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StartseiteVerbrauchertippGeringere Strahlenbelastung bei neuen 5G-Handys27.11.2019

Strahlenschutz Geringere Strahlenbelastung bei neuen 5G-Handys

In Deutschland wächst die Skepsis gegenüber dem neuen 5G-Mobilfunkstandard – unter anderem wegen vermeintlich höherer Strahlenbelastung. Laut Gesundheitsforschern ist das Gegenteil der Fall. Wer sich ein neues 5G-fähiges Handy zulegen will, sollte trotzdem auf den sogenannten SAR-Wert achten.

Von Susanne Lettenbauer

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Start der Auktion von 5G-Mobilfunkblöcken (picture alliance/Boris Roessler/dpa)
Wie stark ein Mobiltelefon den Nutzer belastet, wird aus dem sogenannten SAR-Wert ersichtlich (picture alliance/Boris Roessler/dpa)
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Wer in Technikmärkten an den langen Reihen der Mobilfunkmodelle entlanggeht sucht ihn vergebens. Neben vielen technischen Details ist der SAR-Wert der viel umworbenen Geräte nicht sofort ersichtlich. Die wenigsten Kunden fragen danach, meint ein Mitarbeiter: 

"Das sind so technische Sachen, die tatsächlich nur in den Gebrauchsanweisungen irgendwo drinnen stehen. Nein, steht nicht drauf."

SAR steht für die "Spezifische Absorptionsrate", die vom Menschen beim Benutzen eines Mobilfunkgerätes am Ohr beziehungsweise per Freisprechanlage aufgenommen wird und seine Gesundheit belasten kann. Alle auf dem Markt gehandelten Handymodelle müssen einen Maximalwert von *zwei Watt pro Kilogramm einhalten, sagt Gunde Ziegelberger vom Bundesamt für Strahlenschutz BfS.

Höhere Übertragungsrate verringert Übertragungszeit

Eine Liste mit rund 2600 der gängigsten Mobilfunkgeräte und deren SAR-Werten ist auf der Webseite des BfS abrufbar. Ein Blick auf die Liste zeigt: Die wenigsten Handys erreichen den Maximalwert. Bei den neuen 5G-Modellen sinkt die Strahlenbelastung weiter, aus mehreren Gründen, so die Expertin:

"Die Handys sind größer geworden und wenn die Antenne unten beim Handy liegt ist es bei den neueren Modellen automatisch weiter vom Kopf entfernt als bei den kleinen Handys früher."

Außerdem nutzen die neuen 5G-Frequenzen eine höhere Übertragungsrate, so Ziegelberger. Daten, Videos und Sprachnachrichten werden in kürzerer Zeit verschickt, die Strahlenbelastung sinkt. Während heutige 3G- oder LTE-Technik für das Verschicken von Daten je nach Netzabdeckung bis zu einigen Minuten benötigen - mit entsprechender Dauerstrahlendosis - miniert sich diese Zeit bei 5G-Handys beträchtlich. Will man die Strahlendosis weiter reduzieren gelten für 5G-Handys dieselben Regeln wie für herkömmliche Modelle: 

"Freisprechanlage, Handy daneben zu legen, den Abstand zu vergrößern, dadurch die Exposition zu verringern, das ist etwas, was wir speziell für Vielnutzer und für Jugendliche durchaus empfehlen."

Weniger Strahlenbelastung durch neue Antennentechnik

Bernhard Brenner vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sieht in der neuen 5G-Technik nur Vorteile für den Nutzer:

"Diese Geräte sind moderner, sind effizienter. Die Strahlendosis am Kopf wird geringer sein. Wenn Sie jetzt über Internet telefonieren haben Sie wesentlich geringere Strahlendosen als mit der alten GSM-Technik."

Je höher die Frequenzen, die die 5G-Mobiltelefone nutzen, umso geringer sei die Belastung für den Menschen, da sie nicht so tief in die Haut eindringen, erklärt Brenner. Außerdem sei die moderne Antennentechnik umweltfreundlicher:

"Die Antennen sind intelligente Antennen, die können sich auf den Endnutzer einstellen. Es wird nicht mehr breit abgestrahlt, sondern gezielt auf den Endnutzer."

Dass höhere Frequenzen geringere Reichweiten haben und deshalb mehr Basisstationen gebaut werden müssen, sei für den Menschen kein Problem, betont Gesundheitsforscher Brenner.

*Wir haben hier nachträglich eine Zahl korrigiert.

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