vorn liegen die Pedelecs von "Kettler" und "Kreidler" - die kosten jeweils zwischen 2.800 und 2.900 Euro. Unter den sechs guten ist aber auch das günstigste Modell in der Untersuchung. Das kostet 2.000 Euro und ist von "Kalkhoff"."

Übrigens: Pedelec-Motoren sollten ab Geschwindigkeiten von 25 Kilometern pro Stunde abschalten. Bei einem Rad lief der Motor allerdings auch noch bei Tempo 28 mit. Das dürfte den einen oder anderen E-Biker freuen, verstößt aber gegen die Vorschrift.   

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