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"Stop Hate Speech"Frauenorganisation startet bisher größtes Schweizer Projekt zur Bekämpfung von Hass im Internet

Computertaste mit der Aufschrift Hate speech, Hassreden in sozialen Netzwerken. (imago / Christian Ohde)
allaince F geht gegen Hass im Netz in die Offensive (imago / Christian Ohde)

Der größte Schweizerische Frauenverband, alliance F, will mit Hilfe eines lernenden Algorithmus und einer Community aus Freiwilligen Diskriminierung und Anfeindungen im Internet bekämpfen.

Bei dem Projekt handelt es sich um das bisher größte Schweizer Projekt zur Bekämpfung von Hass im Internet. "Stop Hate Speech" verbindet technische und zivilgesellschaftliche Ansätze: Ein lernender Algorithmus soll Hass-Kommentare auf Twitter, Facebook und auf News-Plattformen von Medien aufspüren. In die so identifizierten und von Hate-Speech betroffenen Diskussionen sollen dann Freiwillige eingreifen und versuchen, diese auf eine sachliche Ebene zurück zu bringen. Durch die Arbeit der Freiwilligen lernt der Algorithmus immer zielgerichteter Hass-Kommentare zu erkennen.

Algorithmus als Hate Speech-Radar

"Die Idee ist, dass der Algorithmus als Hate Speech-Radar funktioniert und der Community anzeigt, wo die Hass-Kommentare zu finden sind", sagte Projektleiterin Sophie Achermann dem Deutschlandfunk. Die Community interveniere dann eigenständig. Damit wolle man die Medienkompetenz der Gesellschaft stärken und nachhaltig den Dialog verbessern. Weitere Ziele seien, statistische Zahlen über die Häufigkeit von Hate-Speech und deren Opfer zu sammeln sowie aufzuzeigen, welche Arten von Intervention wirkungsvoll sei und welche eine Diskussion eskalieren lasse, betont Achermann. Dadurch erhoffe man sich "best practice"-Interventionen zu eruieren.

Beteiligung von Deutschen ist denkbar

Die freiwillige Community wird laut alliance F in den nächsten Monaten aufgebaut, Mitte des Jahres soll die lernende Plattform "Stop Hate Speech" online gehen. Dem Projekt steht dafür über eine Million Euro zur Verfügung, die von unterschiedlichen Partnern aus Wirtschaft und Politik kommt. "Stop Hate Speech" ziele dabei ausschließlich auf Schweizer Medienplattformen und die von Schweizerinnen und Schweizern häufig genutzten Social-Media Kanäle, betont Sophie Achermann. Eine Erweiterung und damit auch eine Beteiligung von Personen, die in Deutschland leben, sei aber denkbar.