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StartseiteVerbrauchertippViele Honigsorten enttäuschen30.01.2019

Stiftung WarentestViele Honigsorten enttäuschen

Die Stiftung Warentest hat verschiedene Honigsorten unter die Lupe genommen - und nicht einmal ein Drittel der Produkte konnte überzeugen. In einigen Gläsern fanden die Tester Glyphosat, andere waren wärmegeschädigt. Am besten schnitten zwei Produkte aus dem Discounter ab.

Von Dieter Nürnberger

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Honigglas und Honiglöffel  (picture-alliance / dpa / imageBROKER / Jiri Hubatka)
Aus Deutschland stammt nur ein Viertel des hierzulande verkauften Honigs (picture-alliance / dpa / imageBROKER / Jiri Hubatka)
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Was macht einen guten Honig aus? Die meisten Liebhaber des so oft zitierten Goldes der Bienen werden da ganz individuelle Vorlieben haben - cremig oder flüssig, fruchtig oder würzig. Doch zuallererst ist Honig ein reines und unbehandeltes Naturprodukt. Imker dürfen ihm nichts entziehen oder hinzufügen. Zudem gibt es natürlich auch fachliche Vorschriften, die in den Leitsätzen für Honig im Deutschen Lebensmittelbuch beschrieben werden, sagt Birgit Rehlender von der Stiftung Warentest.

"Beispielsweise soll der Wassergehalt nicht über 20 Prozent liegen. Es ist aber auch festgelegt, dass Honig nicht in Gärung übergegangen sein darf. Oder aber, dass seine Enzyme nicht so stark geschädigt werden dürfen, dass sie vielleicht inaktiv sind. Und das passiert in der Regel durch Wärme."

Jeder fünfte Honig wärmegeschädigt

Untersucht wurden sowohl Mischblüten- und Waldhonige als auch Sortenprodukte, für die die Bienen ausschließlich oder überwiegend bestimmte Pflanzen angeflogen haben: Beim Rapshonig beispielsweise müssen laut Lebensmittelbuch 80 Prozent der Pollen dann auch vom Raps stammen. Von 36 untersuchten Produkten konnten nur 11 überzeugen. In der Laboruntersuchung erwies sich jeder fünfte Honig als wärmegeschädigt, vor allem aber waren einige Produkte nicht typisch:

"Wir haben beispielsweise bei den Sortenhonigen einen untypischen Geschmack für die Sorte festgestellt. Im Pollenspektrum erwiesen sich manche Honige auch als nicht sortentypisch. Weil sie zu wenig Pollen der genannten Sorte enthielten. Bei den Grundcharakteristika gab es Kritik dann, wenn das Zuckerverhältnis, welches ja auch für jede Sorte typisch ist, nicht eingehalten war."

Bei der Schadstoffanalyse fiel zuerst ein positiver Befund auf: Denn obwohl viele Imker derzeit gegen den Parasiten Varroa-Milbe zu kämpfen haben, wurden keine Tierarzneimittelrückstände gefunden. Andere kritische Stoffe hingegen schon.

"Gentechnisch veränderte Organismen haben wir in jedem dritten Honig festgestellt. Aber hier auch nur in Spuren. Zum bemängeln hatten wir hingegen Befunde an - hier gab es auch ein Produkt, das schöpfte den Grenzwert für Glyphosat in Honig etwa zur Hälfte aus. Das führte dann zum Punktabzug."

Bioprodukte schnitten nicht unbedingt besser ab

Imker könnten leider nicht direkt Einfluss darauf nehmen, auf welche Pflanzen die Bienen fliegen, sagt Birgit Rehlender. Sie bevorzugen auch keine Bio-Kulturen gegenüber herkömmlich angebauten Pflanzen. Ausgewiesene Bioprodukte schnitten in dieser Untersuchung somit nicht unbedingt besser ab als herkömmlicher Honig. Die meisten guten Bewertungen gab es in den Bereichen Mischblüten- und Waldhonig. Hier kann der Imker bei der Sortenangabe weniger falsch machen.

"Wenn man keinen Wert auf Sortencharakter legt, dann ist man mit einem günstigen Mischblütenhonig am besten bedient. Der kann auch vom Discounter kommen und somit auch nur rund 4,60 pro Kilogramm kosten. Und die beiden besten im Test sind 'Lidl Maribel' und 'NektarQuell'."

Bei den wärmegeschädigten Produkten fiel China als Herkunftsland besonders auf. Auf dem Etikett finden Verbraucher allerdings kaum Hinweise auf die Herkunft. Dort steht oft lediglich: Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern. Aus Deutschland stammt übrigens nur ein Viertel des hierzulande verkauften Honigs.

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